Ein Reetdach ist ein Pflegedach.

Ein Reetdach ist ein Pflegedach.

Wieso man ein Reetdach pflegen muss?

Gedanken, die man sich bei einer gründlichen Sanierung, wie wir es in Angriff genommen haben nicht unbedingt sofort macht.

„Ein Reetdach ist ein Pflegedach“…raunte uns der Dachdecker zu.

Und so bedeutungsvoll er es gesagt hatte, so  habe ich es immer noch gut im Ohr. Heute weiß ich, was er meinte.

Es war 2003. Wir hatten unseren Angeliter Dreiseithof gerade gekauft und waren dabei ihn von Grund auf zu sanieren.

Das meiste in Eigenleistung.

Das Reetdach vom Haupthaus war schon ziemlich kaputt, als wir den Hof übernahmen. Auf dem Dachboden standen überall Eimer und alte Töpfe um das Regenwasser aufzufangen. Man konnte durchs Reet schauen.

So hatten wir das gekauft. Das war ja keine Überraschung für uns.

„Ein Holzgutachter müsste sich mal die Balken anschauen“, meinte der Statiker.

Was hatte das nun wieder zu bedeuten, dachte ich.

Okay, das Haus ist von 1859. Die Balken eben so alt. Vielleicht sogar noch älter. Früher hat man ja immer alte Baumaterialien wieder verwertet.

Bei Fachwerkhäusern sieht man das manchmal, weil Zahlen an den Balken stehen. Das bedeutet, dieses Haus hat schonmal woanders gestanden und man hat die Balken nummeriert um sie schneller wieder in der richtigen Reihenfolge wieder aufbauen zu können. Solche Balken haben wir in den Scheunen.

Bei uns gab es im sogenannten Haupthaus nur schöne Malereien an einigen Balken. Die Gefache- das sind die Zwischenräume zwischen den Balken- waren etwa 150cm auseinander.

Konstruktion

 

Viel zu breit für unsere Idee den Boden irgendwann mal auszubauen.

Der bestellte Holzgutachter kam und untersuchte die Balkenköpfe auf ihre Tragfähigkeit.

Dabei kam dann raus, dass einige Balken nicht gut und vielleicht durch einen Holzwurm beschädigt waren.

Das bedeutete, die mußten verstärkt werden.

Machen wir alle oder nur die, die nötig waren?

Leichtsinnigerweise sagte ich schnell: besser ist wohl „ alle“ , ohne zu wissen, dass das oben im Dach ja weiter geführt werden mußte.

Also bekamen alle Gefache einen zusätzlichen Balken dazwischen.

Um die Last durch das Gewicht nicht auf die Außenmauer zu bringen wurden diese Zwischenbalken an den alten Balken aufgehängt. Von unten sieht es aus wie ein Holzbrett. In Wirklichkeit ist es aber aber ein Balken. Damit die alten Balken das zusätzliche Gewicht dann auch halten, haben wir Spangen an die Balkenköpfe gebaut.

Wenn ich hier schreibe wir, dann meine ich auch wir. Auch unsere Kinder und die weitere Familie haben fleißig geholfen die viele Schrauben in die Balken zu drehen….und es waren viele.

Pro Balken 12 Schrauben und das mal 2 (je Dachseite) x 17 Balken. Juhu.

 

Gegen den Holzwurm haben wir übrigens auf Anraten eines alten Fachmanns alle Balken mit Leinölfirniss gepinselt

Soweit so gut.

Es ging weiter mit unserem Dach. Das alte Reet musste runter und auch die alte Lattung.

Das machten die Reetdachdecker. Wir übernahmen um Kosten zu sparen die weitere Entsorgung.

Was für eine Arbeit. Ich möchte das nicht nochmal machen.

Zu Anfang war es ja noch witzig im Container rumzuhopsen…

Nach dem 20. Container stoppte ich das.  Ich glaub jeder Container hatte uns 200+ gekostet. Wir haben damals nicht im Geld gebadet und tun es jetzt auch nicht. Also verbrachten wir das alte Reetdach auf einem Haufen und ließen es iverrotten und irgendwann vom Landwirt auf unserem Acker unterpflügen.

Neue Lattung mußte aufgebracht werden und auch die Gauben eingearbeitet.

 

Auch die Gauben waren ein Thema für sich. Herjeh, was man alles so beim Bau entscheiden muß.

Wir waren uns erst gar nicht klar, wie wir das Dach mal ausbauen wollten. Wie sollte die Belichtung durch Fenster sein? Wir haben eine Metallkonstruktion mit Doppelt Trägern im Dach eingebaut, mit der wir eine Gaube von einem zum anderen Ende bauen könnten.

Eingebaut haben wir aber kleine Gauben, die sich viel besser dem Denkmal und dem Auge anpassen.

Dann kam auf die neue Lattung das neue Reet.

Ganz bewusst hatten wir das unregelmäßige Reet aus Nordfriesland gewählt und nicht wie zu der Zeit modern feinhalmiges aus Ungarn. Ich glaub, das ist unser Glück, weils so besser abtrocknen kann.

Bund für Bund flog das Reet aufs Dach.

Meter für Meter arbeiteten sich die Dachdecker in Reihe hoch zum First.

 

Faszinierend anzuschauen für den, der das nicht machen muss.

Jedes Reetbündel wurde mit einem vorbereiteten Draht an den Latten angeschraubt. Frühre wurde das mit Hanf festgebunden, was heute sicher aus Kostengründen nicht mehr gemacht wird.

Immer wieder mußte das Reet mit einer Platte festgeklopft und in Form geklopft werden.

Ich glaube etwa drei Wochen hat das dann gedauert.

Schön sah es aus. Gerne schaue ich den Handwerkern bei diesen besonderen Arbeiten zu.

Fliegende Reetbündel, ein verlorenes Handy im Reet, Dachdecker, die bei Regen in der Gaube hockten um sich vor Regen zu schützen.

Schöne Erinnerungen überwiegen. Auch weil es so eine tolle Gemeinschaftsaktion war.

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Regen, der nicht abtrocknen kann wenns lange Zeit regnet, kann zum Problem werden.

Das Reet muß ständig durchpustet werden. Bei langen Regenphasen ist das schwierig.

Bäume, die Schatten schmeißen sind da auch nicht hilfreich. Uns war das bewusst, aber unserer Linde wollen wir nicht zu Laibe rücken.

