Warum wir kein Biohotel sondern ein Klimahotel sind?

Warum wir kein Biohotel sondern ein Klimahotel sind?

    Warum wir kein Biohotel sondern ein KlimaHotel sind?

    So häufig werde ich das gefragt.

    Das hat sich mit der Zeit entwickelt.

    Es passt eben zu uns und unserem FAIRhaus.

    Ne, im Ernst:

    • Wir sind Wildnisschaffer, Heckenretter und Klimaschützer. 
    • Wir glauben, dass wir es noch schaffen können die Klimakurve zu bekommen. Auch wenn es sehr schwer werden wird und eine riesige Aufgabe vor uns allen liegt. 
    • Wir wollen eine enkeltaugliche Zukunft für unsere und für andere Enkel.

    Nie hätte ich gedacht, so etwas zu schreiben.

    Als wir vor mehr als 20 Jahren alles hier ins Leben gerufen haben, war erstmal nur der Gedanke an Ressourcen sparen. Blockheizkraftwerke, zwei Wasserkreisläufe, die vollbiologische Kläranlage….  Geld zu sparen, ist dabei ein schöner Nebeneffekt. Ein gutes Gefühl macht es sowieso.

    Dann kam 2006 die Pension dazu und alles wurde immer nachhaltiger.

    Regionale Produkte, die Wege wurden und werden immer kürzer. Die Auswahl auf dem Frühstückstisch und unser Service immer experimentierfreudiger, aber immer aus Schleswig Holstein.

    Und jetzt Biohotel?

    Das habe ich tatsächlich auch überlegt, weil es mich immer genervt hat mit den „normalen“ Ferienunterkünften verglichen zu werden.

    Bei uns ist es eben anders: wir „verkaufen“ auch eine Philosophie dahinter.

    Also doch Biohotel?

    Zwei mal hatte ich mich in größeren Abständen damit auseinandergesetzt. Lange- und wer mich kennt, weiß was das heißt- habe ich überlegt. Ich habe viele tolle BioHotels und deren Betreiber kennengelernt. Mir fehlte damals (2009) aber sehr der Energieaspekt…das mag sich in der Zwischenzeit geändert haben.

    Außerdem ist es mit erheblichen Kosten verbunden, die ich mir mit meinem kleinen Betrieb so nicht leisten kann und will. Zudem kommt noch, dass mich die Biolizenz, die man logischer Weise dazu noch zusätzlich braucht, mit meinem Ansatz zu sehr einschränkt.

    Wir leben nunmal auf dem platten Land. Bei einem Radius von 20 Kilometer um unseren Betrieb ist bestimmt die Hälfte Wasser. Biobetriebe gibt es wenige in der Nähe.

    Gerade das möchte ich aber beibehalten:

    • Mit Produzenten aus der Nähe zusammen arbeiten
    • Produzenten, die ich kenne.
    • Produzenten, die ihre Produkte kennen.
    • Wo ich deren Geschichten am Tisch dann dem Gast erzählen kann.

    Jetzt gibt es für mich sowieso dorthin keinen Weg aus Gründen…erzähle ich gerne mal in einem persönlichen Gespräch.

    Dann wurde der Name von Janbeck*s Café-Pension und mehr in Janbeck*s FAIRhaus geändert.

    Gut so, denn das war schon mal die Grundlage um unsere Philosophie nach draußen zu tragen.

    Die Definition „unserers fairs“ haben wir dann später gefunden:

    fröhlich & fair, ambitioniert & anders, inspirierend & interessiert, regional & ressourcenschonend.

    Mit dem ersten Elektroauto 2014 kam auch das Statement nach draußen. Je öfters wir auf den Touren mit der WAVE durch die DACH Region in Schulen und auf Marktplätzen mit Menschen diskutiert hatten,über neue Technologien abseits von fossilen Energien, je öfters wir in Interviews Stellung beziehen mussten, umso klarer wurden wir in unseren Gedanken.

    Wer dann, wie wir, in Genf bei der UNO 2016 für den C02 Preis und die Einhaltung des 1,5 Grad Zieles demonstriert hat, ist wohl als kleiner Umweltaktivist einzuordnen, oder? Auf jeden Fall bleibt das unvergessen.

    Den offiziellen Film dazu von unserer Reise mit 23.000 Klimaversprechen von Kindern der ganzen Welt im Gepäck gibt es hier.

    Mit der Wavetrophy 2016 in Genf

    …wir sind schon etwas „verrückt“ oder sagen wir anders.

    Mittlerweile werden wir auch mal als anstrengend bezeichnet oder für unsere Konsequenz gelobt.

    Na, ja. Ich nehme das beides mal als Kompliment, denn wenn wir raus aus unserer bequemen Komfortzone möchten, müssen wir was ändern. Oft braucht es da jemanden, der uns motiviert oder auch nervt.

    Die Rede von Severn Cullis Szuzuki vor der UNO 1998 in Paris ist mir einfach zu sehr in meinem  Kopf geblieben.

    Ja, wie können wir allen ernstes unseren Enkeln eine Zukunft versprechen in der sie auch noch so unbeschwert leben können wie wir früher? Heile Welt? Auf Bäume klettern? Schmetterlinge beobachten? Wir wissen doch schon lange, dass es anders werden wird. Ganz anders.

    Ich muss schon von meinen Urenkeln sprechen, denn unsere Enkel sind schon bald so groß…aber auch hier und heute bemerke ich die Sorgen. Es geht schon ans Herz, wenn meine 9jährige Enkeltochter reingestürmt kommt und aufgeregt fragt, ob das stimmt, dass in ihrem Shampoo Mikroplastik drin ist. Oder wenn sie erschrocken ist wegen der an Plastik verendeten Schweinswale am Strand. Nicht so einfach dann als Oma aufzuklären, Hilfswege anzubieten und gleichzeitig nicht zu demotivieren. Sie hat doch noch ihr ganzes Leben vor sich.

    Also los: 

    • schau auf das Produkt, was Du kaufen willst
    • Lass es stehen,  wenn da PEG + ne Nummer dahinter steht.
    • nicht kaufen oder benutzen.

    Das bekommen auch schon Kinder hin.

    Was es mit dem PEG auf sich hat? Das sind künstliche Hilfsmittel und ganz platt gesprochen Mikroplastik. Es sind Füllstoffe, die Haare geschmeidiger oder sonst was machen sollen damit es sich gut anfühlt. Mir kommt es eher wie ne Art Zwei Komponenten Kleber daher, weil es sich mit der Waschlauge zum Beispiel verklebt und hässliche Flecken in der Wäsche verursacht. 

    Ganz ehrlich ich finde es einen Skandal, dass so was, gerade in Kinderprodukten – erlaubt wird.

    Wie das mit dem PEG genau ist habe ich schonmal in einem Blogbeitrag geschrieben.

    Sei Teil der Lösung- nicht Teil des Problems hatten wir auf der WAVE gelernt.

    Stück für Stück immer nachhaltiger zu werden und zu leben. Immer zu überlegen wie man es für unsere ( und andere) Enkel besser machen kann.

    Was liegt dann also viel näher für eine kleine Bed and Breakfast Pension als ein KlimaHotel zu werden?

    Zugegeben erstmal kam ich selber nicht auf die Idee. Die Messlatte liegt hoch.

    • Viabono zertifiziert
    • C02 Fußabdruck
    • jährliche Rezertifizierung
    • Ökostrom
    • Lademöglichkeit für Elektroautos
    • Charta der Vielfalt
    • Bienenstöcke am Haus…

    Die Regularien geben sich die KlimaHotels übrigens selber und versuchen bei der jährlichen Tagung immer noch besser zu werden.

    Ausschlaggebend für mich war dann letztendlich eine nachhaltige Tagung in 2018 in Lübeck.

    Unvergessen wegen der tollen Organisation. Unvergessen aber auch wegen dem Schneesturm, der alles ganz schön durcheinander gebracht hatte.

    Meine Vorbilder waren da:

    Barbara Kenner von Kenners Landlust, Ben Förtsch vom Creativhotel Luise….

    …was für eine tolle, bereichernde Veranstaltung. Netzwerken pur.

    Ben war es dann, der mich ermuntert hat doch beizutreten und ein KlimaHotel zu werden.

    Echt jetzt? Ich mit meinem kleinen Betrieb bei den Großen? Bei den 4 Sterne superior Häusern?

    Was mir damals noch so suspekt war, ist der große Unterschied zu vielen anderen Kooperationen.

    • Klein und fein und schon mehr als 10 Jahre in Aktion. 
    • Wenn auch nicht so präsent wie andere. 
    • Und was kaum einer weiß: die KlimaHotels sind angesiedelt bei Viabono.

      Viabono ist ein Verein, 2001 initiiert vom Bundesumweltministerium, dem Umweltamt und zahlreicher touristischer Verbände um nachhaltigen Tourismus zu fördern. Auch das ist ein Unterschied zu allen anderen Kooperationen.

    • Außerdem ist es die erste klimapositive Hotelkooperation….und das seit 2013.

     

    Ist wie es ist! Und ich sag immer: es kommt, wie es soll!

    Passt auch viel besser zu uns: KlimaHotel und eben mehr als nur neutral. 

    Wir sind eben klimapositiv! Wie alle 10 KlimaHotels.

