Leben mit gutem Gefühl.

Biodiversität.

Biodiversität bei uns: Das große Krabbeln, Summen und Aufatmen.

Was passiert, wenn man der Natur einfach das Zepter zurückgibt?

Auf unseren 43.000 Quadratmetern Fläche lässt sich genau dieses kleine Wunder Tag für Tag beobachten. Ein Stück Erde, das wir der Natur zurückgegeben haben – ohne Zertifikate, aber mit tiefer Überzeugung. Wir nennen es unsere Ökoinsel.
Im Jahr 2010 haben wir eine große Entscheidung getroffen und das Land komplett aus der konventionellen Bewirtschaftung genommen. Wo damals noch ein monotoner, intensiv gespritzter Maisacker den Boden auslaugte, erstreckt sich heute eine lebendige, artenreiche Wildnis.
Ein echter Rückzugsort direkt hinter unserem Haus in Gelting an der Ostsee, an dem die Natur wieder ganz alleine das Sagen hat.
Chemische Hilfsmittel sind bei uns absolut tabu.
Das ist für uns eine wertvolle Investition in die Zukunft. Seit dem Start leistet der Boden echte Schwerstarbeit für den Naturschutz: Rund 9 Tonnen CO₂ bindet unsere Wildnis mit ihren Hecken, Gehölzen und dem Humusaufbau Jahr für Jahr. Bis heute wurden so bereits über 140 Tonnen CO₂ dauerhaft der Atmosphäre entzogen – ganz von alleine, während Du Deinen Urlaub genießt.
Als wir den Hof 2002 kauften, mussten wir dem Amt für ländliche Räume noch nachweisen, was wir mit dem Land vorhatten. Mein alter Plan mit Weide, Streuobstwiese und Wäldchen hängt heute noch im Büro. Doch die Realität hat den Plan längst überholt: Aus der einstigen Monokultur ist ein wunderschönes Mosaik aus wertvollen Lebensräumen entstanden.
📍 Unsere Ökoinsel auf einen Blick:
  • Der Ort: Gelting (Ortsteil Lehbek) an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, eingebettet in die Landschaft Angeln zwischen Kappeln und Flensburg.
  • Das Zuhause: Dicht am Meer betreiben wir unsere kleine ökologische Pension – ein Rückzugsort, den wir gerne mit Gästen teilen, die Natur, Ruhe und Authentizität suchen.
  • Die Philosophie: Hier hat die Natur das Sagen. Einfach so.

Unsere Oasen für die Artenvielfalt – ganz ohne Kompromisse

1. Keine Bewirtschaftung: Ein Geschenk an Boden und Klima

Kein Dünger, kein Pflügen, fast keine Aussaat. Wir überlassen die Fläche sich selbst. Warum? Weil ungestörte Böden nachweislich mehr CO₂ speichern, wertvollen Humus bilden und Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen. Das schützt vor Erosion und kurbelt die Artenvielfalt an. Wie rasant sich die Fläche verändert hat, zeigen wir unseren Gästen am liebsten im direkten Fotovergleich von 2010 zu heute.

2. Die 285 Jahre alte Hoflinde: Das majestätische Herzstück

Sie bildet den Mittelpunkt unseres Dreiseithofes und ist ein eigenes, riesiges Ökosystem. Mit ihrer gewaltigen Krone bietet sie über 300 Insektenarten, Vögeln und Fledermäusen ein sicheres Zuhause. Im Sommer verwandelt sie sich in eine summende Riesenweide für Wildbienen und Hummeln. Ganz nebenbei hat unser Baumriese im Laufe seines Lebens bereits rund 5 Tonnen CO₂ dauerhaft im Holz gebunden.

3. Unsere Knicks: Lebendige Grenzen und Kulturerbe

Unser Gelände ist von fast 600 Metern Knicks eingefasst. Diese historischen Wallhecken sind Teil des schleswig-holsteinischen Kulturerbes und seit 2021 offiziell als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Den letzten Abschnitt haben wir 2023 mit vielen Helfern geschlossen.
Knicks sind echte Lebensadern: Sie verbinden Felder, Wälder und Wiesen, schützen vor Wind und bieten Vögeln wie Rotkehlchen, Gelbspöttern oder Zaunkönigen sowie Igeln Schutz und Nahrung. Wir schneiden sie nur alle paar Jahre schonend zurück, damit sie ihre Struktur behalten.
Besonders stolz sind wir auf die Wildrosen, Holunderbüsche und Wildpflaumen, die hier wachsen.

4. Wilde Wiesen & Kräuterwiesen: Ein Paradies für Insekten

Anstelle von sterilen, perfekt gepflegten Blühstreifen darf sich unsere Natur auf rund 1.000 Quadratmetern Kräuterwiese und wuchernden Wildwiesen frei entfalten. Unkräuter kennen wir nicht. Hier blüht, summt und vibriert es in allen Farben.
  • Die Pflanzen: Spitzwegerich (wichtig für Schmetterlinge), Schafgarbe, Ackerkratzdistel, Brennnesseln, Karden, Disteln und wilder Oregano, der violett blüht und ganz von selbst auf dem mageren Boden wächst.
  • Der Nutzen: Die Wildkräuter sind robust und regional angepasst. Die Brennnessel allein bietet Lebensraum für über 40 Insektenarten; Distelsamen sind im Herbst ein Festmahl für Finken und Sperlinge. Die Blüten des Oreganos sind ein beliebter Treffpunkt für das Tagpfauenauge, den Admiral und sogar den seltenen Schwalbenschwanz.
  • Für uns und die Küche: Im Sommer duftet die Wiese herrlich. Wir trocknen zum Beispiel den Oregano für den Winter, nutzen ihn frisch für unser hausgebackenes Kräuterbrot, dekorieren damit Torten oder setzen feinen Kräuteressig an.