Dann gibt es da noch Flechten, die nicht erwünscht sind und sich auf dem Dach ansiedeln…

Was also tun? Kupferwolle webten einige in ihre Dächer mit ein. Der Gedanke das irgendwann mal zu entsorgen war nicht gerade das, was wir für gut hielten.

So haben wir extra Kupferplatten unter dem First anbringen lassen. Man hat ja zwei Seiten Reet, die oben zusammenstoßen und sowieso irgendwie geschlossen werden müssen. Wir ließen also Kupferbleche börteln (biegen) und auf die Naht legen.

Da Stephan mit seinem Vater früher viel mit Metall Hallen gebaut hat, kennt er sich mit dem Material auch aus.

Unsere Theorie war/ist, dass der Regen an dem Kupfer längs läuft und verhindert, dass sich Moos bildet, unter dem das Reet dann vergammeln würde.

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Bald merkte ich, was mit dem Pflegedach gemeint war.

Vögel fanden es total praktisch sich für ihren Nestbau die Halme aus dem Reet zu zupfen.

Hier ein paar Halme, dort etwas mehr.

Beim nächsten Sturm griff der Wind rein und riß ein größeres Loch rein.

Auch Marder und co. finden so ein Reetdach ziemlich kuschelig.

So hat das Reetdach ein paar „Feinde“ die dafür sorgen, dass das Reetdach eine Pflegedach ist.

Ein etwas kleineres Problem sind die Hängehölzer.

Das sind die Eichenhölzer, die ganz oben auf dem First liegen um das Heidekraut, dass die Naht der beiden Reetseiten eigentlich verdeckt, beschwert. Die Hölzer sind eigentlich mit einem Draht wie an einer langen Schnur befestigt. Die trocknen aber irgendwann mal aus und fallen runter.

Übrigens gibt es diese Hängehölzer als besonderes Element nur in der Region Angeln und in Südengland soweit ich weiß.

Man muß sich als Besitzer schon drum kümmern.

Ein paar mal hatten wir seit 2004 wo unser Dach gedeckt wurde schon ausbessern lassen.

Nun waren es aber ein paar größere Aktionen.

Aber ganz neu mußte es nicht. Schließlich sagt man so ein Dach hält 40-50 Jahre.

Da spielt natürlich das Klima eine unbekannte Rolle, auf die wir wenig Einfluss haben. Aber alles, was wir tun können und das Dach so lange wie möglich nicht ganz neu decken zu lassen, wollen wir gerne tun.

Der Gedanke an 2004 und die ganze Arbeit ist einfach zu präsent. Immer noch. Das steckt uns in den Knochen sozusagen.

Also begann erstmal die Suche nach einem ReetDachdecker, der auch „Flick“ macht, wie man so schön sagt.

Jeder, der heutzutage Handwerker braucht, weiß, wie schwierig das sein kann. Und hier sind es Spezialisten, die es sowieso selten gibt. Und dann auch noch Flick.

Glück gehabt.

Knapp zwei Wochen waren die Reetdachdecker da und haben Löcher gestopft, Reet geklopft, kaputte Bretter ausgetauscht und alles wieder in Form gebracht.

 

Nun kann das Regenwasser wieder richtig am Ortgang runterrutschen und bei den Gauben wieder auf die Leckbretter unter den Fenstern tropfen.

Das Reetdach bildet jetzt auch wieder eine geschlossene Fläche, sodaß der Niederschlag schnell zu den Traufen geführt wird.

Sturmsicher, schneesicher und frostbeständig .

…und im Gegensatz zum Hartdach diffusionsoffen, atmungsaktiv und Luftfilternd.

Es gehört einfach hierher. Auf unseren Hof und in diese schöne Landschaft Angeln.

Schön sieht es wieder aus, unser Reetdach. Jeden Tag freu ich mich dran…und andere auch.

So lange, bis wieder Vögel Halme aus dem Dach ziehen, Marder versuchen ins Haus zu kommen oder uns ein Sturm erwischt.

Ein Reetdach ist eben ein Pflegedach. Lebendig und nachhaltig.

 

Reetdach

 

 

 

 

 

50 nachhaltige Ideen für Urlaub zwischen Kappeln und Flensburg

50 nachhaltige Ideen für Urlaub zwischen Kappeln und Flensburg

Die Schlei hatte ihren „Landarzt“. Die Flensburger Förde hat jetzt „Dr. Nice“.

Komm mit auf Entdeckungsreise zu meinen 50 nachhaltigen Ideen für Urlaub zwischen Kappeln und Flensburg.

Die Flensburger Förde, eingebettet zwischen Deutschland und Dänemark, bietet eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur und maritimem Flair. Seit 2024 bekannt als Drehort der ZDF-Serie Dr. Nice , lädt unsere Region zu vielfältigen und nachhaltigen Erlebnissen ein.

Hier kommen also meine

50 nachhaltige Ideen für Urlaub zwischen Flensburg und Kappeln– auf den Spuren von Dr. Nice


🎬 Auf den Spuren von Dr. Nice

Die ZDF-Serie Dr. Nice erzählt die Geschichte des Starchirurgen Dr. Moritz Neiss (gespielt von Patrick Kalupa), der nach einem Unfall an die Flensburger Förde zieht. Die Flensburger Förde ist nicht nur ein Paradies für Naturliebhaber mit wunderschönen Orten. Sie bietet auch die beste Kulisse für Foto und Filmaufnahmen. Viele Szenen wurden an realen Orten gedreht und man kann sie finden, wie auch die damals beim „Landarzt“.

  • Boutique Hotel Wassersleben: Diente als Kulisse für das fiktive „Hotel Ostseeschlösschen“, wo Dr. Nice wohnt.

  • Leuchtturm Falshöft– mein Lieblingsleuchtturm- hier geht Dr. Nice scheinbar immer hin, wenn er den Kopf frei haben möchte. Versteh ich gut.
  • Maasholm (Kirche)- war da nicht die Beerdigung?
  • Flensburger Förde: Die beeindruckende Küstenlandschaft bildet die Hauptkulisse der Serie. Kein Wunder, ist ja auch wunderschön hier.

  • Film Führung durch Glücksburg mit dem Schausieler Mathias Harrebye- Brandt https://www.gluecksburg-urlaub.de/aktivitaeten/stadtfuehrungen-gefuehrte-touren   

Drehstart der 4. Staffel: Seit April 2025 entstehen neue Folgen an der Flensburger Förde und in Berlin. Alle vorigen Folgen der Serie sind in der ZDF Mediathek https://www.zdf.de/serien/dr-nice-100 zu finden. Lohnt sich um den Ausgang zu verstehen.