    So, nun wäre auch das mal geklärt. Und wer mich kennt, oder erlebt hat, weiß jetzt auch, warum ich manchmal etwas energisch zum Thema Klimawandel werde. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Gar keine! Da braucht es Leute, die unbequem sind, um die anderen aus der Komfortzone zu holen.

    „Von nüscht kommt eben nüscht“ wie meine Großmutter immer sagte.

    Oder neudeutsch:

    Zukunft braucht kein Zögern

    Meldet Euch, wenn Ihr nicht weiter kommt, oder nicht wisst, wo Ihr anfangen sollt. Ich kann Euch auch in Workshops etwas unterstützen.

    Viele Grüße

    Uta

    Und hier noch ein lesenserter Beitrag aus der GEO:

    https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/20913-rtkl-severn-cullis-suzuki-das-maedchen-das-27-jahre-vor-greta-den

           

           

          65 Ideen für Urlaub zwischen Ostsee und Schlei

          65 Ideen für Urlaub zwischen Ostsee und Schlei

          65 Ideen für Urlaub zwischen  Ostsee und Schlei

          Von ´ner Zugezogenen, die für Nachhaltigkeit und die Region brennt…von mir. Ganz klar, unsere Region ist schön und mir fallen eine Menge Tipps ein, die man machen kann. 65 Ideen wie Du besondere Ferien hier im Norden machen kannst, habe ich hier mal zusammengestellt.

          Inhaltsverzeichnis

          • 5 Ideen für klimafreundliche Quartiere
          • Umweltfreundliche Fortbewegung vor Ort
          • Regional einkaufen geht so
          • Typische Früchte der Region
          • Umweltbewußt sein am Strand gehört dazu!
          • Umweltbewußt im Quartier geht so
          • Fünf Besondere Ausflugstipps
          • Grüne Feste- können wir!
          • Ungewöhnlich Sportevents
          • Meine heimischen Geniessertipps
          • Besonderheiten in der Tierwelt
          • Unvergessliche Erlebnisse-wetten?
          • Schöne Mitbringsel- für zu Hause oder nette Menschen

          Fangen wir mal am Anfang Deiner klimafreundlichen Reise an:

          Klimafreundliche Quartiere gibt es- echt!

          • Campingplätze sind die wahrscheinlich nachhaltigsten Quartiere. Zumindest wenn man es auf das reine zelten bezieht. Hier in der Gegend gibt es die unterschiedlichsten. Vom Naturcamping bis zu super ausgestatteten Plätzen ist alles dabei. Ich mag´s eher natürlich. Von  meinen Gästen habe ich gehört, dass es hier nett ist.
          • Jugendherbergen haben heutzutage eher Hotelcharakter aber immer verbunden mit dem familiären Miteinander. Eltern können hier auch mal in Ruhe durchatmen, weil die Angebote für Kinder unendlich vielfältig sind. Ein Vorteil ist auch, dass sie meist zentral liegen. Die Jugendherberge in Kappeln liegt zum Beispiel an der Schlei, dicht an Kappeln.
          • Ferienwohnungen haben den Vorteil, dass Du schön autark bist. In der Regeln hat man rundherum auch ne Menge Platz. Super gut für Selbstversorger geeignet wie bei uns.
          • Hotels gibt es hier natürlich auch. Das Fritz gefällt mir gut. Klein, fein, beschaulich. Service inklusive.  Oder wie wäre es mit Bed and Breakfast am Dom, mittenmang sozusagen? Das sieht doch heimelig aus, oder?

          Für jeden ist also etwas dabei. Die Nachhaltigkeitspartner mit ihren Unterkünften der Region findest Du hier

          Extratipp: Achte auf Zertifikate wie zum Beispiel Viabono . Das ist die älteste nachhaltige Auszeichnung, die man in Deutschland als Gastgeber bekommen kann. Initiiert ist sie von der Bundesregierung, dem Umweltbundesamt und vielen anderen Institutionen.

          Bank an der Strasse zum mitfahren

          Umweltfreundliche Fortbewegung vor Ort

          • Busse gibt es hier, aber wie überall auf dem Land mit eingeschränkten Taktungen. Meist fahren sie alle Stunde. Allerdings dann auch, so wie bei uns nachmittags nur alle zwei Stunden. Schau bitte genau auf den Fahrplan.
          • Radfahren ist die wohl beliebteste Art sich an der Schlei fortzubewegen. Radwege gibt es reichlich und extra Touren, sogenannte Schleichwege, im Hinterland. Hier darf man die kleinen landwirtschaftlichen Straßen als Radfahrer nutzen und die Landschaft pur genießen. Ich kann da keine Tour empfehlen, weil ich selber immer auf´s blaue losfahre und mich inspirieren lasse. Für alle, die ein Fahrrad leihen wollen gibt es hier Adressen.
          • zu Fuß spazieren oder wandern ist der neue Trend. Für Slow Travel genau richtig. Schritt für Schritt in seinem eigenen Rhythmus. Wer weiß ob man die Schnecken oder Käfer, die den Weg kreuzen sonst erlebt hätte.
          • Mitfahrerbank, schon mal gehört? An einigen Stellen in Dörfern z. B. gibt es Bänke, die als Mitfahrerbank ausgewiesen sind. Das bedeutet: nette Menschen teilen ihr Auto mit anderen und nehmen sie bis zum nächsten Punkt mit. So ne Art Hilfe zur Selbsthilfe weil der Bus nicht fährt.
          • Car Sharing, da ist es wieder und wie schon oben beschrieben kannst Du Dir einfach eins an bestimmten Stellen mieten. 

          Extratipp: Ein elektrisches kleines Leihauto haben wir für unsere Gäste direkt am Haus, vielleicht haben das andere Vermieter ja auch.

           

          Regional einkaufen geht so:

          • Direktverkaufs- Wagen stehen hier immer mal auf den Parkplätzen. Mal ein Fischverkäufer, Bäcker oder Gemüseverkaufswagen, die die örtliche Versorgung unterstützen.
          • Wochenmärkte haben wir vielfältige. Dort findet man ein gutes buntes Angebot von regionalen Anbietern. Mal sind sie vormittags, mal nachmittags. Allen gemeinsam ist das Erlebnis einkaufen und etwas ausprobieren. Ich geh immer Mittwochs nach Kappeln (8-12h). Dort hole ich schnell Aufschnitt von Schlachter Petersen oder wenn sonst etwas nötig ist.
          • Hofläden zu entdecken und die Produzenten vielleicht noch selber kennen zu lernen, das ist wohl das schönste Einkaufserlebnis. Wer da auf Schlemmertour gehen möchte schaut mal bei Gutes vom Hof  vorbei.
          • Biomärkte mit Vollsortiment findet man in Kappeln, Süderbrarup und Schleswig.
          • Straßenverkauf, das ist hier eine Besonderheit: kleine Stände oder Regiomaten bieten ein eingeschränktes aber nicht zu unterschätzendes Angebot. Manche auch zu „Unzeiten“

          Extratipp: In manchen Supermärkten oder auf den Wochenmärkten kann man sein eigenes Gefäß mitbringen…oder man kauft als Hausgast beim Vermieter, wie bei uns im Lose Laden

          Regionale Produkte im Automat

           

          Typische Früchte der Region

          • Rhabarber– Ab etwa Ende April kaufe ich den Rhabarber immer von Hof Großholz . Verarbeitet wird er dann zu Kompott, Saft, auf Kuchen etc.
          • Erdbeeren– Hier gibt es einige große Erdbeerfelder zum Selber pflücken. Und was dabei am Spaß macht sind die Erdbeeren direkt auf dem Feld zu naschen. Von der Hand in den Mund. Ich liebe die Erdbeeren von Alke Thiesen.
          • Rosen– wunderschön blüht und duftete es aus den Knicks so im Mai und Juni. Wilde Rosen gehören dann dazu. Die Blütenblätter verarbeiten wir zu einem Aufstrich und über die Hagebutten freuen sich die Vögel im Herbst.
          • Holunder- der wächst hier ganz typisch überall. Frische Blüten nutzen wir für einen Sirupansatz. Aus den Beeren, die leider in den letzten Jahren schnell noch am Strauch eingetrocknet sind, kochen wir einen Fliederbeersaft.  
          • Mirabellen– noch eine Knickpflanze, die man hier direkt am Wegesrand ernten kann.
          • Kreten– etwas ganz besonderes und so eine Art Haferpflaume.

          Extratipp: Du kannst sie selber sammeln, beim Straßenverkauf ergattern oder im Restaurant mal ausprobieren.

           

          Umweltbewusstsein – am Strand- gehört einfach dazu!

          • Müll, den wir selber mitgebracht haben wieder mit zu nehmen, ist für dich bestimmt eine Selbstverständlichkeit. 
          • Luftballons solltest du besser nicht an den Strand mitnehmen. So hübsch sie aussehen. Zerplatzen sie, hinterlassen sie unter Umständen Reste, an denen die Vögel und andere Tiere verenden können.
          • Zigaretten Liebhaber finden an vielen Stränden solche Strandaschenbecher. Eine echt gute Idee für alle, die grade keinen zur Hand haben. So schützt du Kinder, Tiere und die Umwelt. Danke.
          • Plastik am Strand ist immer wieder zu finden. Hier ein Bändchen, dort ein Deckel. Leider ist schon viel in die Schlei gelangt. Bitte hilf mit den Strand sauber zu halten.
          • Sonnencreme ohne Mikroplastik, was für ein Thema. Ich möchte Dir Deinen Urlaub nicht vermiesen, aber bitte schau mal auf Deinen Sonnenschutz, was da so alles drin ist und Dir und der Umwelt vielleicht nicht gut tut.

