Greenwashing- und nun?

Greenwashing- und nun?

Greenwashing- und nun?

“ Die nächsten zwei bis drei Jahre werden schrecklich für alle echt nachhaltigen Betriebe“, meinte Franziska (Beraterin für nachhaltige Betriebe) zu mir. Das war mir von unserer Unterhaltung vor zwei Jahren noch immer im Ohr.

Recht hatte sie behalten.

Kommt euch das auch so vor: Heutzutage ist „jeder“ nachhaltig. Jeder hat ein klimafreundliches Produkt oder tut so viel für die Umwelt. Bei näherem hingucken sieht das öfters leider etwas anders aus. Privat ist das ja schon so ne Sache, aber geschäftlich?

Wie kann es sein, dass man als Betreiber einer Firma nachhaltig agiert, aber es dann bei Firmenfeiern oder Geschäftsreisen so gar keine Rolle mehr spielt? Gilt es nicht auch Werte zu leben? Wo fängt Greenwashing an?

Es kommt, wie es kommen musste: Eine Regel muss her, damit Greenwashing eingedämmt wird.

Schnell hatten ja findige Marketingleute heraus, dass da gerade ein Megatrend ist, der sich gut nutzen lässt.
Zum Leidwesen eben derer, die sich schon lange für die Umwelt einsetzen und derer, die als Konsument allmählich überhaupt keinen Durchblick mehr haben in dem ganzen nachhaltigen Dschungel da draußen.

Also wurde zum Schutz der Verbraucher eine EU Klage angestrebt, die das nun regeln soll.
Nur wer wissenschaftlich belegen kann, dass sein Produkt klimafreundlich ist, soll den Begriff auch nutzen dürfen. Und noch viele andere.
Dazu wurde am 23. März 2023 von der EU-Kommission ein Richtlinienvorschlag veröffentlicht.

Alle Unternehmen sollen in die Pflicht genommen werden. Kreative Beschreibungen nicht mehr möglich sein. Wer für die Umwelt Gutes tut, muss das wissenschaftlich belegen können. Diese Richtlinie muss erst noch die EU-Gesetzgebungsverfahren durchlaufen, bevor sie in nationales Recht umgewandelt wird. Die EU-Mitgliedsstaaten haben dann 18 Monate Zeit, sie in dass jeweilige Landesrecht zu integrieren und dann noch mal 6 Monate bevor sie wirksam werden.

Mit anderen Worten in den nächsten 24 Monaten wird sich viel tun….

 

Auf Zeit.de findet man dazu eine Serie und ein Interview mit Steffi Lemke

https://www.zeit.de/green/2023-05/steffi-lemke-greenwashing-co2-verbraucher-nachhaltigkeit

Ich bin gespannt, ob man das als Verbraucher merkt. Oder werden jetzt noch schnell alle Register gezogen, um alles als nachhaltig und umweltfreundlich zu verkaufen, was geht?

Kleinstbetriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern sollen übrigens ausgenommen sein von der Richtlinie.
Was bedeutet das denn nun?
Mich würde das also nicht treffen? Keine Überprüfung? Keine Richtlinie, die gilt?
Einerseits ja gut. Noch ein Zertifikat mit all den Nachweisen und Kosten kann ich mir sowieso nicht leisten.

Andererseits frage ich mich, ob der Kunde da dann noch durchblickt.

In Anbetracht dieser verwirrenden Situation hilft aus meiner Sicht nur Transparenz.

Deswegen habe ich so viel auf unserer Homepage erklärt. Entgegen der schlauen Fachleute, die meinten, es darf nur wenig Text auf der Internetseite sein, weil Menschen nicht so viel lesen. Ich behaupte, dass man nachhaltige Produkte erklären muss. Die einen wollen es ein bisschen wissen, die anderen ganz genau, was mein Produkt ist.

Alle Probanden haben laut einer Untersuchung übrigens die Aufmerksamkeit eines Guppys von wenigen Sekunden.
Na herzlichen Glückwunsch.
Ich möchte das nicht glauben und mute meinen Lesern Text und Informationen zu. Deshalb schreibe ich auch diesen Blog. Nur so kann ich erklären, was wir machen. Wem das zu viel ist, der überliest es einfach.

Wie gut, dass ich da meine Mindmap habe.

Irgendwann hatte es mich so sehr genervt, dass unser Betrieb immer nur auf Elektromobilität und Energie „runtergestuft“ wurde. Da habe ich mich mal hingesetzt und mithilfe einer Mindmap alles aufgeschrieben, was wir so machen. Irgendwo habe ich angefangen. Bei Ökologie hin zu Netzwerken und Energie. Das war erst mal am einfachsten. Dann bin ich weiter gegangen ….
An die 300 Massnahmen sind dabei rausgekommen, die wir hier umsetzen. Kleine und große. Vom Briefmarkensammeln, den ganzen Ehrenämtern bis zum Wasser sparen.
Sieht schon cool aus, wenn man dann die gesammelte Landkarte sieht.
Das macht auch ein bisschen stolz. Und wie hilfreich das ist. Sooo viele Themen, die da drin stecken, die man im Blog beschreiben kann ….oder die man auch anders darstellen kann.