🇩🇰 Dänische Perlen entlang der Förde

  • Ochseninseln (Okseøer): Diese kleinen Inseln gelten als die Perlen der Flensburger Förde und bieten eine Mischung aus Kultur- und Naturerbe.

  • Kollund https://weites.land/kollund/
  • Sønderborg: Die dänische Stadt begeistert mit viel Hygge und Sehenswürdigkeiten, die Besucher in ihren Bann ziehen.

  • Broager: die kleine Stadt kurz vor Sønderborg bietet einige Events rund ums Ziegel herstellen https://www.kultunaut.dk/perl/arrmore/type-nynaut/D?ArrNr=18664304
  • Ziegeleimuseum Cathrinesminde: Ein Industriedenkmal, das die Geschichte der Ziegelei zwischen 1732 und 1968 dokumentiert .Wikipedia


🌿 Nachhaltige Naturerlebnisse

  • Geltinger Birk: Ein Naturschutzgebiet mit Salzwiesen und Wildpferden, ideal für Wanderungen und Vogelbeobachtungen. Am Besten noch geführt für mehr Input.

  • Halbinsel Holnis: Bietet Steilküsten, Salzwiesen und den Leuchtturm Holnis für Naturliebhaber.

  • Fördesteig: Ein Wanderweg entlang der Förde mit atemberaubenden Ausblicken.

  • Mitsegeln auf der Flensburger Förde…auch ohne Vorkenntnisse und manchmal Hand gegen Koje.
  • Einfach mithelfen die Flendburger Förde zu schützen.   https://www.stiftung-meeresschutz.org/foerderung/ostsee/flensburger-foerde/

    🚲 Aktive Erholung

    …und natürlich die zahlreichen Wassersportmöglichkeiten , am Besten die geräuschlosen.


    🏰 Kulturelle Highlights

    Das Wahrzeichen der Geltinger Birk, die Mühle Charlotte

     

    Events vom Feinsten

    Davon gibt´s hier so viele…


    Märkte bunt wie das Leben


      🛍️ Lokale Produkte & Kulinarik

      • Rumstadt Flensburg: Besucht das Rum-Museum und probiert lokale Spezialitäten.

      • Migge’s Danish-Bakery: Genießt dänische Backkunst in Flensburg.

      • Flensburger Brauerei.  https://www.flens.de/erleben/brauereibesichtigung/
      • Hofladen Mangelsen   https://www.hofladen-mangelsen.de
      • Annies Kiosk mit den besten Polsern und Ausblick auf die Ochseninseln ist Kult.https://www.flensburger-foerde.de/kulinarik/annies-kiosk

      🐋 Naturphänomene

      • Im Jahr 2024 wurden in der Flensburger Förde überraschend zwei Buckelwale gesichtet, ein seltenes und beeindruckendes Ereignis. Auch Delphine verirren sich hierher.
      • Schweinswale gibts hier immer, aber selten zu sehen…oder man muß ganz viel Zeit (Urlaub) haben.https://schleswig-holstein.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/landesstellen/schweinswalschutz/19392.html
      • swart sol nennt man den gigantischen Zug der Stare im Frühjahr und Herbst. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne_(Vogelflug)
      • Habernisser Moor mit seiner Artesischen Quelle.   https://strand-und-steine.de/landschaft/ostseeraum/fl_foerde/habernis.htm
      • Landschaft nahe/unter dem  Meeresspiegel https://strand-und-steine.de/landschaft/ostseeraum/fl_foerde/

      🏖️ Strände & Erholung

      • Strand Langballigau: Ein idyllischer Ort zum Baden und Entspannen.

      • Strand von Falshöft, auch mit Hund. Immer wieder schön. Suche wegen dem Leuchtturm.
      • Solitüde: Ein Strand mit historischer Dampferbrücke und charmantem Flair.

      • Wanderung am Morgen auf der Geltinger Birk…und dann frühstücken bei uns im FAIRhaus. (Private Empfehlung mit besonderer Stimmung beim Wandern)
      • Netzausleger zum Pausieren. Reinlegen, Himmel anschauen. Fertig.

      Die gesamte Flensburger Förd entlang findet man immer wieder unberührte Naturstrände Für einen entspannten Strandtag.


      Fazit:

      Ob auf den Spuren von Dr. Nice oder bei nachhaltigen Aktivitäten – die Region zwischen Kappeln und Flensburg, inklusive der dänischen Seite der Flensburger Förde, bietet für jeden etwas.

      Ob als Wanderer, Radfahrer oder zum Genießen.

      Hier ticken die Uhren langsamer, alles klingt etwas dänisch und hygge ist überall spürbar.

      Ich denke bei den 50 Tipps für einen nachhaltigen Urlaub hier zwischen Flensburg und Kappeln ist bestimmt so das ein oder andere zum Ausprobieren dabei.

      Plane doch Deinen nächsten Urlaub einfach hier und entdecke die Vielfalt dieser einzigartigen Region! Beste Jahreszeit? Immer!

      Ich hätte da auch noch mehr Tipps, falls Du magst. Die könnten wir dann gleich beim Frühstück besprechen.

      Und wenn Du den Radius noch größer ziehen willst, dann habe ich da noch meine 65 Tipps für Urlaub zwischen Ostsee und Schlei. https://janbecks.de/65-ideen-fuer-urlaub-zwischen-ostsee-und-schlei/

      Aber zuerst empfehle ich Dir einen Vorgeschmack auf die Region in der Serie Dr. Nice zu holen.

      Am Besten der Reihe nach. Das kann etwas dauern, denn mittlerweile sind es schon 4 Staffeln.

      Schön kurzweilig. Mit Witz. Flotten Dialogen und natürlich schönen Bildern.

      Mal sehen, ob Du die Schauplätze erkennst.

      Wir wünschen uns noch viele, viele Staffeln… nicht nur, weil´s amüsant ist, sondern auch weil´s der Gegend gut tut und zeigt, wie schön es hier ist.

      Selber mal erkunden?

      Dann zack zum Telefon oder zum PC um es selber mal auszuprobieren. Wir hätten da bestimmt ein Quartier.

      Viel Spaß!

      Uta

       

       

      Urlaub an der Schlei: Meine besten Tipps für nachhaltige Ferien

      Urlaub an der Schlei: Meine besten Tipps für nachhaltige Ferien

       

      Urlaub an der Schlei: meine besten Tipps für nachhaltige Ferien

      Einfach Urlaub machen kann jeder. Einfach Urlaub an der Schlei kann auch jeder machen.