          Extratipp: Müll sammeln als Challenge mit mehreren. Wußtest Du, dass wir ein Riesen Plastik Problem an der Schlei haben?

          Umweltbewusst im Quartier- das geht so:

          • Unverpackt einkaufen geht auf den Wochenmärkten zum Beispiel prima. 
          • Müll sortieren, so, wie Du es zu Hause tun würdest. Frag nur mal bei Deinem Vermieter nach, wie es hier in der Region gehandhabt wird. Da gibt es ja doch regionale Unterschiede.
          • keine Kurzreise– ja, leider. Im Zimmer geht es noch, aber der Aufwand eine große Ferienwohnung für zwei Nächte herzurichten ist enorm und nicht so wirklich nachhaltig.
          • auf Gepflogenheiten achten und zum Beispiel Hunde Kotbeutel im Restmüll zu entsorgen, nicht in die Natur schmeißen. Oder Akkus der E-Bikes nicht einfach auf dem Zimmer zu laden ( da macht die Versicherung Ärger). Einfach mal beim Vermieter nachfragen, wie er es gerne hätte ist bestimmt eine gute Idee.
          • Gemeinsamkeit suchen– es macht doch mehr Spaß den Grill für mehrere anzuschmeißen, zusammen zu kochen oder Unternehmungen zusammen zu gestalten – vielleicht ergeben sich ja die schönsten Urlaubserlebnisse oder gar Freundschaften.

          Extratipp: Frag mal deinen Vermieter- der hat bestimmt so richtige Insider Tipps auf Lager

           

          Fünf besondere Ausflugstipps

          • UNESCO Welterbe Haitabun, Danewerk,Wattenmeer- alle hoch im Norden und so schnell zu erreichen. Wusstest Du das? Besonders die Führungen bringen Interessantes zu Tage über die Wikinger, die Meeresbewohner oder verschwundene Städte
          • Thingplätze  auch wenn sie, wie im Bild, nachgestellt sind haben etwas mythisches. Das sieht doch aus wie in Schottland, oder? Ich finde den Gerichtsplatz in Gulde einfach spannend.
          • Eine Fahrt auf der  Schlei, am Besten noch in einem der Schiffe mit Dachterrasse. Von hier kannst du weit über die Landschaft schauen. Was grad nicht so gut geht: Wer einen Törn Richtung Schleswig macht, hat dort etwas Zeit sich den Holm anzuschauen. Dienstags und Freitags geht es mit der Stadt Kappeln  vormittags ab Kappeln nach Schleswig. Achtung: Da gibt es wegen einer Brückenbaustelle gerade Probleme…gut sich bei der Reederei zu informieren.
          • Im Schloss Gottorf gibt es nicht nur tolle Ausstellungen sondern auch vieles über die Geschichte Schleswig Holsteins zu erfahren. Es ist unser Landesmuseum Zu einer der Moorleichen habe ich noch eine besondere Geschichte.
          • Führungen durch Naturschutzgebiete gibt es viele. Sowohl Naturschutzgebiete wie auch unterschiedliche Führungen. Zu den Wildpferden, für Vogelkundler, in die Moore oder Kräuterwanderungen.

          Extratipp: Schnitzeljagden quer durchs Hinterland mit kleinen Aufgaben machen Spaß.

          Steinsetzung in der Landschaft Angeln

           

           

          Grüne Feste- können wir!

          • Der Gottorfer Landmarkt ist ein Bio Landmarkt, der immer im Mai am Gottorfer Schloss stattfindet. Von Biokäse, Tieren und Pflanzen gibt es ein buntes Programm und viel zu entdecken. Er findet am 15.05.2022 von 10-18h statt.
          • Offene Gärten sind  eine tolle Möglichkeit für Gartenliebhaber mal in private Gärten rein zuschauen gibt es am 18. und 19.Juni 2022. Noch gibt es keine Liste der teilnehmenden Gärten. Ich hoffe sehr, dass mein Lieblingsgarten wieder dabei ist. Mehr Infos gibt es hier.
          • NORDEN (Bild) ein buntes Fest, dass sich seit ein paar Jahren auf den Schlei Wiesen in Schleswig etabliert hat. Von Ende August bis September wird hier an drei Wochenenden Kleinkunst, Musik, Vorträge und alles Mögliche mit einem nachhaltigen Hintergrund gefeiert. Ich kann’s nur empfehlen und bin sooft es geht dort.Tagsüber wird ein tolles Programm für die Kinder gemacht. Ich liebe es am Abend auf dem Steg dann den skandinavischen Klängen der Bands zuzuhören und dabei den Blick über die Schlei schweifen zu lassen.
          • Das Greescreenfestival ist ein großartiges Festival der Naturfilmer und findet immer im September in Eckernförde statt. Karten dafür sind allerdings schwer zu ergattern. Es findet vom 07.-11.09.2022 statt. Das Programm gibt es hier.
          • Süderschmedeby– , liegt im Norden Deutschlands dicht an der A7. Eigentlich gehört es nicht hierher, weil zu weit weg von der Schlei. Aber so schön, dass ich es trotzdem aufliste. Insidern ist der internationale  Kunsthandwerkermarkt am Pfingstwochenende ein Begriff und der Besuch für mich ein Muß. In diesem Jahr findet er vom 04.-06.06.2022 statt.

          Extratipp: einfach den Urlaub an der Schlei mit einem der Feste verbinden

           

           Ungewöhnliche Sport Events

          • Lauf zwischen den Meeren– von der Nordsee an die Ostsee, von Husum nach Damp. 96 Kilometer, 10 Streckenabschnitte, 5-10 Teilnehmer pro Staffel. Am 22.05.22 geht’s los. Jeder ab JG. 2009 kann mitmachen. 
          • Entenregatta in Kappeln- welche Quietsche Ente gewinnt wohl das Rennen auf der Schlei?
          • Rumregatta– am letzten Wochenende im Mai findet die Regatta statt. Erinnert werden soll an die Geschichte des Rums in Flensburg. Gewonnen hat das Schiff, das als letztes ins Ziel kommt.
          • Apfelfahrt– hier werden ab Glücksburg oder Kollund traditionell Äpfel verschifft.
          • Ostseeman– der Triathlon im Norden rund um Glücksburg: 3,8 km in der Ostsee schwimmen+ 180km Radfahren+ 42,1 km laufen. Puh, nix für mich. Aber sehr beliebt, bei allen die es lieben sich mit den Naturgewalten zu messen. Gestartet wird in Glücksburg am 07. August 2022. Eine kürzere Distanz gibt es übrigens auch.

          Extratipp: Tour de France 2022! tatsächlich werden Teile der Tour im Norden gefahren. Am 01.07.2022 geht es in Kopenhagen los.

           

          Meine fünf heimischen Geniessertipps

          • Gut Oehe– Um die Ecke von der Schlei und Maasholm einfach weiter laufen. und mit einem Strandspaziergang an der Ostsee verbinden. Lust auf Kuchen oder etwas Deftiges? Das läßt sich auf Gut Oehe prima verbinden. Ein wunderschöner Hundestrand ist übrigens auch in der Nähe.
          • Odins– in Busdorf bei Schleswig, mit Anlegestelle an der Schlei, da liegt das Odins. Ein Wikingergasthaus mit Hofladen. Man sitzt rustikal auf Eichenbänken, kann zuschauen, wie in der offenen Küche gewerkelt wird oder dem knisternden Ofen zuhören. Tatsächlich machen sie im Odins fast alles selber. Die Brötchen und das Brot kommen aus dem Steinbackofen, die Wurst wird selber gemacht und geräuchert…hier ist essen ein feinheimischer Genuss und natürlich kommt alles aus der Region.
          • Schlei Liesel– noch ein gemütliches Restaurant mit herzlichen Gastgebern. Regional mit einer Spur französischer Küche. Empfehlenswert.
          • Spechts Speisewirtschaft– bietet dann so richtig maritimes Flair. Im Bootshafen gelegen…na, was es da wohl gibt? Richtig Fisch! Anderes natürlich auch.
          • Die Angeliter Kaffeetafel gehört zu den traditionellen Events hier. Das Richtige für Kuchenliebhaber. Aber Vorsicht, es gibt 7 harte und 7 weiche Kuchen…

          Extratipp: das Naturgenussfestival findet von Mai bis September statt und bietet eine Reihe von Möglichkeiten sich kulinarisch mit der Region auseinander zu setzen.