Da war es wieder: Wie bekomme ich das, was wir machen, an die Gäste kommuniziert.

Und vor allem so kommuniziert, dass es nicht nervt.
Mein Ansatz ist ja immer, möglichst viele Menschen mit „meinem Bazillus der Nachhaltigkeit“ anzustecken.
Ein paarmal haben mir da schon Studenten von der Hochschule für Wirtschaft und Recht zum Thema Kommunikation geholfen. Dabei kamen dann unter anderem so coole Sachen raus wie die QR Codes, die ich in den Wohnungen „versteckt“ haben. Über die bekommen die Gäste bei uns mehr Informationen über das, was wir hier machen.

Es kommt ja, wie es soll.

Im Jahr 2022 initiierte das Tourismuscluster SH einen Kurs zum Thema Tourismus Netzwerk 2.0, bei dem Betriebe auch Beratungsleistungen gratis angeboten bekamen. Es gab eine Info Veranstaltung und schnell war da wieder das:
„Ihr seid ja schon so weit im Thema Nachhaltigkeit, Ihr könnt das schon …“ Hm, na, das lasse ich ja nicht gelten.

Erstens ist Nachhaltigkeit für mich ein Prozess und wir wollen nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern uns weiter entwickeln.

Zweitens hab ich noch Bedarf eben in der nachhaltigen Kommunikation.
Wie bekomme ich denn nun meine 300 Maßnahmen an die Gäste kommuniziert? Hilfe, ich hab ein Brett vor dem Kopf und komme nicht weiter.
Es gab ein paar Brainstormings, ein paar gute Vorschläge… ich hätte ja gerne ein riesiges Bild dieser Mindmap im Treppenhaus. Das haben wir aber aus Sorge um unsere Gäste verworfen.

…und dann kam mir die Idee von einem Kartenspiel.

Ein Kartenspiel, dass jeder spielen kann. Ob alt oder jung. Ob im Thema nachhaltig bewandert oder nicht.
Einfach gehalten. Niederschwellig. Neugierig machend. Ansteckend.
So sollte es sein.

Herausgekommen ist eine Art Quartett, dass man auf unterschiedliche Weise spielen kann.
Unsere Maßnahmen. Dargestellt mit unseren Bildern. Fragen dazu, die natürlich mit meinen Worten formuliert sind.

Man kann nur Symbole sammeln oder Farben oder die SDGs. Oder Fragen beantworten.

Antworten, die auch manchmal offenbleiben um den Spieler anzuregen, sich Gedanken zu machen, gibt es auch.
Immer integriert die SDGs- 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Ein QRCode, der das Thema bei uns vertieft, führt dann zu mehr Hintergrundinformation auf unsere Homepage oder den Blog.
Dieses Quartett liegt dann in den Quartieren und soll neugierig machen.
Wer es nicht spielen mag, kann es ja auch nur mal anschauen.

Ich nenne es übrigens Janbeck*s Puzzle der Nachhaltigkeit.

Kartenspiel

Das Kartenspiel ist ja nur ein kleiner Baustein in unserem Puzzle. Wir sammeln ständig neue Ideen für ein nachhaltiges Leben. Immer weiter, weil Nachhaltigkeit für uns ein Prozess ist. Ich stell mir das als großes Puzzle vor, wo es keinen festen Rand gibt und man von außen immer etwas ranpuzzeln kann. So was gabs in den 80ern glaub ich mal.

Am Ende wissen wir nicht, wie unser Bild der Nachhaltigkeit aussehen wird.

Ist doch spannend. Keiner von uns weiß ja auch, was in den nächsten Jahren noch tolles entwickelt wird, was wir dann vielleicht auch einbauen werden.

Beim Kartenspiel war schon gleich meine Idee, die Karten ähnlich wie bei Pinterest zu gestalten. Was lag dann näher, als es noch weiter auszubauen.
Wer es nicht bei uns im Urlaub anschauen möchte oder kann, hat die Möglichkeit, die ganzen Maßnahmen auf einer extra Homepage anzuschauen… und zu „klauen“.
Ich will ja möglichst viele Menschen anstecken und zum Nachmachen inspirieren.
Eine alte Homepage hatte ich noch und die Idee für die Seite hatte Ben vom Creative Hotel Luise mit seiner luise.eco Seite. Eine gute Idee, wie ich finde. Meine Seite heißt übrigens Janbeck*s Ökoblog.

Und ja, auch ich „klaue“ Ideen, aber ich sage immer gerne dazu, woher die Idee kommt.
Das finde ich nur mehr als fair. Gehört ja auch zur Transparenz. Besonders dann, wenn man geschäftlich unterwegs ist.

Ich hab aber auch gelernt: Mit fremden Federn schmückt man sich nicht!

So schaffe ich die Transparenz, die ich brauche für diesen „Green Deal“.
…. und während ich dabei war, mit Harald, meinem Sparringpartner, dieses Kartenspiel auf den Weg zu bringen, bekam ich Post.