5. Unser kleiner Wald & die Galloways als vierbeinige Landschaftspfleger

Ein Teil der Fläche hat sich zu einem kleinen, natürlichen Wald aus Birken, Weiden und Holunder entwickelt, der wunderbar Schatten spendet. Von April bis Oktober bekommen wir hier Unterstützung von vier robusten Galloway-Rindern eines befreundeten Betriebs. Die friedlichen Tiere grasen extensiv und verhindern ohne schweren Maschineneinsatz, dass die Fläche komplett verbuscht. Durch ihren Tritt und ihr Fell transportieren und verteilen sie zudem die Samen wilder Kräuter. Nur mit frischem Wasser versorgen wir sie – den Rest regeln sie allein.

6. Die Streuobstwiese: 18 traditionelle Sorten mit poetischen Namen

Gemeinsam mit dem NABU Schleswig-Holstein gepflanzt, wachsen hier historische, heimische Bäume – ein wahres Schlaraffenland für Insekten und Vögel. Ihre wunderschönen Namen erzählen Geschichten vergangener Zeiten:
  • 🍎 Äpfel: Signe Tillich (die Siegerin), Stina Lohmann und Maren Nissen als regionale Klassiker, der Holsteiner Pfannkuchenapfel oder der Krumpeter mit seinen charakteristisch krummen Ästen.
  • 🍐 Birnen: Die Knausbirne und die winterharte Gute Graue.
  • 🍒 Kirschen & Pflaumen: Die knackige Heimanns Rubinweichsel, die süße Mirabelle von Nancy und die Konstatinopler Apfelquitte.
Diese überwiegend alten Sorten schmecken fantastisch und schlagen eine Brücke zwischen unserer Kulturgeschichte und einer lebendigen Zukunft.

7. Zwei lebendige Naturteiche: Wasseroasen fürs Mikroklima

Unsere beiden Teiche bieten Amphibien, Libellen und Wasservögeln wertvollen Lebensraum. Sie fangen Regenwasser auf und sichern an heißen Sommertagen ein angenehmes Mikroklima auf dem gesamten Gelände. In Regenarmen Zeiten fallen sie trocken. Das ist nicht schön, aber gehört zum Thema Klimawandel dazu.

Wer hier alles singt, fliegt und nistet

Wer mit offenen Augen und Ohren über unser Gelände streift (oder sich an unserer Rezeption eines unserer Leih-Ferngläser schnappt), kann hautnah miterleben, wie die Arten zurückgekehrt sind.
Im dichten Grün brüten heute seltene Singvögel wie der heimliche Gelbspötter und der Waldlaubsänger. Aus den Hecken tönt das fröhliche Lied der Goldammer. Mit Glück sieht man den Hermelin durchs Unterholz huschen und seltene Nachtfalter wie der Blutbär die Dunkelheit beleben. Hoch oben am Himmel ziehen majestätische Milane und Wiesenweihen ihre Kreise. Abends hört man die Waldkäuze rufen und manchmal den Flügelschlag, wenn die Eule sich durch die Lüfte schwingt.
Sogar an unseren historischen Gebäuden pulsiert das Leben: In den Ritzen des alten, weichen Klinkers haben fleißige Mauerbienen ihre Kinderstuben eingerichtet. Immer wieder eine Erinnerung die Fugen nicht zu schließen.
Ein paar Meter hinterm Haus sorgen fünf Völker Honigbienen von einem Imker mit dem wir kooperieren, für reichlich Leben und helfen bei der Bestäubung unserer Wiesen und Bäume. Direkt hinterm Haus teilen sich Fasane, Rehe, Damwild, Hasen und Kaninchen friedlich das Areal.

Lass Dich anstecken!

Wir pflanzen, kümmern uns und lassen laufen. Wir wollen mit unserem „Bazillus der Nachhaltigkeit“ ansteckend sein und zeigen, was mit ein bisschen Mut und Vertrauen in die Natur machbar ist.
Lust auf ein bisschen „Rinder-TV“, ein abendliches Froschkonzert oder entspannendes Vogelgezwitscher? Unsere Wildnis wartet darauf, von Dir entdeckt zu werden.
Und wenn Du beim nächsten Frühstück mehr über unsere Kreisläufe, unsere Wildpflanzen, die lebendigen Böden oder unsere Knick-Kooperation erfahren möchtest: Sprich uns einfach an, da gibt es viel zu schnacken!

 

Einfach so. Natürlich hier!

 

 

 

 

 

 

 

Insektenparadies

Über unsere Wildnis

Unsere Wildnis. Mein Rückzugsort. Mein Versteck.

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