      Hast Du schon mal was von nachhaltigem Urlaub gehört?

      Oder suchst Du sogar schon nach einem umweltfreundlichen Urlaub?

      Der Weg ganz hoch in den Norden Schleswig Holsteins lohnt sich. Kurz vor Dänemark. Mittenmang  ist die Schlei.

      Wusstest Du, dass die Schlei Region seit 2018 nachhaltig zertifiziert ist und im Naturpark Schlei sich auch etwas tut?

      Der Naturpark Schlei ist mit seinem tief ins Land gehenden Meeresarm und der vielfältigen Natur einzigartig. Ein Qualitätsnaturpark, der gerade ein Netz aus Naturparkpartner unterschiedlicher Betriebe aufbaut. Aus Begeisterung für die schöne Landschaft gehören wir, mit Janbeck*s FAIRhaus, auch dazu.

      Natur ist das, was wir hier zu bieten haben. Wie im Bilderbuch: Jede Menge Wasser. Viel Gegend. Viel Himmel. Massig Platz.

      Das ist unser größter Schatz, den es zu erhalten gilt.  Beste Voraussetzungen für einen unvergesslichen Urlaub an der Schlei.

      Machst Du mit?

      1. Warum sich nachhaltiger Urlaub für jeden lohnt?

      „Urlaub lohnt sich immer und nachhaltiger Urlaub ganz besonders“, sag ich.

      „Herrjeh! Geh´ mir an Land mit nachhaltig!“, denkst Du vielleicht grade.

      Das kann ich verstehen.

      Das N- Wort an sich wird ja gerade inflationär genutzt, man kann es schon nicht mehr hören, oder? Für meinen Begriff verwendet man es auch für Dinge, die nicht im entferntesten nachhaltig sind. Und nein, ich schreibe jetzt hier nichts vom CO2 Ausstoß. Der wird sowieso immer mal anders ausgerechnet und ist nicht so einfach zu verstehen. Ich glaube jeder weiß um die Probleme. 

      Was aber Nachhaltigkeit wirklich bedeutet, ist ziemlich unbekannt.

      Die Idee der Nachhaltigkeit kommt ja eigentlich aus der Forstwirtschaft. Im Grunde besagt sie nichts anderes, als das man nur soviel nehmen soll, wie man unbedingt braucht.

      Dabei gilt es auf drei Säulen zu achten:

      Ökologisch gehts um:

            • die Erhaltung der Lebensräume
            •  die Unterstützung und Erhaltung von alten Sorten, Tiere und Pflanzen
            • Ressourcen schonen und Kreisläufe schaffen

      Ökonomisch bedeutet es:

            • kurze Wege für die Produkte, die man benutzt
            • dass das Geld in der Region bleibt und nicht ins Ausland geht
            • verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, denn auch das spart 

      Sozial bedeutet es:

            •  weniger Stress- und das bedeutet für alle Zufriedenheit
            • Arbeitsplätze vor Ort bleiben oder werden erst geschaffen 
            • von anderen Kulturen oder regionalen Besonderheiten lernen,  Miteinander fördern und pflegen 

      Dieser sogenannte sanfte Tourismus beleuchtet also alle diese drei Säulen und versucht ein Gleichgewicht zu schaffen.

      Mal ganz platt gesprochen:

            • je umweltfreundlicher ein Urlaub ist, umso  besser.
            • das ist dann aktiver Klimaschutz.
            • es ist gut für die Menschen vor Ort, für Dich, als Urlauber, für die Tiere und für die Natur vor Ort.
            • für alle, die nach uns kommen.
            • und für´s Klima sowieso. 

      Was du davon hast?

      Schau mal, das sind zum Beispiel Deine Vorteile: 

            • wetten, Du wirst mehr die Landschaft entdecken?
            • an Hotspots wird man Dich nicht finden, Du findest mehr Ruhe.
            • Du wirst mehr Kontakt zu den locals bekommen. 
            • dabei bewegst Du Dich einfach umweltfreundlicher. 
            • alles wird also viel intensiver.

      Na klar, Nachteile gibt es auch:

            • so eine nachhaltige Reise auszuarbeiten braucht etwas mehr Planung.
            • bestimmt fragst Du Dich auch, ob es das denn schon gibt. 
            • nachhaltigen Urlaub zu finden ist nicht so einfach, deswegen hier die Tipps.
            • und dann hast Du noch das Problem, herauszufinden, wer es ehrlich mit Dir meint. Stichwort Greenwashing. Auch das gibt es.
            • es kann sein, dass die Anreise etwas mehr Zeit braucht.

      Nachhaltig leben, ob im Urlaub oder im Alltag insgesamt bedeutet:

      Leben heute und nicht auf Kosten von Morgen oder anderen Generationen.

      2. Wie kannst du in Deutschland nachhaltig Urlaub machen?

      Das Reisen an sich hat eine so große Auswirkung auf uns, oder? Wer möchte es missen? Wir lassen uns verzaubern von wunderschönen Gegenden, besuchen interessante Orte, lernen neue Leute kennen und erweitern unseren Horizont.

      Alle Sinne stehen auf Empfang. So ist es nicht verwunderlich, wenn unsere schönsten Erinnerungen mit einem bestimmten Geruch einhergehen.

      Gelber Raps, angespülter Tang am Meer oder duftende Heckenrosen …na, geht das Kopfkino an?

      Dazu kommt dann noch der Erholungsfaktor, der ja schon durch den Tapetenwechsel eintritt. Man muss einfach mal raus, oder?

      Es muss dabei gar nicht ins Ausland gehen. Etwa 50 % aller Deutschen haben im Jahr 2021 entdeckt, dass Urlaub zu Hause im Land schön ist. Deutschland hat viel zu bieten und es ist sicher- in vielerlei Hinsicht.

      Vor allem kannst Du überall auch fluglos hin.

      Allein das ist schon nachhaltig.

      Heimat entdeckt man erst in der Fremde

      Siegfried Lenz

      Gerade Corona hat es gezeigt: die Menschen möchten raus aus ihren vier Wänden. Das kann jeder verstehen. Sonst fällt einem die Decke auf den Kopf.