Eine mail von Norbert Lux von Green Brand ….“Herzlichen Glückwunsch, Sie sind für den Green Brand nominiert.“

Ob wir denn die Nominierung annehmen und den Zertifizierungsprozess durchlaufen und das EU-Siegel für ökologisch nachhaltige Marken gerne haben möchten.
Klar möchten wir, das hatte ich mir schon lange gewünscht.
Diese internationale Auszeichnung mit der wir unser Tun noch unterstreichen können.
Nur so einfach ist das nicht. Man kann es nicht einfach kaufen.
Man muss nominiert werden. Und das hatten unter anderem Medienvertreter… wer bekomme ich irgendwann noch raus.
Wenn man sich mal die Zahlen ansieht derer, die nominiert worden sind und derer, die dann ausgezeichnet sind, schien es gar nicht so einfach zu sein. Ich kam etwas ins Grübeln.
Na jedenfalls hab ich zugesagt, die angeforderten Fragebögen ausgefüllt, Dokumente beigebracht… und dann hieß es abwarten, was die hochkarätige Jury dazu sagt.
Was soll ich sagen: Sie haben JA gesagt!!!

Wir sind jetzt ein Green Brand.

Was für eine Ehre in guter Gesellschaft der großen nachhaltigen Marken zu sein.
Vor ein paar Tagen ist die Urkunde angekommen. Aus nachhaltigen Gründen ist es im Moment nicht zu vertreten, einen Besuch bzw. die Übergabe bei uns hoch im Norden zu organisieren.
Bis zur offiziellen Feier im November hatte ich aber keine Geduld zu warten, also hab ich mich entschieden, sie schicken zu lassen.
Nun hängt sie schon im Café und lässt sich dort bewundern.

Auf jeden Fall lauf ich täglich dran vorbei und freu mich drüber.

Eine schöne Anerkennung für unsere über 20 Jahre geleistete Arbeit für das Thema Nachhaltigkeit in unserem umweltfreundlichen Betrieb.​

Viele Grüße, Uta

Unsere nachhaltigen Maßnahmen 2022

Unsere nachhaltigen Maßnahmen 2022

17. Februar 2023. Freitag Nachmittag. Ich warte auf Gäste. Draußen stürmt es wie angekündigt. Es soll noch mehr werden. Der Wind pfeift jetzt mit Stärke 7 und Böen um 100 km/h ums Haus. Und da unser Haus in Nord Süd Richtung steht, bietet es jetzt dem Westwind eine super Angriffsfläche. Zeit, dem Wind zuzuhören. Oder dem, was dann doch noch durch die Gegend fliegt. Draußen kann man eh nichts machen. Sogar die Hühner mussten drin bleiben. Ausgebremst.

Zeit zum Lesen…oder schreiben…

Passt ganz gut: Gerade bekam ich ne mail mit der kleinen „Aufforderung“ mal aufzuschreiben, was wir im letzten Jahr so alles nachhaltiges gemacht haben. Gute Frage… was waren denn unsere nachhaltigen Maßnahmen 2022? Spontan würde ich sagen: ziemlich viele.

Wir sind Nachhaltigkeitspartner der Ostsee Fjord Schlei Region, da wird das jährlich nachgefragt. Es geht nicht um eine Kontrolle, sondern darum, sich weiter zu entwickeln und diese nachhaltigen Maßnahmen an andere weiter zu geben.

Kein Problem. Also fing ich meine Liste mal an. Gut, dass ich im Jahr so viele Fotos mache. Daran konnte ich mich längshangeln. Es ist eine lange Auflistung unserer nachhaltigen Maßnahmen in 2022 geworden.

Hier ist dazu mein allgemeiner Rückblick auf das letzte Jahr… weil alles bei uns ja irgendwie nachhaltig ist.

 

Unser Jahr 2022… voller nachhaltiger Maßnahmen

 

Jedes Jahr zum Ende setze ich mich hin und mache mir Gedanken über das vergangene, aber in erster Linie über das kommende Jahr.

Ich definier dann seit langer Zeit ein paar Ziele, die ich irgendwo notiere.

Interessant dann mal zu sehen, was man am Ende davon dann tatsächlich umgesetzt hat.

Gut, dieses Jahr 2022 war nach zwei Corona Jahren nicht unbedingt normal. Mit dem Krieg in der Ukraine wurde unser Leben ja etwas durcheinander gewürfelt. Demütig müssen wir feststellen, dass wir hier behütet sind und manchmal auf hohem Niveau „Jammern“. Wobei mir ehrlich gesagt nicht klar ist, wie alles zu einem guten Ende kommen kann.

Alles hat eine andere Gewichtung bekommen. Trotz aller Schwierigkeiten, Energiekrise und Durcheinander auf der Welt werden wir hier weiter versuchen, andere mit dem Bazillus der Nachhaltigkeit anzustecken.

Beim Stolpern von einer Krise in die nächste wollen wir auch versuchen, den Fokus auf das Positive nicht zu verlieren.

„Wenn man den Hass in Elektrizität umwandeln könnte, wäre ausreichend Energie für die ganze Welt vorhanden.“

Frei nach Nikola Tesla 1856-1943

… das wär´s.