          Besonderheiten in unserer Tierwelt

          • Angeliter Rind– wenn man denkt die braunen Rinder gehören doch nach Bayern, dann liegt man falsch. Es handelt sich bei den Angeliter Rindern um eine besondere Rasse, die es hier in der Gegend zwischen Schlei und Flensburger Förde, der Region Angeln, noch gibt. Sie stehen auch auf der Liste der aussterbenden Rassen
          • Schleswiger Kaltblüter– wow, was für mächtige Pferde. Früher wurden die goldgelben Arbeitspferde vor große Wagen gespannt und zur Arbeit auf dem Feld eingesetzt. Heute sieht man sie noch bei Rückearbeiten im Wald. Auch sie sind vom Aussterben bedroht
          • Angeler Sattelschweine- gehören hier einfach dazu. Es sind ziemlich große Schweine, die vorne und hinten schwarz sind. Dazwischen haben sie einen hellen Streifen, oder Sattel. Daher der Name. Da das Fleisch dieser traditionellen Rasse ziemlich viel Speck hat wurde es in den letzten Jahrzehnten nicht gerne gekauft. Dadurch landeten die Angeler Sattelschweine auf der Liste der gefährdeten Arten. Seit ein paar Jahren besinnt man sich aber wieder auf deren Nutzen und findet sie auf den Speisekarten der einschlägigen Restaurants. 
          • Seeadler– gibt es hier im Naturpark Schlei seit ein paar Jahren wieder
          • Schweinswale– ziehen sich gerne in die Schlei

            Extratipp: Im Tierpark Arche Warder kann man alten Rassen noch sehen, falls Du sie hier nicht zu Gesicht bekommen hast. Der Nutztierpark liegt dicht an der A7, sodass sich das mit An oder Abreise gut verbinden läßt.

            Für Seeadler und Schweinswale frag an der Intergrierten Station in Falshöft.

             

             

            Unvergessliche Erlebnisse- wetten?

            • Whale watching– ja tatsächlich! Die Gegend ist sowas wie die Kinderstube der Schweinswale. Das sind die kleinsten Wale. Sie sehen so ähnlich aus wie rundlige Delphine. Auf einer geführten Tour erfährst Du was es mit ihnen auf sich hat und wie wir sie schützen können. Die Touren organisiert der Nabu und gehen ab Flensburg los. Mehr Infos gibt es hier 
            • Mitsegeln– na, wie wäre es? mal auf einem der Segelschiffe Mitsegeln und etwas mit anpacken? Das geht ab Kappeln. Da ich davon keine Ahnung habe mußt du selber mal schauen und dir ein Bild machen. Zu Kappeln gehört auf jeden Fall die PippiLotta, da würde ich gerne mal an Bord gehen.
            • Eselwanderungen– wie wäre es mit einem (vierbeinigen) Esel spazieren zu gehen? Ich liebe Esel und stell mir das toll vor. Sich auf das Tier am Ende der Leine einstellen. Eine neue Erfahrung. 
            • Erfahrene Helfer für das Treiben der Wildpferde auf der Geltinger Birk werden immer mal wieder gesucht. Einmal im Jahr werden die Pferde zusammengetrieben um sie zu untersuchen und überzählige Tiere abzugeben. Auf dieser Seite gibt es mehr Infos.
            • Morgensonne am Wasser erleben- laß Dich doch mal einfangen von der bezaubernden Stimmung zum Tagesanfang, wenn Nebel über dem Wasser aufsteigen und alles so eine besondere Ruhe hat.

            Extratipp: Swart Sol – schwarze Sonne- der Vogelzug der Stare. Ein tolles Spektakel. Im Frühjahr und Herbst zu beobachten. Bei den Dänen ein richtiges Event, aber hier auch anzuschauen.

             

            Schöne Mitbringsel- für zu Hause oder nette Menschen

            • Töpferei Stock in Kappeln bietet besondere Keramik, vom Meer inspiriert. Ich finde die Becher aus dem Ton unserer Küste besonders schön und verschenke sie gerne. Die gibt es aber nicht immer. Bei Deborah Stock und ihrem Team kann man übrigens auch Töpferkurse  belegen.
            • Maike von Blomst hat einen kleinen Blumenladen in Falshöft. Da du bestimmt auf die Geltinger Birk gehst, wirst du dir wahrscheinlich auch den kleinen Fischerort anschauen. Mittwochs-Freitags gibt es auch schöne Dekoartikel. Auch nachhaltige wie zum Beispiel die dänischen Übertöpfe aus Papier. Fragt einfach mal. Das Sortiment wechselt ständig.Tolle, selbstgemachte Kränze, die Fahrt nach Hause überleben gibt´s auch.
            • KAWERK– bedeutet Kappelner Werkstätten. Der kleine Laden in Kappeln hat es in sich. Immer wieder gibt es eine kleine Überraschung. Kleine Holzkisten für Werkzeug haben wir von dort gekauft. Von der Wolle ihrer Schafen haben sie neuerdings flauschige Wolldecken gewebt.
            • Apfel Secco von Joachim Henes sortenrein oder aus verschiedenen Apfelsorten. Das ist auch ein schönes Mitbringsel. Seine Apfelplantage liegt dicht an der Schlei. Natürlich gibt es dort auch Apfelsaft und andere Leckereien. In Schleswig hat er die Genusswerke aufgebaut.
            • Geschenke zum Verzehr sind doch sowieso immer gut. Verbraucht sich und ist kein Rumsteher.

             

             

            Das waren meine 65 Tipps für nachhaltigen Urlaub zwischen Ostsee und Schlei.

            Klimafreundlicher Urlaub ist ganz schön vielfältig, oder?

            Ich hoffe, ich habe Dir Lust gemacht unsere schöne Region mal ganz anders zu entdecken.

            Schreib mit doch mal, was Du dazu denkst, was du ausprobiert hast oder wie Du es erlebt hast.

            Übrigens enthält dieser Beitrag natürlich Werbung. Allerdings weiß keiner, der hier erwähnten davon. Ich habe auch keinen gefragt und hoffe, dass das okay ist. Ich bin einfach überzeugt, dass das gute Tipps sind und teile sie gerne.

            In der Hoffnung, dass unsere schöne Region lange so schön bleibt. Denn nur was man kennt, kann man schätzen, oder wie war das?

            Viele Grüße aus Janbeck*s FAIRhaus

            Uta

            Dieser Beitrag ist übrigens lebendig und soll noch weiter wachsen. Da wo Foto steht kommt noch eins rein.

            Wer noch einen echt nachhaltigen Tipp hat meldet sich gerne bei mir per mail. Ich schau dann mal, was passt.

             

             

             

                 

                 

                 

                Urlaub an der Schlei: Meine besten Tipps für nachhaltige Ferien

                Urlaub an der Schlei: Meine besten Tipps für nachhaltige Ferien

                 

                Urlaub an der Schlei: meine besten Tipps für nachhaltige Ferien

                Einfach Urlaub an der Schlei machen kann jeder, aber hast Du schon mal was von nachhaltigem Urlaub gehört?

                Oder suchst Du sogar schon nach einem umweltfreundlichen Urlaub?

                Der Weg ganz hoch in den Norden Schleswig Holsteins lohnt sich. Mittenmang  ist die Schlei.

                Wusstest Du, dass die Schlei Region seit 2018 nachhaltig zertifiziert ist und im Naturpark Schlei sich auch etwas tut?

                Natur ist das, was wir hier zu bieten haben. Wie im Bilderbuch: Jede Menge Wasser. Viel Gegend. Massig Platz.

                Das ist unser größter Schatz, den es zu erhalten gilt.  Beste Voraussetzungen für einen unvergesslichen Urlaub an der Schlei.

                Machst Du mit?

                 

                1. Warum sich nachhaltiger Urlaub für jeden lohnt?

                „Urlaub lohnt sich immer und nachhaltiger Urlaub ganz besonders“, sag ich.

                „Herrjeh! Geh´ mir an Land mit nachhaltig!“, denkst Du vielleicht grade.

                Das kann ich verstehen.

                Das N- Wort an sich wird ja gerade inflationär genutzt, man kann es schon nicht mehr hören, oder? Für meinen Begriff verwendet man es auch für Dinge, die nicht im entferntesten nachhaltig sind. Und nein, ich schreibe jetzt hier nichts vom CO2 Ausstoß. Der wird sowieso immer mal anders ausgerechnet und ist nicht so einfach zu verstehen. Ich glaube jeder weiß um die Probleme. 

                Was aber Nachhaltigkeit wirklich bedeutet, ist ziemlich unbekannt.

                Die Idee der Nachhaltigkeit kommt ja eigentlich aus der Forstwirtschaft. Im Grunde besagt sie nichts anderes, als das man nur soviel nehmen soll, wie man unbedingt braucht.

                Dabei gilt es auf drei Säulen zu achten:

                Ökologisch gehts um:

                      • die Erhaltung der Lebensräume
                      •  die Unterstützung und Erhaltung von alten Sorten, Tiere und Pflanzen
                      • Ressourcen schonen und Kreisläufe schaffen

                Ökonomisch bedeutet es:

                      • kurze Wege für die Produkte, die man benutzt
                      • dass das Geld in der Region bleibt und nicht ins Ausland geht
                      • verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, denn auch das spart 

                Sozial bedeutet es:

                      •  weniger Stress- und das bedeutet für alle Zufriedenheit
                      • Arbeitsplätze vor Ort bleiben oder werden erst geschaffen 
                      • von anderen Kulturen oder regionalen Besonderheiten lernen,  Miteinander fördern und pflegen 

                Dieser sogenannte sanfte Tourismus beleuchtet also alle diese drei Säulen und versucht ein Gleichgewicht zu schaffen.

                Mal ganz platt gesprochen:

                      • je umweltfreundlicher ein Urlaub ist, umso  besser.
                      • das ist dann aktiver Klimaschutz.
                      • es ist gut für die Menschen vor Ort, für Dich, als Urlauber, für die Tiere und für die Natur vor Ort.
                      • für alle, die nach uns kommen.
                      • und für´s Klima sowieso. 

                Was du davon hast?