      Hier an der Schlei sind die Anreisen auf das vierfache hochgeschnellt. Von 90.000 Anreisen in 2019 sind es 2020 in der Region Kappeln 400.000 gewesen. Einerseits ja schön. Und natürlich leben wir vom Tourismus.  Aber jede Medaille hat eben zwei Seiten.

      Damit es für alle eine schöne Zeit wird, mit erholsamer Ruhe, wenig befahrenen Straßen und einem hohen Erholungswert lohnt es sich mal drüber nachzudenken, ob es denn auch anders geht:

            • etwas geruhsamer vielleicht.
            • so in Slow Motion- oder Slow Travel.
            • etwas mehr Langsamzeit, wie wir hier an der Schlei sagen.

      Wünschen wir uns das nicht alle? Einfach die tickenden Uhren anhalten. Jede einzelne Minute genießen.

      Aufsaugen und tief durchatmen. Die gute Luft spüren. Das frisch gemähte Gras, oder den Duft der Rosen riechen.

      Sich freuen, wenn du von Fremden mit einem „Moin“ gegrüßt wirst. Einfach so, weil man das hier so macht.

      Spürst du die Langsamzeit? Hier geht´s unaufgeregt und gelassen zu.

      Hier kannst du Leben spüren und Zeit finden.

      Aber wie fängst Du damit an?

       Ganz einfach. Hier sind meine Tipps:

            • Verzichte auf Kurzreisen
            • Meide Flugreisen
            • Versuche ohne Auto zurechtzukommen
            • Meide Hotspots, auch die in der Natur
            • Such Dir ein nachhaltiges Quartier

      3. Was macht die Schlei als Urlaubsregion so einzigartig?

      Warum Du Deinen Urlaub ausgerechnet hier im Norden verbringen solltest? 

      Weil´s hier schön ist, wäre meine spontane Antwort, aber das ist zu einfach … ich versuche es Dir mal zu beschreiben:

      Zwei UNESCO-Welterbestätten gibt es an der Schlei: Haitabu und das Danewerk. Beeindruckend oder?

      • dänische Geschichte findet sich überall auch in den Ortsnamen. By am Ende bedeutet Dorf und Gard ist ein Hof. Achte mal drauf, du wirst, wenn du hier unterwegs bist, öfters auch dänisch hören.
      • die Schlei ist der einzige Fjord in Deutschland. Der 42 km lange unförmige Meeresarm zieht sich von der Ostsee bis ins Landesinnere nach Schleswig.
      • rund um die Schlei breitet sich  Naturpark Schlei weit in die Landschaft aus.
      • leicht hügelig ist die Landschaft, dünn besiedelt und landwirtschaftlich geprägt.
      • riesige Felder werden durch Knicks begrenzt und geschützt. Knicks sind hier typisch und ähnlich wie eine wilde Hecke.
      • es gibt zahllose Gutshöfe, schöne Alleen mit alten Bäumen und idyllische, alte Reetdörfer. Sie prägen das Landschaftsbild.
      • im Frühling und Sommer leuchten die Segel der Boote über das glitzernde Wasser. Zwischen weißen Wattewolken strahlt die Sonne. Im Herbst und Winter fegen die Stürme respekteinflößend über das Land.
      • der weite Blick ist unverbaut und die Wetterszenarien am Himmel imposant. Dunkle Regenwolken in der Ferne oder doppelte Regenbögen, die die Erde küssen.
      • Du kannst Wetter sehen und die vielfältige Natur spüren.
      • mächtige Adler, Tausende Heringe und neugierige Schweinswale bereichern die Tierwelt hier.

       

      Na, hört sich das für Dich schon gut an?



       Schlei mit Morgensonne und Steg. Das Wasser glitzert. Möwen warten.

       

      Hier kommt eine kleine Gedankenreise:

      Stell Dir vor, Du hast Dich morgens ganz früh aus dem Bett gerollt und sitzt irgendwo auf einer Bank an der Schlei.

      Dicker Nebel steigt über dem Wasser auf. Die Sonne bringt das Wasser zum Funkeln. Der Dunst lichtet sich. Später entdeckst Du Vogelschwärme, die dicht über der Wasseroberfläche fliegen. Riesige Möwen warten auf den Duckdalben einfach nur auf Futter. Kleine Fischerboote kommen vom Fischen wieder rein. Zeit vielleicht einen fangfrischen Fisch für´s Mittag zu ergattern.

      So ähnlich könntest Du einen schönen Tag im Urlaub an der Schlei starten. Wie wär`s?

      Wir sind dicht dran an deinem Glückswachstumsgebeit sozusagen. Und `ne Menge Platz  haben wir hier in Schleswig Holstein auch. Vielleicht ist das der Grund, warum hier  laut Studie mit die glücklichsten Deutschen wohnen sollen. Wir lieben und leben Gelassenheit und Ruhe.

      Mich als Städter hat das jedenfalls als Erstes vor 20 Jahren angesteckt und gefangen genommen.

      Übrigens ist die Schlei Region die erste nachhaltig zertifizierte Region im Norden.

      Viele Akteure hier haben sich auf einen Weg begeben, zusammen etwas für die Region und die Natur an der Schlei zu tun.

      Allein das ist schon ein Grund für mich, Dich dafür zu begeistern.

      Überhaupt reisen schon heute 33 % aller Befragten laut Statista unter nachhaltigen Gesichtspunkten.

      Mach doch auch mit.

      Hast Du auch genug von der Hetzerei im Alltag? Hast Du Lust, es mal anders zu machen? Dich vielleicht auf das UrlaubsAbenteuer der Langsamzeit einzulassen, um dann zu sagen: ich bin ganz bewusst hier!?

      Cool! Dann kommen hier für Deinen Start:

      4. Meine besten Tipps für Deine nachhaltige Anreise

      Was ist zuerst da? Das Quartier oder das Fortbewegungsmittel? Das eine bedingt das andere, oder?

      Vielleicht hast Du ja schon eines der vielen nachhaltigen Ziele für Deinen Urlaub an der Schlei gefunden.