 

Unsere Ziele 2022 und was daraus geworden ist

  • Unsere Homepage habe ich nach einem mehrere Monate dauernden Marathon (weil technisch unterbegabt) und vielen Online Kursen soweit endlich aufgemöbelt.  Jetzt sollte sie so anwenderfreundlich wie möglich sein. Außerdem wollte ich unbedingt viel von unserer Arbeit erzählen, damit wir so transparent wie möglich sind. Das wird aus vielerlei Sicht immer wichtiger in diesem ganzen klimaneutralen Dschungel.
  • Mit Johanna und Kira haben wir zusammen neue Speiseangebote für unsere Gäste entwickelt. So gibt es jetzt selbst gemachte Nudeln (ohne Ei) in drei Varianten. Dazu auch hausgemachte Soßen zum Aufwärmen und diverse leckere Chutneys.
  • Mit Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Recht hatte ich im Winter zwei neue Möglichkeiten für meine Kommunikation entwickelt: Das eine sind jetzt QR Codes, die ich auf Aufkleber gedruckt und in den Quartieren versteckt habe. So ist es eine Art Schnitzeljagd. Hinter den Codes stecken Beiträge aus meiner Homepage, die zugehörige Sachen besser erklären. Zum Beispiel warum man bei uns so gut schläft, wie das mit der Klärung des Wassers funktioniert oder welche 65 nachhaltigen Tipps man hier unbedingt machen sollte.
  • Das Zweite, was wir zusammen entwickelt haben, ist ein GUTAbag. Die Studenten meinten, ich sollte mich als Marke mehr positionieren. UTA ist auch eine Chemiefabrik, das schien mir suboptimal. Also habe ich meinen Namen mit dem Goddiebag verknüpft. Was es damit auf sich hat? Wir haben aus alten Betttüchern aus der Pension Stoffbeutel genäht. Hauswirtschafterinnen haben das ja gelernt. Kompetent haben das Kira und Johanna übernommen. Die ersten GUTAbags haben wir schon mit Leckereien aus unserer Küche verschenkt.
  • Die dritte Idee war dann noch ein nachhaltiger Event, der zwar so in der Form nicht stattgefunden hat, aber mit dem Konzept in der Hand können wir das gut ein anderes Mal nachholen.
  • Jedes Jahr machen wir ein Brainstorming: Was gut war, was verbessert werden soll und dann darf jeder noch Wünsche äußern. Auf dem Wunschzettel von Kira und Johanna standen auch mehr Kräuter und mehr selber herstellen.
  • Tolle Hochbeete haben wir aus alten Backsteinen der Scheune gebaut. Eins für Kräuter, eins für Salat und essbare Blüten. Da schauen wir mal, was an dem Platz gut geht.
  • Es gab noch eine Reihe anderer Punkte auf meiner Liste, die ich auch verschiedenen Gründen nicht umsetzen konnte. Vielleicht war die Liste einfach zu lang, weil ich immer so viele Ideen habe. Also habe ich sie auf meine neue Liste für 2023 übernommen.

Unsere 10 Themen 2022

  1. Das Jahr begann gleich mit einem Sturm. Glücklicherweise ist bis auf ein lockeres Brett in der Scheune nichts passiert.
  2. Noch etwas Glück: Ich durfte mit meinen großen Wunsch von einem Gewächshaus erfüllen. Ganz schön teuer wars, aber schön und stabil. Ein bisschen englisch angehaucht. Ein Traum. Mein Traum. Es ist jetzt unser „Meetingraum“, wo wir kleine Pausen, Besprechungen und ab und zu mal ein Glas Wein mit Stammgästen genießen. Mitten in Paprikas und Tomaten.
  3. Im Frühjahr haben wir dann noch mal kräftig in das Portemonnaie gegriffen und alle anderen Betten der Pension auch mit Biobetten aus Thüringen ausgestattet. Nur in der Bauernstube ist das alte Gestell geblieben. Da haben wir in das Holzgestell, was noch gut war, einfach den Lattenrost und die Matratzen von der Biobettenmanufaktur eingebaut.
  4. Für bunte Eier auf dem Frühstückstisch sorgen jetzt meine lustigen Hühner. Eine bunte Truppe, die uns einigen Spaß macht.
  5. Energie war ein zentrales Thema in diesem Jahr. Steigende Preise für Gas waren der Grund, sich mit einer Wärmepumpe auseinanderzusetzen. Eigentlich mit zweien. In der Küche haben wir jetzt eine installiert, die im Sommer als Kühlung funktioniert. An den heißen Tagen in diesem Sommer ein sehr beliebter Ort. Die zweite ist die, die wir für die Wärme einsetzen.
  6. Mehr Sonnenenergie fangen wir jetzt auch auf dem Dach der Nordscheune, wie wir sie nennen, ein. Das hilft. die steigenden Stromkosten aufzufangen bzw. Abzupuffern.
  7. Freundschaften pflegen war eines unserer großen Themen. Gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen, austauschen und Zeit teilen. Neue Freunde haben wir auch gewinnen können.
  8. Ein Buch schreiben wollte und will ich noch immer. Ich habe zwei Artikel tatsächlich veröffentlichen können. Einen über die Baugeschichte unserer Pension. Den kann man in unserem Blog nachlesen oder im Buchhandel kaufen. Da bin ich mega stolz drauf.
  9. Ja, geschrieben habe ich in diesem Jahr sehr viel. So viele Blogbeiträge finden sich jetzt auf unserer Homepage.
  10. Biodiversität ist ein großes Thema in diesem Jahr gewesen. Wir haben in einer großen Pflanzaktion einen Knick am Ende unseres Grundstücks mit vielen Freiwilligen gepflanzt.