                Schau mal, das sind zum Beispiel Deine Vorteile: 

                      • wetten, Du wirst mehr die Landschaft entdecken?
                      • an Hotspots wird man Dich nicht finden, Du findest mehr Ruhe.
                      • Du wirst mehr Kontakt zu den locals bekommen. 
                      • dabei bewegst Du Dich einfach umweltfreundlicher. 
                      • alles wird also viel intensiver.

                Na klar, Nachteile gibt es auch:

                      • so eine nachhaltige Reise auszuarbeiten braucht etwas mehr Planung.
                      • bestimmt fragst Du Dich auch, ob es das denn schon gibt. 
                      • nachhaltigen Urlaub zu finden ist nicht so einfach, deswegen hier die Tipps.
                      • und dann hast Du noch das Problem, herauszufinden, wer es ehrlich mit Dir meint. Stichwort Greenwashing. Auch das gibt es.
                      • es kann sein, dass die Anreise etwas mehr Zeit braucht.

                Nachhaltig leben, ob im Urlaub oder im Alltag insgesamt bedeutet:

                Leben heute und nicht auf Kosten von Morgen oder anderen Generationen.

                2. Wie kannst du in Deutschland nachhaltig Urlaub machen?

                Das Reisen an sich hat eine so große Auswirkung auf uns, oder? Wer möchte es missen? Wir lassen uns verzaubern von wunderschönen Gegenden, besuchen interessante Orte, lernen neue Leute kennen und erweitern unseren Horizont. Alle Sinne stehen auf Empfang. So ist es nicht verwunderlich, wenn unsere schönsten Erinnerungen mit einem bestimmten Geruch einhergehen.

                Gelber Raps, angespülter Tang am Meer oder duftende Heckenrosen …na, geht das Kopfkino an?

                Dazu kommt dann noch der Erholungsfaktor, der ja schon durch den Tapetenwechsel eintritt. Man muss einfach mal raus, oder?

                Es muss dabei gar nicht ins Ausland gehen. Etwa 50 % aller Deutschen haben im Jahr 2021 entdeckt, dass Urlaub zu Hause im Land schön ist. Deutschland hat viel zu bieten und es ist sicher- in vielerlei Hinsicht.

                Vor allem kannst Du überall auch fluglos hin.

                Allein das ist schon nachhaltig.

                Heimat entdeckt man erst in der Fremde

                Siegfried Lenz

                Gerade Corona hat es gezeigt: die Menschen möchten raus aus ihren vier Wänden. Das kann jeder verstehen. Sonst fällt einem die Decke auf den Kopf.

                Hier an der Schlei sind die Anreisen auf das vierfache hochgeschnellt. Von 90.000 Anreisen in 2019 sind es 2020 in der Region Kappeln 400.000 gewesen. Einerseits ja schön. Und natürlich leben wir vom Tourismus.  Aber jede Medaille hat eben zwei Seiten.

                Damit es für alle eine schöne Zeit wird, mit erholsamer Ruhe, wenig befahrenen Straßen und einem hohen Erholungswert lohnt es sich mal drüber nachzudenken, ob es denn auch anders geht:

                      • etwas geruhsamer vielleicht.
                      • so in Slow Motion- oder Slow Travel.
                      • etwas mehr Langsamzeit, wie wir hier an der Schlei sagen.

                Wünschen wir uns das nicht alle? Einfach die tickenden Uhren anhalten. Jede einzelne Minute genießen.

                Aufsaugen und tief durchatmen. Leben spüren. Zeit finden.

                Aber wie fängst Du damit an?

                 Ganz einfach. Hier sind meine Tipps:

                      • Verzichte auf Kurzreisen
                      • Meide Flugreisen
                      • Versuche ohne Auto zurechtzukommen
                      • Meide Hotspots, auch die in der Natur
                      • Such Dir ein nachhaltiges Quartier

                3. Was macht die Schlei als Urlaubsregion so einzigartig?

                Warum Du Deinen Urlaub ausgerechnet hier im Norden verbringen solltest? 

                Weil´s hier schön ist, wäre meine spontane Antwort, aber das ist zu einfach … ich versuche es Dir mal zu beschreiben:

                Zwei UNESCO-Welterbestätten gibt es an der Schlei: Haitabu und das Danewerk. Beeindruckend oder?

                • dänische Geschichte findet sich überall auch in den Ortsnamen. By am Ende bedeutet Dorf und Gard ist ein Hof. Achte mal drauf, du wirst, wenn du hier unterwegs bist, öfters auch dänisch hören.
                • die Schlei ist der einzige Fjord in Deutschland. Der 42 km lange unförmige Meeresarm zieht sich von der Ostsee bis ins Landesinnere nach Schleswig.
                • leicht hügelig ist die Landschaft, dünn besiedelt und landwirtschaftlich geprägt.
                • riesige Felder werden durch Knicks begrenzt und geschützt. Knicks sind hier typisch und ähnlich wie eine wilde Hecke.
                • es gibt zahllose Gutshöfe, schöne Alleen mit alten Bäumen und idyllische, alte Reetdörfer. Sie prägen das Landschaftsbild.
                • im Frühling und Sommer leuchten die Segel der Boote über das glitzernde Wasser. Zwischen weißen Wattewolken strahlt die Sonne. Im Herbst und Winter fegen die Stürme respekteinflößend über das Land.
                • der weite Blick ist unverbaut und die Wetterszenarien am Himmel imposant. Dunkle Regenwolken in der Ferne oder doppelte Regenbögen, die die Erde küssen.
                • Du kannst Wetter sehen und die vielfältige Natur spüren.
                • mächtige Adler, Tausende Heringe und neugierige Schweinswale bereichern die Tierwelt hier.

                Na, hört sich das für Dich schon gut an?

                Schlei mit Morgensonne und Steg. Das Wasser glitzert. Möwen warten.

                 

                Stell Dir vor, Du hast Dich morgens ganz früh aus dem Bett gerollt und sitzt irgendwo auf einer Bank an der Schlei.

                Dicker Nebel steigt über dem Wasser auf. Die Sonne bringt das Wasser zum Funkeln. Der Dunst lichtet sich. Später entdeckst Du Vogelschwärme, die dicht über der Wasseroberfläche fliegen. Riesige Möwen warten auf den Duckdalben einfach nur auf Futter. Kleine Fischerboote kommen vom Fischen wieder rein. Zeit vielleicht einen fangfrischen Fisch für´s Mittag zu ergattern.

                So ähnlich könntest Du einen schönen Tag im Urlaub an der Schlei starten. Wie wär`s?

                Wir sind dicht dran sozusagen. Und `ne Menge Platz  haben wir hier in Schleswig Holstein auch. Vielleicht ist das der Grund, warum hier  laut Studie mit die glücklichsten Deutschen wohnen sollen. Wir lieben und leben Gelassenheit und Ruhe.

                Mich als Städter hat das jedenfalls als Erstes vor 20 Jahren angesteckt und gefangen genommen.

                Übrigens ist die Schlei Region die erste nachhaltig zertifizierte Region im Norden.

                Viele Akteure hier haben sich auf einen Weg begeben, zusammen etwas für die Region und die Natur an der Schlei zu tun.

                Allein das ist schon ein Grund für mich, Dich dafür zu begeistern.

                Überhaupt reisen schon heute 33 % aller Befragten laut Statista unter nachhaltigen Gesichtspunkten.

                Mach doch auch mit.

                Hast Du auch genug von der Hetzerei im Alltag? Hast Du Lust, es mal anders zu machen? Dich vielleicht auf das UrlaubsAbenteuer der Langsamzeit einzulassen, um dann zu sagen: ich bin ganz bewusst hier!?

                Cool! Dann kommen hier für Deinen Start:

                4. Meine besten Tipps für Deine nachhaltige Anreise

                Was ist zuerst da? Das Quartier oder das Fortbewegungsmittel? Das eine bedingt das andere, oder?

                Vielleicht hast Du ja schon eines der vielen nachhaltigen Ziele für Deinen Urlaub an der Schlei gefunden.

                Wenn Du noch einen Tipp brauchst, versuch´s mal hier:

                • Campingplätze sind die wahrscheinlich nachhaltigsten Quartiere. Zumindest wenn man es auf das reine Zelten bezieht. Hier in der Gegend gibt es die Unterschiedlichsten. Vom Naturcamping bis zu super ausgestatteten Plätzen ist alles dabei. Ich mag´s eher natürlich. Von  meinen Gästen habe ich gehört, dass es hier nett ist.
                • Jugendherbergen haben heutzutage eher Hotelcharakter, aber immer verbunden mit dem familiären Miteinander. Eltern können hier auch mal in Ruhe durchatmen, weil die Angebote für Kinder unendlich vielfältig sind. Ein Vorteil ist auch, dass sie meist zentral liegen. Die  Jugendherberge in Kappeln, liegt zum Beispiel an der Schlei dicht am Städtchen dran.
                • Ferienwohnungen haben den Vorteil, dass Du schön autark bist. In der Regel hat man rundherum auch ne Menge Platz. Supergut für Selbstversorger geeignet. In unserer kleinen ökologischen Pension z.B. gibt es 6 Quartiere auch für Gäste mit Hund oder Rolli.
                • Hotels gibt es hier natürlich auch. Das Fritz gefällt mir gut. Klein, fein, beschaulich. Service inklusive.  Oder wie wäre es mit Bed and Breakfast am Dom, mittenmang sozusagen? Das sieht doch heimelig aus, oder?