      Wenn Du noch einen Tipp brauchst, versuch´s mal hier:

      • Campingplätze sind die wahrscheinlich nachhaltigsten Quartiere. Zumindest wenn man es auf das reine Zelten bezieht. Hier in der Gegend gibt es die Unterschiedlichsten. Vom Naturcamping bis zu super ausgestatteten Plätzen ist alles dabei. Ich mag´s eher natürlich. Von  meinen Gästen habe ich gehört, dass es hier nett ist.
      • Jugendherbergen haben heutzutage eher Hotelcharakter, aber immer verbunden mit dem familiären Miteinander. Eltern können hier auch mal in Ruhe durchatmen, weil die Angebote für Kinder unendlich vielfältig sind. Ein Vorteil ist auch, dass sie meist zentral liegen. Die  Jugendherberge in Kappeln, liegt zum Beispiel an der Schlei dicht am Städtchen dran.
      • Ferienwohnungen haben den Vorteil, dass Du schön autark bist. In der Regel hat man rundherum auch ne Menge Platz. Supergut für Selbstversorger geeignet. In unserer kleinen ökologischen Pension z.B. gibt es 6 Quartiere auch für Gäste mit Hund oder Rolli. Verbunden natürlich mit einer Menge zusätzlichem Service: angefangen vom Frühstück bis zum eigene Unverpackt Laden. Das findest Du alles auf unserer Homepage.
      • Hotels gibt es hier natürlich auch. Das FRITZ gefällt mir gut. Klein, fein, beschaulich. Service inklusive.  Oder wie wäre es mit Bed and Breakfast am Dom, mittenmang sozusagen? Das sieht heimelig aus.

      Für jeden ist also etwas dabei. Die Nachhaltigkeitspartner der OstseeFjordSchlei mit ihren Unterkünften findest Du hier.

      Viele Wege führen an die Schlei!

      Ich werfe hier mal ein paar Alternativen für Deine nachhaltige Reise an die Schlei in den Hut:

      • Die Bahn bietet für Frühbucher günstige Preise. Wer ganz tief aus dem Süden kommt, kann auch mal schauen, ob einer der Nachtzüge etwas für ihn ist. Sprich mit Deinem Vermieter, der  hat bestimmt noch einen guten Tipp, welchen Bahnhof man am besten ansteuern sollte. Ganz neu sind die Verbindungen, die es im SMILE 24 Projekt gibt.
      • Flixbusse fahren auch in den Norden. Schleswig wird angefahren. So bist Du schon direkt an der Schlei. Die Reisebusse  sind eine gute Reisemöglichkeit für alle, die es günstiger möchten. Im Bus gibt es dann auch noch freies Internet, falls Du noch was arbeiten musst, also ideal.
      • Per Rad nur mit wenig Gepäck reisen, vielleicht den Wikinger Friesen Weg oder den Ostseeküstenweg. Die beiden lassen sich auch gut verbinden. Aber VORSICHT: hier bei uns ist es nicht platt! An einigen Stellen gibt es Steigungen um die 17 %.
      • Car Sharing ist eine gute Möglichkeit für Menschen, die gar kein Auto haben. Hier gibt es eine Reihe von Anbietern, die auch günstige Tarife haben. Vielleicht bist Du ja auch schon in so einem Verbund. In Flensburg und Kappeln kannst du neuerdings so ein Auto übernehmen.
      • Mit dem Elektroauto- suchst Du Dir am besten ein Quartier mit Ladesäule, das seinen eigenen Strom produziert. Oder zumindest echten Ökostrom hat. Ich sprech da aus Erfahrung, weil wir nur elektrisch unterwegs sind. Auch ein Grund, warum wir unseren Gästen das natürlich anbieten. Verantwortungsvolles Laden nennen wir das.

      Extratipp: Gepäck vorschicken und nur das Nötigste- auch für einen möglicherweise verschwundenen Koffer- im Rucksack mit sich zu tragen.

      5. Das gehört unbedingt in Dein Urlaubsgepäck

      Egal zu welcher Jahreszeit: es lohnt, sich an den „Zwiebellook“ zu denken. So kannst Du genauso schnell, wie sich das Wetter ändert, flexibel reagieren.

      Viel braucht man nicht für einen nachhaltigen Urlaub an der Schlei.

      Einen Regenschirm würde ich an Deiner Stelle zu Hause lassen. Meist haben wir zu viel Wind. Eine regenfeste Jacke ist einfach praktischer, als den Schirm ewig einzufangen.

      Hier sind meine Tipps für Dinge, die Du unbedingt einpacken solltest:

          1. Deine Brotdose und Deine Trinkflasche, so hast Du immer Gefäße für Deine Brotzeiten
          2. Stoffbeutel oder Rucksack für Einkäufe oder unterwegs
          3. Ein Fernglas für Naturbeobachtungen nicht vergessen
          4. Mütze oder Cap gegen Wind und Sonne
          5. hilfreiche App´s runterladen: zum Vogelstimmenerkennen nehme ich die Naturblick
          6. Für Touren empfehle ich die App KOMOOT
          7. Für´s Wetter setze ich auf den Windfinder als App
          8. Im Veranstaltungskalender​ stöbern und vielleicht schon einen Termin buchen

      Und hier habe ich noch ein paar Tipps zum Einstimmen auf Deinen Urlaub an der Schlei:

          1. Bücher: „Stürme“ von Georg Asmussen für die Nebensaison
          2.                 Regional Krimis von Arnd Rüskamp
          3.                „Ankerplätze an der Schlei“ von Meerart
          4. Comics: „Werner“- jepp, der kommt von hier und spielt hier
          5.                „Asterix“ auf plattdeutsch zum schnacken lernen
          6. Videos: „Artenvielfalt im Naturpark Schlei auf YouTube
          7.                 „Die Schlei- Deutschlands größter Fjord“ Mare TV Classic
          8.                 „Schleswig Holsteins schönste Förde-die Schlei“- NDR Expedition ins Tierreich

      6. Fünf Dinge, die Du im Norden unbedingt vermeiden solltest

      Hier kommt eine kleine Zusammenstellung meiner Tipps, die ich über die Jahre gelernt habe besser nicht zu machen.

      Wie heißt es hier so schön: kann man machen- muß man nicht!

          • die Natur nicht respektieren, das Wetter schlägt hier sehr schnell um
          • nur mit dem Auto rumfahren, da verpasst man das Schönste
          • sich nicht genug Zeit nehmen
          • nicht grüßen! Hier grüßt jeder Jeden!
          • die Mittagszeit nicht beachten. Von 12-14 h machen die Einheimischen Siesta

      Extratipp: Moin (einfach Moin) bedeutet „guten Tag, guten Weg“. Das gilt den ganzen Tag und wird ohne „ guten“ oder sonst was davor gebraucht.

       

      Jetzt mal Butter bei die Fische:

      Hättest Du das gedacht?

      Nachhaltiger Urlaub an der Schlei ist eine kleine Entdeckungsreise … und mehr als nur Urlaub, oder?