Die beliebtesten Blogbeiträge?

Das waren wohl die Beiträge über die:

Da habe ich am Meisten Feedback bekommen.

 

Unser Jahr in Zahlen

  • 170 m Knick – 240 Sträucher – 100 Bäume
  • 9 Hühner
  • 68 Liter Trinkwasser/ÜN (statt vorher 58 Liter/ÜN- weil es im Sommer einfach zu trocken ist brauchen wir mehr Trinkwasser statt unserem hier aufbereitetem)…das macht mich nachdenklich
  • 2,69 kg CO2/Übernachtung

 

Sonst noch

  • Tolle Geburtstagsfeiern
  • Besuch vom Solarbutterfly auf seiner Reise um die Welt nachhaltige Pioniere zu zeigen
  • Besuch von Eidechse, Uhu, Bekassine, Hermelin- die biologische Vielfalt lässt grüßen

 

 Kleine Überraschungen

  • So viele Kraniche, die direkt auf dem Nachbarfeld zu beobachten waren
  • Ein Überraschungsnest mit 17 Eiern, die meine Hühner vor mir versteckt hatten
  • Die Wärmepumpe, die einen Monat zu früh geliefert wurde – staun
  • Ein Maulwurf, der meine Stiefmütterchen zum Wackeln brachte – ich dachte, ich träume…
  • Neue Fensterplatten für die Scheune, die bei einem anderen Bau nicht passten, dafür hier – Bingo.
  • Ein alter Apfelbaum, den wir in der Wildnis gefunden haben. Die Äpfel sind mega lecker und lassen sich gut lagern.
  • So viel Unterstützung für unser Heckenprojekt. In allen Richtungen. Ob finanziell oder tatkräftig. Unglaublich!!!

 

Mediale Überraschungen

  • Social Media: Polarstern Energie, WIDA, Frauen Unternehmen, Aguardio, TUTAKA
  • Filmisch: Bed and Nature, ARD Rabiat( Zustand der Ostsee), tatsächlich 2x RTL (Picknick und Kohl), Germany Tourismus (Feelgood) und DW Travel
  • Print: Spiegel 10 Tipps, Schlei Magazin vom Hamburger Abendblatt
  • kleine Vorträge über unseren Betrieb

 

 Nachhaltige Maßnahmen 2023

  • Tatsächlich mehr schreiben und Geschichten festhalten
  • Das Sortiment mit meinen Fotokarten erweitern
  • Neue Schreibblöcke drucken lassen
  • Unsere nachhaltigen Maßnahmen sichtbarer machen
  • Eine Streuobstwiese mit 25 alten Obstbäumen anlegen
  • Helferwochenenden etablieren

 

Wenn man das alles Mal so liest, ist wirklich eine Menge Schönes bei uns passiert.

Gut, das mal so zu reflektieren. Und die Perspektive sieht auch gut aus. Vor allem scheint es wieder eine lange Liste an nachhaltigen Maßnahmen zu werden.

Ich hab noch so viele Ideen.

Danke für Unterstützung, in welcher Form auch immer.

 

Den Puls des eigenen Herzen fühlen.

Ruhe im Innern. Ruhe im Äußeren.

Wieder atmen lernen.

Das ist es.

Christian Morgenstern.

 

Alles Gute für den Rest von 2023

Uta

Wer mal auf die Auflistung anschauen möchte findet unsere Liste der nachhaltigen Maßnahmen 2022 hier.

Unser Hof und die Geschichte seiner Sanierung

Unser Hof und die Geschichte seiner Sanierung

Wie wir auf die Idee kamen unseren alten Hof an der Geltinger Bucht so zu gestalten, wie er jetzt ist? Mit der Technik und so nachhaltig?
Das werden wir immer wieder gefragt. Wie kommt man denn auf die Idee einen alten Hof so zu sanieren? Vor allem so umweltfreundlich und mit modernster Technik? Wäre nicht abreißen besser gewesen? War das nicht unwahrscheinlich teuer? Und was soll das schon wieder mit diesem so strapazierten Wort: Nachhaltig? Hier kommt also die Geschichte unseres Hofes und seiner Sanierung

Für uns war das schon immer wichtig nachhaltig zu leben. Wir möchten Ressourcen sparen wo es eben geht. Nicht nur weil es den Geldbeutel schont. Das fing schon an, wenn ich Obst unter dem Wasserhahn gespült habe. Mit einer Schüssel darunter habe ich das kostbare Trinkwasser aufgefangen und zum Blumengießen genommen. Im Garten Gemüse selber ziehen, einen Kompost anlegen, Müll trennen, gebrauchte Klamotten kaufen, selber nähen, Brot selber backen und natürlich Energie sparen, wo es geht. Alles irgendwie selbstverständlich, oder? Ideen kamen mit Peter Lustig und der Hobbythek.