                Für jeden ist also etwas dabei. Die Nachhaltigkeitspartner der OstseeFjordSchlei mit ihren Unterkünften findest Du hier.

                Viele Wege führen an die Schlei!

                Ich werfe hier mal ein paar Alternativen für Deine nachhaltige Reise an die Schlei in den Hut:

                • Die Bahn bietet für Frühbucher günstige Preise. Wer ganz tief aus dem Süden kommt, kann auch mal schauen, ob einer der Nachtzüge etwas für ihn ist. Sprich mit Deinem Vermieter, der  hat bestimmt noch einen guten Tipp, welchen Bahnhof man am besten ansteuern sollte.
                • Flixbusse fahren auch in den Norden. Schleswig wird angefahren. So bist Du schon direkt an der Schlei. Die Reisebusse  sind eine gute Reisemöglichkeit für alle, die es günstiger möchten. Im Bus gibt es dann auch noch freies Internet, falls Du noch was arbeiten musst, also ideal.
                • Per Rad nur mit wenig Gepäck reisen, vielleicht den Wikinger Friesen Weg oder den Ostseeküstenweg. Die beiden lassen sich auch gut verbinden. Aber VORSICHT: hier bei uns ist es nicht platt! An einigen Stellen gibt es Steigungen um die 17 %.
                • Car Sharing ist eine gute Möglichkeit für Menschen, die gar kein Auto haben. Hier gibt es eine Reihe von Anbietern, die auch günstige Tarife haben. Vielleicht bist Du ja auch schon in so einem Verbund. In Flensburg und Kappeln kannst du neuerdings so ein Auto übernehmen.
                • Mit dem Elektroauto- suchst Du Dir am besten ein Quartier mit Ladesäule, das seinen eigenen Strom produziert. Oder zumindest echten Ökostrom hat. Ich sprech da aus Erfahrung, weil wir nur elektrisch unterwegs sind.

                Extratipp: Gepäck vorschicken und nur das Nötigste- auch für einen möglicherweise verschwundenen Koffer- im Rucksack mit sich zu tragen.

                5. Das gehört unbedingt in Dein Urlaubsgepäck

                Egal zu welcher Jahreszeit: es lohnt, sich an den „Zwiebellook“ zu denken. So kannst Du genauso schnell, wie sich das Wetter ändert, flexibel reagieren.

                Viel braucht man nicht für einen nachhaltigen Urlaub an der Schlei. Einen Regenschirm würde ich an Deiner Stelle zu Hause lassen. Meist haben wir zu viel Wind. Eine regenfeste Jacke ist einfach praktischer, als den Schirm ewig einzufangen.

                Hier sind meine Tipps für Dinge, die Du unbedingt einpacken solltest:

                    1. Deine Brotdose und Deine Trinkflasche, so hast Du immer Gefäße für Deine Brotzeiten
                    2. Stoffbeutel oder Rucksack für Einkäufe oder unterwegs
                    3. Ein Fernglas für Naturbeobachtungen nicht vergessen
                    4. Mütze oder Cap gegen Wind und Sonne
                    5. hilfreiche App´s runterladen: zum Vogelstimmenerkennen nehme ich die Naturblick
                    6. Für Touren empfehle ich die App KOMOOT
                    7. Für´s Wetter setze ich auf den Windfinder als App
                    8. Im Veranstaltungskalender stöbern und vielleicht schon einen Termin buchen

                Und hier habe ich noch ein paar Tipps zum Einstimmen auf Deinen Urlaub an der Schlei:

                    1. Bücher: „Stürme“ von Georg Asmussen für die Nebensaison
                    2.                 Regional Krimis von Arnd Rüskamp
                    3.                „Ankerplätze an der Schlei“ von Meerart
                    4. Comics: „Werner“- jepp, der kommt von hier und spielt hier
                    5.                „Asterix“ auf plattdeutsch zum schnacken lernen
                    6. Videos: „Artenvielfalt im Naturpark Schlei YouTube
                    7.                 „Die Schlei- Deutschlands größter Fjord“ Mare TV Classic
                    8.                 „Schleswig Holsteins schönste Förde-die Schlei“- NDR Expedition ins Tierreich

                6. Fünf Dinge, die Du im Norden unbedingt vermeiden solltest

                Hier kommt eine kleine Zusammenstellung meiner Tipps, die ich über die Jahre gelernt habe besser nicht zu machen.

                Wie heißt es hier so schön: kann man machen- muß man nicht!

                    • die Natur nicht respektieren, das Wetter schlägt hier sehr schnell um
                    • nur mit dem Auto rumfahren, da verpasst man das Schönste
                    • sich nicht genug Zeit nehmen
                    • nicht grüßen! Hier grüßt jeder Jeden!
                    • die Mittagszeit nicht beachten. Von 12-14 h machen die Einheimischen Siesta

                Extratipp: Moin (einfach Moin) bedeutet „guten Tag, guten Weg“. Das gilt den ganzen Tag und wird ohne „ guten“ oder sonst was davor gebraucht.

                Jetzt mal Butter bei die Fische:

                Hättest Du das gedacht?

                Nachhaltiger Urlaub an der Schlei ist eine kleine Entdeckungsreise … und mehr als nur Urlaub, oder?

                Ich hoffe, ich habe Dich motiviert, Dich mal auf diese besondere Reise einzulassen. Man muss ja auch nicht gleich alles machen.

                Manches machst Du vielleicht ja schon. Prima. Zusammen erreichen wir mehr.

                Schreib mir doch mal, was Du dazu denkst, was du ausprobiert hast oder wie Du es erlebt hast.

                Viele Grüße aus Janbeck*s FAIRhaus, dicht an der Schlei,

                Uta

                Dieser Beitrag ist übrigens lebendig und soll noch weiter wachsen. Meine besten Tipps für Deinen Aufenthalt hier vor Ort kommen demnächst.

                Wer noch einen Tipp für so einen Urlaub an der Schlei hat, meldet sich gerne bei mir per mail.

                Wenn Du mehr Infos zum nachhaltigen Tourismus möchtest  schau mal hier gibt es mehr spannende Statistiken dazu.

                Meine Wildnis, mein Versteck, mein Rückzugsort

                Meine Wildnis, mein Versteck, mein Rückzugsort

                Meine Wildnis, mein Rückzugort, mein Versteck

                …mein unübertroffener Lieblingsort ist meine Wildnis hinterm Haus. Wer mich mal sucht wird mich da finden…oder auch nicht- grins.

                Irgendwann war ich mal auf Gartentour in Südengland. Die Landschaftsgärten von Christopher Lloyd, der Kiesgarten von Beth Chatto und ein Kräutergarten, bei dem um alte Mauern ein kleines wildes Versteck führte, sind mir nicht aus dem Kopf gegangen.

                 Als wir 2002 hier her kamen und die 40.000qm mit übernahmen machte ich dann mal einen Plan vom Gelände, wie ich mir das mal vorstellte…außerdem mußten wir als Käufer dem Amt für ländliche Räume darlegen was wir mit dem Gelände vor hatten. Man möchte verhindern, dass alles zugebaut wird. Ich habe also ein großes Blatt genommen und mal aufgemalt, wie ich mir das so vorstellte. In der Mitte Weidefläche und rundherum Wiesen, Tunnel aus Haselnüssen- in England Nuttery genannt, aus er man Ruten für Stützen und Absperrungen schneidet, und Rondeele mit Sitzplätzen in der Wiese. Alles so zusammengewürfelt wie ich es auf der Gartenreise gesehen hatte.

                Übersicht über das Gelände

                 

                Und jetzt ist alles viel besser geworden, als ich mir das ausgemalt hatte.

                Meine Wildnis. Mein Rückzugsort. Mein Versteck. 

                Wahnsinn, was da seitdem wir 2010 beschlossen hatten die Fläche nicht mehr bewirtschaften zu lassen, entstanden ist. Wir hatten wegen der ganzen Baumaßnahmen gar keine Zeit uns zu kümmern und fanden es auch spannend, was wohl passiert.

                Erst kam die Kamille, dann die Disteln. Grad so, wie es die Natur gut findet. Hier ein paar Birken, da einige Erlen und ganz viel Brombeergestrüp. Keinen einzigen Baum oder Busch haben wir gepflanzt. Es regelt sich alles von alleine. Wenn die Brombeeren kein Licht mehr bekommen verschwinden sie wieder und suchen sich einen anderen Platz.

                Es blüht und wächst, wie es will.

                Es darf sich aussäen was will. Sogar das ungeliebte Jakobskreuzkraut. Wobei wir das ordentlich im Auge behalten. Aber auch hier beobachten wir fasziniert, wie die Natur das regelt: Im Juni flattern abends die wunderschönen, knatschroten Schmetterlinge umher. Blutbären genannt. 

                Blutrot und bärenstark? Vielleicht.

                Ein roter Schmetterling

                 

                Der Blutbär fliegt die gelben Blüten des Jakobskreuzkrautes an und legt dort seine Eier ab. Irgendwann kommen dann die Signalorangen Raupen. Wegen der schwarzen Streifen auch Janoschraupen genannt. Massen von Raupen sind mittlerweile bei uns zu beobachten, die die ungeliebten Pflanzen kaputt fressen. Irgendwann sind die Raupen wieder weg. Verschwinden in der Erde um im nächsten Jahr als kleiner roter Schmetterling wieder aufzutauchen. Dann beginnt alles von vorn, bis das Jakobskreuzkraut erledigt ist.