      Ich hoffe, ich habe Dich motiviert, Dich mal auf diese besondere Reise einzulassen. Man muss ja auch nicht gleich alles machen.

      Manches machst Du vielleicht ja schon. Prima. Zusammen erreichen wir mehr.

      Schreib mir doch mal, was Du dazu denkst, was du ausprobiert hast oder wie Du es erlebt hast.

       

      Viele Grüße aus Janbeck*s FAIRhaus, dicht an der Schlei,

      Uta

      ACHJA: 

      Dieser Beitrag kann Werbung enthalten. Für mich sind das Tipps, die ich weiter gebe. Ich tue das aus Überzeugung ohne Auftrag oder Gegenleistung.

      Allein weil ich finde gute Sachen müssen weitererzählt werden!

      Wenn Du mehr Infos zum nachhaltigen Tourismus möchtest  schau mal hier gibt es mehr spannende Statistiken dazu.

      Apropos Daten

      Bitte schaut, wenn Ihr in ne WetterApp benutzt ganz genau hin! Wenn da steht 70% Regenwahrscheinlichkeit und in der nächsten Darstellung über den Tag 1mm Regen angekündigt wird, ist das kein Grund zu Hause zu bleiben. Lasst Euch davon nicht abschrecken.

      Der Strand ist immer geöffnet!

       

      Meine Wildnis, mein Rückzugsort, mein Versteck

      Meine Wildnis, mein Rückzugsort, mein Versteck

      Meine Wildnis, mein Rückzugort, mein Versteck

      …mein unübertroffener Lieblingsort ist meine Wildnis hinterm Haus. Wer mich mal sucht wird mich da finden…oder auch nicht- grins.

      Irgendwann war ich mal auf Gartentour in Südengland. Die Landschaftsgärten von Christopher Lloyd, der Kiesgarten von Beth Chatto und ein Kräutergarten, bei dem um alte Mauern ein kleines wildes Versteck führte, sind mir nicht aus dem Kopf gegangen.

       Als wir 2002 hier her kamen und die 40.000qm mit übernahmen machte ich dann mal einen Plan vom Gelände, wie ich mir das mal vorstellte…außerdem mußten wir als Käufer dem Amt für ländliche Räume darlegen was wir mit dem Gelände vor hatten. Man möchte verhindern, dass alles zugebaut wird. Ich habe also ein großes Blatt genommen und mal aufgemalt, wie ich mir das so vorstellte. In der Mitte Weidefläche und rundherum Wiesen, Tunnel aus Haselnüssen- in England Nuttery genannt, aus er man Ruten für Stützen und Absperrungen schneidet, und Rondeele mit Sitzplätzen in der Wiese. Alles so zusammengewürfelt wie ich es auf der Gartenreise gesehen hatte.

      Übersicht über das Gelände

       

      Und jetzt ist alles viel besser geworden, als ich mir das ausgemalt hatte.

      Meine Wildnis. Mein Rückzugsort. Mein Versteck. 

      Wahnsinn, was da seitdem wir 2010 beschlossen hatten die Fläche nicht mehr bewirtschaften zu lassen, entstanden ist. Wir hatten wegen der ganzen Baumaßnahmen gar keine Zeit uns zu kümmern und fanden es auch spannend, was wohl passiert.

      Erst kam die Kamille, dann die Disteln. Grad so, wie es die Natur gut findet. Hier ein paar Birken, da einige Erlen und ganz viel Brombeergestrüp. Keinen einzigen Baum oder Busch haben wir gepflanzt. Es regelt sich alles von alleine. Wenn die Brombeeren kein Licht mehr bekommen verschwinden sie wieder und suchen sich einen anderen Platz.

      Es blüht und wächst, wie es will.

      Es darf sich aussäen was will. Sogar das ungeliebte Jakobskreuzkraut. Wobei wir das ordentlich im Auge behalten. Aber auch hier beobachten wir fasziniert, wie die Natur das regelt: Im Juni flattern abends die wunderschönen, knatschroten Schmetterlinge umher. Blutbären genannt. 

      Blutrot und bärenstark? Vielleicht.

      Ein roter Schmetterling

       

      Der Blutbär fliegt die gelben Blüten des Jakobskreuzkrautes an und legt dort seine Eier ab. Irgendwann kommen dann die Signalorangen Raupen. Wegen der schwarzen Streifen auch Janoschraupen genannt. Massen von Raupen sind mittlerweile bei uns zu beobachten, die die ungeliebten Pflanzen kaputt fressen. Irgendwann sind die Raupen wieder weg. Verschwinden in der Erde um im nächsten Jahr als kleiner roter Schmetterling wieder aufzutauchen. Dann beginnt alles von vorn, bis das Jakobskreuzkraut erledigt ist.

      Kleine Raupen des Blutbären fressen das Jakobskreuzkraut

      Ich wander zwar das ganze Jahr durch meine Wildnis. Immer wenn ich etwas Ruhe und Abstand brauche. Es trifft mal mehr mal weniger zu, dass meine Wildnis mein Rückzugsort und auch mein Versteck ist.

      Richtig anfangen tut meine Erkundungstour aber immer im Frühjahr, sobald die Erde auftaut und alles zu sprießen beginnt. Dann laufe ich begeistert durch das Gestrüpp und versuche alles bildlich festzuhalten, was sich aus dem Winterschlaf traut.

      Knospen, Blüten und erste Blüten.

      Huflattich

       

      Ich höre die Vögel, für die die Wildnis das reinste Paradies ist.

      Eine Insel in der landwirtschaftlich geprägten Umgebung, wo die Knicks keinen wirklichen Schutz mehr bieten, so zurechtgestutzt sind sie.

      Eine Oase, in der sich Mensch und Tier gut verstecken kann.

      Ein Reh traut sich nahe ans Haus

       

       Sogar die Robustrinder, Galloways, die bei uns von April bis Oktober zu Gast sind. Manchmal sind sie kaum zu finden. Kein Wunder, bei dem Tunnel und Gängesystem das sie angelegt haben. Die Rinder sollen die Wildnis in Schach halten und das tun sie auch. Sie nagen hier etwas Rinde, drücken da einen Baum weg und sorgen an anderer Stelle für eine neue Lichtung. Jedes Jahr wird es schöner. Das verzweigte Labyrinth und Wegesystem wird durch jede neue Gruppe Rinder erweitert.