In der Stadt kann man nur nicht alles an Ideen umsetzen, die man hat. Schon gar nicht, wenn man mit einer großen Familie in einem kleinen Haus wohnt.

Wie wir aufs Land kamen?

2002 haben wir, Uta und Stephan Janbeck- uns entschieden die Stadt Ahrensburg – zu verlassen und aufs Land zu gehen. Die 4 Kinder waren schon aus dem Haus oder auf dem Absprung. Wohin wir wollten war erst mal noch nicht klar. Es hätte auch Schweden sein können…
…ein alter Hof sollte es sein, mit Potential und möglichst original. Eine große Hoffläche davor, wie aus dem Bilderbucht eben.

Häufig sind wir nach Schweden gefahren, haben viel gesehen und Inspirationen gefunden. Wie zum Beispiel das Café Utsikten auf dem Halandsasen, das Vorbild für mein Körbchen Café wurde.

Den Hof – unseren Hof – haben wir dann irgendwann in der Geltinger Bucht gefunden. Übers Internet. 2002 gekauft und 2003 im April angefangen zu sanieren.

Die Gegend faszinierte uns. Fast wie in Skandinavien und noch ziemlich ursprünglich…und vielleicht hatte meine Großmutter mir auch zu viel vom weiten Himmel über riesigen Feldern aus ihrer alten Heimat vorgeschwärmt. Weit gucken kann man hier gut.

Hof bei Übernahme 2003

​Hof bei Übernahme 2003

Na, dann packen wir´s mal an

Mächtig viel Arbeit lag vor uns. Mit Renovierung hatte das nichts zu tun. Das war eine echte Kernsanierung.

In Bausendungen wird immer hochgerechnet wie viel Material verbraucht worden ist. Ich hätte gerne gewusst wie viele Kabel wir aus den Wänden geholt haben, wie viel Kubikmeter Schutt wir entsorgt haben, wie viel Lehm wir aus der Erde gebuddelt haben um die Fußböden vernünftig zu isolieren etc. Im Haupthaus sind nur drei Fußböden drin gebleiben. Der Terazzo und zwei andere Böden, die noch in Ordnung waren. Alles andere ist rausgeflogen. Neue Fundamente haben wir gegraben, Mittelwände verstärkt, neue Balken eingezogen.

Für groß rechnen und zusammenzählen war damals keine Zeit. Unser Hof sollte saniert werden und das brauchte Zeit- viel Zeit!

Man gut, dass wir vorher noch nicht wussten, was auf uns zu kommt, sonst wäre die Geschichte über die Sanierung unseres Hofes vielleicht anders verlaufen.

Was wir wussten war, dass alles, was wir jetzt energetisch machen uns im nach hinein Energie spart. Jedenfalls das meiste.

So viele Ideen- so viele Entscheidungen – so viel zu beachten. Ein so umfangreiches Projekt braucht ziemlich viel „Gehirnschmalz“. Schließlich kann man ein haus auch kaputt sanieren.

Wir haben uns ganz bewusst gegen den Dämmwahn und dafür entschieden das Mauerwerk des alten Haupthauses monolitisch zu lassen. Wir wollten den Taupunkt in der Wand nicht verlagern. Monolitisch heißt übrigens, dass das Mauerwerk nur aus Steinen besteht. In unserem Fall aus 1,5 Steinen. Klar wussten wir, das wir bei langanhaltendem Ostwind dann eine Strickjacke mehr anziehen müssen.

Aus der Erfahrung heraus haben wir Wände nur verputzt, damit sie Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen können. So können wir eventuell auftretende Feuchtigkeit auch viel besser sehen.

Rohre für die Wasserführung haben wir in zwei Kreisläufen gelegt. Wir hatten schon damals die Idee Brauch/Regenwasser statt gutem Trinkwasser für Toilettenspülungen etc. zu nehmen .

An einen wassergeführten Ofen zur Energieerzeugung hatten wir auch schon gedacht.

Auch Kabel und Leerrohre haben wir seeeehr viele verlegt, für den Fall der Fälle…wenn der Fußboden erst mal verlegt ist wird es logischerweise  nachträglich viel schwieriger eine Leitung zu verlegen.

So ging es Stück für Stück weiter.

Eingezogen sind wir in die Baustelle schon Ende Mai 2003. Verrückt. An die Anmietung woanders haben wir nie gedacht. Die Sanierung unseres Hofes nahm uns voll und ganz in Anspruch.Wobei Stephan ja immernoch nach Hamburg zur Arbeit fuhr.

Im November kam dann die Heizung, ein Blockheizkraftwerk, das mit Gas betrieben wird. Lieber wäre uns ja eins mit Rapsöl gewesen, aber das war zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Mittlerweile hatten wir es so kalt im Haus, dass Hund und Katze sich abwechselnd vor dem Halogenstrahler wärmten.