                Kleine Raupen des Blutbären fressen das Jakobskreuzkraut

                Ich wander zwar das ganze Jahr durch meine Wildnis. Richtig anfangen tut meine Erkundungstour aber immer im Frühjahr, sobald die Erde auftaut und alles zu sprießen beginnt. Dann laufe ich begeistert durch das Gestrüpp und versuche alles bildlich festzuhalten, was sich aus dem Winterschlaf traut.

                Knospen, Blüten und erste Blüten.

                Huflattich

                 

                Ich höre die Vögel, für die die Wildnis das reinste Paradies ist.

                Eine Insel in der landwirtschaftlich geprägten Umgebung, wo die Knicks keinen wirklichen Schutz mehr bieten, so zurechtgestutzt sind sie.

                Eine Oase, in der sich Mensch und Tier gut verstecken kann.

                Ein Reh traut sich nahe ans Haus

                 

                 Sogar die Robustrinder, Galloways, die bei uns von April bis Oktober zu Gast sind. Manchmal sind sie kaum zu finden. Kein Wunder, bei dem Tunnel und Gängesystem das sie angelegt haben. Die Rinder sollen die Wildnis in Schach halten und das tun sie auch. Sie nagen hier etwas Rinde, drücken da einen Baum weg und sorgen an anderer Stelle für eine neue Lichtung. Jedes Jahr wird es schöner. Das verzweigte Labyrinth und Wegesystem wird durch jede neue Gruppe Rinder erweitert.

                Herrlich sich hier zu verlieren. Immer Neues gibt es zu entdecken. Immer neue Pflanzen und Tiere zu fotografieren. Ständig gibt es etwas zu ernten. Von Blüten des Löwenzahn, den frischen Birkenblättern bis zu den Brombeeren. Und was wir nicht ernten, ernten die Tiere.

                Zwei Drittel für den Mensch, ein Drittel für die Natur. So hab ich es gelernt.

                Alles ist alleine gekommen:

                • die Rehe und das Dammwild
                • wilde Blumen
                • Insekten und Schmetterlinge
                • Bäume und Sträucher
                • die Frösche im Teich oder im hohen Gras
                • Kiebitze, die man nur an ihrem Ruf erkennt und die sich sonst versteckt halten.

                Was ich nicht so toll finde, dass der zweite Teich eigentlich fast nie Wasser hat, weil die Teiche einfach trocken fallen dürfen, das finden die Kiebitze toll. Sie haben genau den Lebensraum, den sie brauchen: eine feuchte Wiese.

                Der zweite Teich ist eher ein Feuchtbiotop

                 

                Ich wünschte mir hier ein Versteck oder einen Hochsitz, auf dem ich noch mehr beobachten könnte.

                Manchmal könnte ich stundenlang am Teich sitzen und schauen wer vorbei kommt. Die hübschen Libellen am Teich. Schillernd, unruhig flatternd, dicht über dem Wasser. Ganz kleine und die großen, die fast aussehen, wie kleine Hubschrauber. Oder die Schwalben, die die vielen Insekten direkt über der Wasseroberfläche fangen. Mit faszinierender Geschwindigkeit sind die unterwegs.

                Pause am Teich um Schwalben zu beobachten

                 

                Wenn die Frösche dann im Sommer so richtig aktiv sind, kann man sie schon hören wenn man sich dem Teich nähert. Zwei Minuten zuhören und jeder hat etwas zu lachen.

                Jetzt im Herbst ist es ruhiger geworden. Die Rinder sind wieder weg und ich kann meine Wildnis nach und nach besser erkunden. Kahler werdende Büsche geben den Blick frei, zeigen neue Ecken und verwunschene Wege. 

                Jetzt wo die Fläche wieder frei ist kommen sie auch wieder: die Fasane, die Rehe, das Dammwild. Sonst sind sie zwar auch mal da, aber jetzt kommen sie im Rudel.

                Ein ganzes Rudel Dammwild

                 

                Und wenn es wieder knackig kalt wird, der Teich zugefroren ist und alles mit Eiskristallen glitzert, dann haben die Tiere hier einen immer noch reich gedeckten Tisch mit Samen und letzten Beeren. 

                Teich im Winter

                 

                Ein schöner Rückzugsort. Zu jeder Jahreszeit. Für mich, für uns und auch für unsere Hausgäste.

                Die, die die Natur hier wertschätzen fühlen sich hier willkommen. Herrlich sie beim Ernten der Beeren für das Frühstücksmüsli zu beobachten. Ihnen zu begegnen, wenn sie an einem lauen Sommerabend mit leeren Weingläsern von der Bank am Teich kommen. Oder wenn Erwachsene sich wie in ihrere Kindheit wieder auf Schnitzeljagd durch unsere Wildnis gehen.

                Das ist es dann, was dann wirklich ein gutes Gefühl macht wenn wir sagen wir arbeiten hier klimapositiv. Nur mit Bäume pflanzen als Ausgleich ist es für uns nicht getan….

                Ich geh dann mal wieder in meine Wildnis Natur erleben und genießen.

                Viele Grüße aus meiner Wildnis, meinem Rückzugsort, meinem Versteck.

                Uta

                Pause? Urlaubsreif?!

                Pause? Urlaubsreif?!

                Pause? Urlaubsreif?!

                Auszeit! Deutschland entdecken.

                Auch wir Janbecks brauchen mal ne Auszeit…und da wir häufig gefragt werden „wie und wo“ verrate ich das mal hier:

                Deutschland entdecken? Freunde treffen? Was geht denn besser zusammen? Und natürlich mit dem Elektroauto. Als alte Hasen kein Problem und heutzutage sowieso nicht.

                Irgendwie und irgendwann sind wir auf die Idee gekommen Richtung Erfurt zum Start der Wave zu fahren. Die Wave, oder besser die Wavetrophy, waren wir drei mal mitgefahren. 2015 mit der Demo vor dem Bundeskanzleramt, 2016 mit den Klimakarten unterwegs der Kinder aus Schleswig Holstein zur UNO nach Genf und 2017 um die Grand Tour Route in der Schweiz „elektrisch einzuweihen“.

                Der Unterschied zur jetzigen Wave ist die doch etwas politische Motivation und die Aufgaben, die man bei der Wavetrophy unterwegs hat und die bei der Wave als rein elektrische Ausfahrt fehlen. Macht ja nichts, dafür findet die elektrische Reise jetzt öfters in tolle Gegenden statt.

                Das nur zur Erklärung.

                Also schmiedeten wir Pläne mit ein paar Freunden uns dort in Erfurt mit anderen E-Fahrern zu treffen.

                Wir zwei Nordlichter wollten jedoch noch mehr:

                Den Hainich und die Biobetten Manufaktur besuchen. Schaun, wo unsere neuen Biobetten herkommen. Dann noch Naumburg und einen Termin in Hannover auf dem Rückweg. Wenn schon, denn schon! Gegend entdecken.

                Ganz schön viel für 5 Tage.

                Wie immer fahren wir rein elektrisch und wie immer ist die erste Station der Bäck-and-drive von der Braaker Mühle. Hier gibt es einen Supercharger zum Laden. Aber nicht nur das: auf vielen Reisen habe ich gelernt, dass ich mich nicht mehr darüber ärgere, dass es unterwegs an den Ladestationen so schauderhaftes Essen gibt. Ab 5.55h gibt es  hier ein sehr leckeres Biofrühstück. Yummy. Und das Auto bekam den Strom ganz nebenbei.

                Nächste Ladestation Rhüden, Käffchen und dann weiter ab von der Autobahn am Harz entlang.

                Hübsche Städtchen, wunderschöne Fachwerkbauten und ein kleiner Stopp zum Spazieren in Bad Lauterberg. Hier hatte ich etwa 10 Jahre zuvor eine Ausbildung  zum Kneipp Gesundheitstrainer gemacht. Zumindets einen Teil. Im Kurpark gab´s dann erstmal ein schönes Armbad- herrlich erfrischend. „Kneipps Tasse Kaffee“ wie wir in der Ausbildung immer gesagt haben.

                Armbad

                Gut für ein Armbad nach Kneipp

                 

                 

                Weiter elektrisch durch den Harz Richtung Thüringen.

                Immer wieder mußten wir zum Staunen anhalten, so schön ist die Landschaft. Und sie erinnerte mich schwer an meine alte Heimat Hessen. Überall am Wegesrand gibt es Obstbäume. So, wie ich es kenne damit die Menschen keinen Hunger leiden.

                Der Hainich war das nächste Ziel. Ein riesiger Buchenwald, der zum Nationalpark gehört und Weltnaturerbe ist. 

                Auto an der Ladestation abgestellt, mit Luca eingecheckt, Eintrittskarte und los….

                Gleich am Eingangstor ein verwunschener See. Ganz grün voll Entengrütze. Ein Wunder, das keine Elfe aus dem Gebüsch kam. Wie im Märchen.

                Und über uns das schöne grüne Blätterdaches des Laubwaldes. Beeindruckend. Ruhe gebend, Regenschirm vor dem leichten Regen. Auf dem Weg zum eigentlichen Baumwipfelpfad gabs viele sehr anschauliche Darstellungen und Erklärungen über die größten Bäume.