      Herrlich sich hier zu verlieren. Immer Neues gibt es zu entdecken. Immer neue Pflanzen und Tiere zu fotografieren. Ständig gibt es etwas zu ernten. Von Blüten des Löwenzahn, den frischen Birkenblättern bis zu den Brombeeren. Und was wir nicht ernten, ernten die Tiere.

      Zwei Drittel für den Mensch, ein Drittel für die Natur. So hab ich es gelernt.

      Alles ist alleine gekommen:

      • die Rehe und das Dammwild
      • wilde Blumen
      • Insekten und Schmetterlinge
      • Bäume und Sträucher
      • die Frösche im Teich oder im hohen Gras
      • Kiebitze, die man nur an ihrem Ruf erkennt und die sich sonst versteckt halten.

      Was ich nicht so toll finde, dass der zweite Teich eigentlich fast nie Wasser hat, weil die Teiche einfach trocken fallen dürfen, das finden die Kiebitze toll. Sie haben genau den Lebensraum, den sie brauchen: eine feuchte Wiese.

      Der zweite Teich ist eher ein Feuchtbiotop

       

      Ich wünschte mir hier ein Versteck oder einen Hochsitz, auf dem ich noch mehr beobachten könnte.

      Manchmal könnte ich stundenlang am Teich sitzen und schauen wer vorbei kommt. Die hübschen Libellen am Teich. Schillernd, unruhig flatternd, dicht über dem Wasser. Ganz kleine und die großen, die fast aussehen, wie kleine Hubschrauber. Oder die Schwalben, die die vielen Insekten direkt über der Wasseroberfläche fangen. Mit faszinierender Geschwindigkeit sind die unterwegs.

      Pause am Teich um Schwalben zu beobachten

       

      Wenn die Frösche dann im Sommer so richtig aktiv sind, kann man sie schon hören wenn man sich dem Teich nähert. Zwei Minuten zuhören und jeder hat etwas zu lachen.

      Jetzt im Herbst ist es ruhiger geworden. Die Rinder sind wieder weg und ich kann meine Wildnis nach und nach besser erkunden. Kahler werdende Büsche geben den Blick frei, zeigen neue Ecken und verwunschene Wege. 

      Jetzt wo die Fläche wieder frei ist kommen sie auch wieder: die Fasane, die Rehe, das Dammwild. Sonst sind sie zwar auch mal da, aber jetzt kommen sie im Rudel.

      Ein ganzes Rudel Dammwild

       

      Und wenn es wieder knackig kalt wird, der Teich zugefroren ist und alles mit Eiskristallen glitzert, dann haben die Tiere hier einen immer noch reich gedeckten Tisch mit Samen und letzten Beeren. 

      Teich im Winter

       

      Ein schöner Rückzugsort. Zu jeder Jahreszeit. Für mich, für uns und auch für unsere Hausgäste.

      Die, die die Natur hier wertschätzen fühlen sich hier willkommen. Herrlich sie beim Ernten der Beeren für das Frühstücksmüsli zu beobachten. Ihnen zu begegnen, wenn sie an einem lauen Sommerabend mit leeren Weingläsern von der Bank am Teich kommen. Oder wenn Erwachsene sich wie in ihrere Kindheit wieder auf Schnitzeljagd durch unsere Wildnis gehen.

      Das ist es dann, was dann wirklich ein gutes Gefühl macht wenn wir sagen wir arbeiten hier klimapositiv. Nur mit Bäume pflanzen als Ausgleich ist es für uns nicht getan….

      Ich geh dann mal wieder in meine Wildnis Natur erleben und genießen.

      Viele Grüße aus meiner Wildnis, meinem Rückzugsort, meinem Versteck.

      Uta

      Öffnen oder nicht?

      Öffnen oder nicht?

      Außengastronomie öffnen? Oder nicht? Warum wir unser Café vorerst noch geschlossen lassen.

      Du meine Güte….da wartet man die ganze Zeit sehnsüchtig, endlich wieder öffnen zu dürfen und dann das….wobei der Inzidenzwert in unserem Landkreis schon lange unter 50 ist.

      Man fragt sich, warum ist man eigentlich geschlossen.

      Seit nunmehr über 200 Tagen dürfen wir keine Gastgeber sein. Geschlossen um reisen und Kontakte der Gäste zu verhindern. Prophylaktisch, denn niemand hat bisher nachgewiesen, dass aus unserer Branche ein erhöhtes Infektionsrisiko abzuleiten ist.

      Wie dem auch sei…jetzt sollen wir plötzlich die Aussengastronomie öffnen dürfen.

      Bescheid gab´s am 08.04. über die Touristiker, Medien etc.

      Offiziell gerade eben, heute am 11.04.2021. Öffnen dürfen wir theoretisch am 12.04.2021.

      Ein Verfahren, was wir seit einem Jahr so kennen.

      Mal nur so nebenbei: heute regnet und windet es den ganzen Tag bei einer Außentemperatur um die 5 Grad.

      Genau das richtige Wetter für einen Kaffee draußen- Ironie off.

      Ich glaube von dem, was in Betrieben alles organisiert werden muß, damit man einen Gastronomiebetrieb wieder hochfahren kann, hat da wohl kaum jemand Ahnung.

      Die Bestellungen für die Lebensmittel hätte die ich schon am 08.04. abgeben müssen.

      Auch die Maschinen im Café mögen so lange Standzeiten nicht. Mal sehen welche dann uns technisch im Stich läßt…..das wird noch spannend.

      Egal: Ich wäre ja nicht ich, wenn ich auch in dem Fall einen anderen Weg gehe.

      Ich lasse das Café noch geschlossen

      Ich sehe diese Öffnung der Außengastronomie eher kritisch.

      Wir leben von Touristen und sind auf dem platten Land. Nicht an einer Promenade.

      Erst wenn viele Touristen und unsere Gäste da sind machen wir auch so Umsatz, dass es sich lohnt einzukaufen, verschiedenen Kuchen zu backen etc.

      So produzieren wir nur unnötig Kosten, bestellen Lebensmittel, die wir nachher dann wegschmeißen und holen Personal am Wochenende dazu…das passt wahrlich nicht zu unserer Firmenphilosophie. Und nachhaltig ist das schon mal gar nicht.

      Wir haben genug zu tun, auch so. Ändern gerade so einiges…

      Abläufe, Technik, Ausstattung…

      Also…wir warten einfach mal ab, was passiert und freuen uns auf bessere Zeiten.

      Viele Grüße,

      Uta