Parallel zu der Baustelle hatte ich meine Ausbildung zur Hauswirtschaft auf dem zweiten Bildungsweg angefangen. Das bedeutete einen Tag in der Woche ohne Bauklamotten und im Warmen in der Landwirtschaftskammer in Rendsburg. Meine Kolleginnen meineten schon ich müßte Wärmegeld abgeben. Wer einmal über einen längeren Zeitraum bei Minusgraden im Haus gefroren hat, ahnt, was ich dem Heizungsmonteur dann gesagt habe, als er meinte das mit der Heizung geht erst ne Woche später, weil der Gasanschluß ja noch übergeben werden musste. Ich war nett, bestimmt, verzweifelt…Ich erinnere es noch genau. Es war Anfang November und mir war schrecklich kalt und ich hatte das Gefühl gar nicht mehr warm zu werden. Es war Freitag, der 02.11.2003 und ich bekam Wärme.

Hofhund Biene wärmt sich

Auch der Hofhund Biene braucht Wärme

 

Was das ausmacht – Der äußere Charakter

Etliche Kabel, die außen am Haus angebracht waren haben wir entsorgt, kilometerweise Fugen ausgekratzt und wieder neu verfugen lassen.

Es wurden Fenster nach alten Bildern von einer hiesigen Tischlerei gebaut. Nach außen öffnend mit wenig Dichtung und Sprossen, so wie es sich hier gehört. Natürlich aus Holz. Und natürlich mit den Farben grün und weiß, so wie es sich hier in Angeln gehört.

Auch das Reetdach wurde neu gemacht mit Reet von der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Nicht so feinhalmig wie das aus anderen Ländern, aber das war vielleicht unser Glück, weil es besser trocknen kann. Es war toll, den Reetdachdeckern zuzsehen, aber es war auch mega viel Arbeit und Dreck. Auch da haben wir mitgeholfen. Ich hoffe, wir müssen es nicht noch mal machen. Oben drauf aufs Dach kamen natürlich die Heidematten und die Hängehölzer. So, wie es nur hier in Angeln und Südengland ist.

Fast wie neu

Fast wie neu

 

Wasser und so weiter

Da wir vor Ort keine Kanalisation haben, die an ein öffentliches Netz angeschlossen ist, mussten wir uns auch da etwas überlegen. Empfohlen, da den meisten bekannt, wurde uns eine Dreikammergrube. Das hieße aber Kosten durch Entsorgung. Wir haben weiter gesucht, uns informiert und belesen.
Jetzt haben wir eine vollbiologische Kläranlage, die im Prinzip wie eine Komposttoilette funktioniert: Feststoffe werden in drei großen Behältern verrottet und die flüssigen Abwässer in Schilfbeeten wieder aufbereitet. Das machen übrigens Bakterien, die an den Wurzeln der Pflanzen sitzen. Das aufbereitete Wasser wird dann für die Toilettenspülung verwendet. Das Ganze wird natürlich an mehreren Stellen beprobt, damit es keine Probleme gibt.
Uns spart es enorm viel kostbares Trinkwasser. Und mit dem verrotteten Schiet düngen wir die Blume. Kreislaufwirtschaft eben.

 

Die Scheune war leider nicht zu halten

Schade um die Scheune

…aber sie war nicht mehr zu halten. Die Gebäude sollten ja einen Nutzen haben, aber hier war das nicht möglich. Nur sanieren um dann Autos oder Tiere darin abzustellen ging für uns nicht.  2004 musste dann die alte Maschinenscheune abgerissen werden, weil sie zu marode war. Zudem stand sie zu dicht an der Nachbargrenze. Die Entsorgung hat uns einige Zeit in Anspruch genommen, da eine Fremdfirma ein heilloses Durcheinander hinterlassen hatte. Das war der Moment, wo die Geschichte der Sanierung unseres Hofes – jedenfalls von meiner Seite- beinahe ein abruptes Ende bekommen hätte. Nun denn. Die alten, wenn auch weichen, Backsteine haben wir gesäubert und für Ausbesserungen aufbewahrt. Auch die alten Scheunentore liegen gut verstaut in der Scheune. Wer weiß wozu man sie noch brauchen kann.

 

Der Cafébau

Erst 2006 kam an diese Stelle mit Hilfe von hiesigen Handwerkern der Cafébau mit der Pension.
Mauerwerk im alten Verbund nachempfunden, dahinter Porotonsteine, eine Holzverkleidung im Obergeschoß in „Kriech- und Decker-Schalung“ aus heimischer Lärche. Innen mit Holzfußböden aus Kiefer, skandinavisch -gelaugt und weiß geseift-, Holzfenster nach außen öffnend, einem wassergeführten Kaminofen im Café. Alles ist technisch an unser bestehendes Netz angebunden.

Und weil der Architekt bei allem einen extra Planer haben wollte, hat sich Stephan eingelesen, alles selber geplant und mit den Handwerkern umgesetzt. So viele Planer von Klärtechnik, Heizungstechnik bis Elektrotechnik hätten wir auch gar nicht bezahlen können. Bei dem Gedanken wird mir heute noch ganz schwindelig wie bei einer Registrierkasse, die immer durchdreht.