                Imposant

                Anschauliche Darstellung der riesigen Außmaße

                 

                Auf ging’s. Stufen erklimmend. Hinauf in die Bäume. Schritt für Schritt. Ruhe suchend. Langsam immer weiter hinauf. Erklärungen lesend. Neugierig. Erkundend. Ausprobierend. Gelassenheit findend. 

                231 Stufen bis in die Baumwipfel

                 

                 

                Oben angekommen ein fantastischer Ausblick über ein Meer von grün.

                Ein Meer aus grünem Blätterdach

                 

                Nach zwei Stunden Naturgenuss gingen wir langsam abwärts und weil wir noch nicht genug vom Wald hatten nahmen wir die Waldpromenade. Noch ein bisschen Waldbaden.

                Ich verrate hier mal nicht was einen da erwartet, weil es einfach so schön und überraschend ist. Das darf jeder für sich erkunden. Für mich gab es eine Menge Ideen für unsere Wildnis.

                On verra. (auf deutsch: man wird sehen)

                Waldbaden

                Uta und Stephan Janbeck im Hainich

                 

                 

                Noch den dazugehörigen Kinderspielplatz erkunden und weiter ging’s zum Hotel.

                Wenn man denkt man ist verkehrt, ist man gerade richtig.

                Wilhelmsglücksbrunn, der Name allein hatte mich angesprochen. Es liegt gefühlt mitten im Nirgendwo. Eine schöne nachhaltig sanierte Hofanlage mit Biohotel und Restaurant.

                Leider ohne Ladesäule. Egal. Unser Auto war reichlich voll, sodaß wir am nächsten Tag gut noch Erfurt kommen sollten. Vorher aber noch ein nettes Frühstück mit anderen EFahrern aus Nordfriesland. Herrlich. Mitten im Nirgendwo nette Gleichgesinnte treffen. Das macht einfach Spaß. Wir waren glaube ich die ersten, die gefrühstückt haben und die letzten, die gegangen sind. Der Austausch war einfach inspirierend.

                Weiter über die Dörfer juckeln. Ahnen, was sich hinter den verschlossenen und abweisenden Hoftoren verbirgt. Vieles sah grau in grau aus. Aber es gab sie auch die hübschen Fachwerkhäuser.

                In Erfurt steuerten wir als erstes die Ladesäule an. Ein kurzes Hallo mit Käffchen bei einem bekannten Optiker. Auch er war natürlich…..EFahrer. Dann ab zum Treffpunkt mit unseren Schweizer Freunden, Monika und Jean Pierre, die wir seit der WAVE ins Herz geschlossen haben. Mittlerweile ist es zur Regel geworden, dass wir uns irgendwie und irgendwo einmal im Jahr sehen. Viel gabs zu erzählen bei Kaffee und Kuchen und auch bei Erkunden von Erfurts wunderschöner Innenstadt. All die vielen hübschen Häuser. Die Gassen. Die Baustellen. Die Lädchen

                Kleiner Plausch im Café unter Teilnehmern der Wave

                Fachsimpeln an der Baustelle

                Wiedersehensfreude

                Ab zum ersten Treffen mit den Emobilisten. Auf dem Platz der TEAG war schon alles aufgebaut langsam trudelten alle ein.  Unsere Freunde Andrea und Frank aus Plauen kamen gleich mit einem Fernsehteam im Gepäck. Das begleitete sie schon eine ganze Weile durch das Jahr und sollte ihre Stationen als EFahrer im Jahr begleiten. Bin gespannt auf den Bericht dann im nächsten Jahr. 

                Freuden der Wave

                 

                Irgendwann kam Louis. Es gab wie immer ein Briefing. Die Teilnehmer der WAVE bekamen ihre Nummern. Alles wie immer. Wavefeeling war wieder da.

                Abends gabs dann noch eine geführte Besichtigung durch Erfurt und ein gemütliches Beisammensein in unserem Hotel.

                Aufreihen bei der Wave in Erfurt

                 

                Am nächsten Morgen ging es nach einem Corona konformen Frühstück los: erst sammeln, das obligatorische Lunchpaket einpacken, Fragen der Journalisten beantworten….und schon wurde die Startflagge geschwenkt, auch für uns Begleitfahrzeuge.

                Ein paar Drehaufnahmen noch fürs Fernsehteam und dann weiter Richtung Tschechei.

                Wir hatten da Mittag bestellt und kamen wegen einem kleinen Umweg dann etwas kurz vor knapp im Lokal an. Die Gruppe war schon zur Stadführung, so machten wir uns bald wie geplant auf den Rückweg. Geführt von Frank ging es durch die wunderschönen Laubwälder.Elektrisch durch die Laubwälder

                So ging’s dann zur Jugendherberge Taltitz, wunderschön gelegen. Wir hatten eine sehr gute Zeit zusammen in Plauen und der Gegend, wo unsere Freundschaft begann.

                Am nächsten Morgen trennten sich dann unsere Wege. Aber vorher noch ein Muß:

                die Gölztschtalbrücke!

                Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt.

                Bauzeit von 1846-1851, 78m hoch, 574m lang, über 26 Millionen Ziegel wurden verbaut.

                Ein Kunstwerk aus Backsteinen

                Wir beiden Nordlichter starteten unseren Weg Richtung Biobett Manufaktur, aber nicht ohne im schönen mittelalterlichen Ort noch die Uta im Naumburger Dom zu besichtigen. Natürlich muß ich auch meine Namensgeberin besuchen, wenn ich in der Nähe bin. Lange genug hatte ich mir das im Unterricht anhören müssen. Ihre Geschichte und die Darstellung ist einfach beeindruckend.

                Übrigens hat sie sogar Walt Disney als Vorlage gedient.

                Stifterfiguren

                 

                Da hier in Naumburg die Ladesäule nicht funktionierte mußten wir noch einen kleinen Zwischenstopp einlegen und hatten dabei die 15 Minuten Ladezeit ein amüsantes Programm. Da hatten so einige Probleme mit einem zu kurzen Benzinschlauch. Schon etwas skuril, wenn die Telsa Ladeinfrastruktur so dicht an den Tanksäulen ist.

                 

                Also wieder ab in den Thüringer Wald

                Über die Dörfer ging’s nach Urbach, Menteroda.

                Wir wurden in der Biobett Manufaktur von Peter und Silke Grube schon erwartet. Es war gleich wie mit Freunden. Klasse. Das ist schon etwas Besonderes an einen Ort zu kommen, wo man sich versteht, wo man Themen hat zum Reden, wo man das Gefühl hat sich gegenseitig zu helfen und weiterzubringen. Na klar mußten wir die Werkstatt und den Ort besichtigen…und natürlich auch die ganzen Projekte, die Peter in der Pipeline hat. Puh, dagegen ist unsere Baustelle ein Klacks.

                Fachsimpelei am Fachwerkhaus

                Klemmzwingen in der Tischlerei

                Ein gemütlicher Abend, eine gute Nacht in der Ausstellung der Biobetten Manufaktur und ein gutes Frühstück. „Ihr macht das genau andersrum“ lachte Silke. Normalerweise schläft man erst in der Ausstellung, dann gibts Frühstück und dann wird gekauft.

                Macht nix. Auch so rum wars nett. Wir haben einige Pläne geschmiedet für unsere Zusammenarbeit. So mag ich Netzwerke und Geschäftsbeziehungen….und die nächsten Betten bestelle ich bestimmt auch bald. Schließlich sagen alle Gäste, sie schlafen bei uns da so gut drin.

                …und wir taten das auch.

                In der Ausstellung

                Vollgeladen ging es dann am nächsten Morgen weiter. Ist ja mit nem roten Starkstromstecker sowieso kein Problem. Den hat ja eigentlich jeder Handwerksbetrieb.

                Nochmal in Rhüden laden und dann nach Hannover. Leider über die Autobahn. Von Baustelle zu Baustelle. Nervig. Eigentlich haben wir doch schon ein Tempolimit in Deutschland. Wieso also die Aufregung? Ohne Baustelle und ohne Raserei ginge es prima.

                Die große Stadt hatte uns schnell gefangen: viele Menschen, eigentlich Platz, aber jeder scheint genervt, Müll überall….ich kann dem nichts abgewinnen und möchte einfach immer nur weg.

                Überall liegt Müll rum

                 

                Zurück in den Norden wieder bei der Biobäckerei vorbei. Diesmal zum Abendessen.

                Ach und schon wieder mit TV. Markt im Dritten wollte wissen, was wohl zum Abend mit den ganzen Resten in der Bäckerei passiert? Wer weiß es?

                So, das war jetzt unsere kleine Auszeit. Mit Netzwerken, elektrisch reisen, Freunde treffen  und immer vereint mit dem Gedanken: Zukunft braucht kein Zögern.

                Wir sind sehr dankbar, dass wir das so erleben können, was ja nur durch den Fall der Mauer möglich geworden ist. Auch wenn uns unterwegs manches befremdlich vorkam, wir fahren wieder den „Osten“ erkunden. Neugierig auf Menschen, die Städtchen und die Landschaft sind wir jedenfalls.

                Also „auf bald“ wenńs wieder heißt: Pause? Urlaubsreif? In Janbeck*s FAIRhaus

                Uta

                P.S.: Nach dieser Tour schwelgte ich so in schönen Momenten, dass es sich am nächsten Tag noch wie Urlaub anfühlte. Trotz der vielen Termine. Man reist elektrisch eben anders.