Jetzt ist der alte Charakter eines Dreiseithofes wieder hergestellt. Drei Gebäude. Die Nordscheune, das Haupthaus in der Mitte und die Südscheune. Das war uns sehr wichtig. Der Neubau des Cafés wurde übrigens  ganz bewusst gestaltet wie eine Scheune. So lässt dieser Bau dem Reetdachhaus den Vortritt. Also gibt es auch wenig Gardinen.

Janbecks Dreiseithof 2006

 

Weiter ging´s

Ich hatte mit meiner Hauswirtschaftlichen Herangehensweise beim Cafébau Geld aus der Finanzierung über. Scheinbar ungewöhnlich für die Bank. Anfang 2007 wurde dann der ehemalige Kuhstall entkernt und zu einem Hofladen von unserer Tochter Maike Misirli, damals Blumen & mehr. Als hätten wir nicht genug von Sanierungen. Also ging die Geschichte weiter. Spannend,wenn ich dran denke: mit dem Bauunternehmer hatten wir abgemacht, dass die Cafégäste von den Bauarbeiten nichts mitbekommen sollten. So hat er sich ein Loch in die Wand gegraben und an den Schließtagen des Cafés den Kuhstall entkernt.

Eine Solarthermieanlage kam 2008 für die Wasseraufbereitung auf das Dach des Cafébaus.

In 2009 wurde der Hofladen aufgegeben und zu einem Apartment (Kuhstall) und dem Büro umgebaut. Mit passte das ganz gut in den Kram, weil wir so eine Erweiterung gut gebrauchen konnten. Das wurde dann zu meiner Projektarbeit in der Meisterschule. Ein sehr umfangreiches Thema für die Hauswirtschaft, da ja sehr unterschiedliche Anforderungen an Ferienquartier oder Büro gestellt werden.

Auch ein weiterer Dachs (Blockheizkraftwerk) kam dazu um die Wärme für den dann geplanten Neubau mit abzudecken.
2010 wurde schließlich das PLUSenergiehaus (das Haus erzeugt mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen) von und mit einer hiesigen Holzbaufirma aus Sörup aufgestellt. Hell, rollstuhlgerecht und mit nur zwei großen Wohnungen à 100qm. Drinnen gibt es sogar eine Wärmerückgewinnung und eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mit seinem modernen Äußeren steht es bewusst etwas abseits von den alten Gebäuden als moderner Kontrapunkt….und mal keine Sanierung.

Modernes Holzhaus 2010

 

Ein Puzzle ganz nebenbei

Natürlich haben wir nicht nur gebaut. Und natürlich ist die Nachhaltigkeit in unserem Betrieb noch umfassender. Mit dem Start des Pensionsbetriebes war von Anfang an klar, das wir den Gästen Schleswig-Holstein „schmackhaft“ machen möchten. Wir sind eben verliebt in Schleswig Holstein und das wollten wir auch gerne an die Gäste weiter geben.

  • Es zog sich von den Hotelbetten aus einer kleinen Manufaktur in Kiel bei der wir 2006 die Betten haben bauen lassen in blau und rot,
  • den auf Leinwand gezogenen (eigenen) Fotos in den Räumen,
  • der Bilderschau im neuen Cafékino,
  • den selbst kreierten Kissen mit denen die Räume noch ein bisschen persönlicher werden oder
  • den Produkten in unserem FAIRcafé und zum Frühstück der Hausgäste.

Wir stellen alles was geht selber her: die Brötchen, das Landbrot, die Aufstriche zum Frühstück und die Torten. Auch vegan. Und weil wir so viel selber machen, können wir auch gut auf Gäste mit Nahrungsunverträglichkeiten oder besonderen Kostformen eingehen. Dabei verwenden wir Produkte und Rezepte eben aus Schleswig-Holstein.
Wir schaffen Arbeitsplätze und wir beschäftigen unsere festangestellten Mitarbeiter rund ums Jahr. Die haben wir übrigens selber zur Hauswirtschaft im ländlichen Bereich ausgebildet. Neben Kochen, Nähen und Backen vermitteln wir alles rund um die Wäscheverarbeitung, Gartenpflege, Betreuung und vieles mehr, auch in Seminaren. Und auch hier legen wir großen Wert auf ressourcenschonendes Arbeiten.

Über ein Energiemanagement kennen wir unsere Verbräuche genau und sind in der Lage sie zu steuern. Smileys in Ampelfarben zeigen uns in der Hauswirtschaft ganz simpel, wann es gut ist die Waschmaschine an zu stellen. Wir wollen eben überall möglichst mit unserem eigenen Strom agieren. Ob beim Waschen, beim Backen oder beim Auto laden.

Toll zu sehen wie aus vielen Puzzlesteinen ein großes Bild entsteht.

 

Urlaub mit gutem Gefühl

Verträgliches Reisen gehört bei unseren Gästen zum Urlaub. Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Einfach über Flensburg und dann weiter mit dem Bus. Dann sind es noch 200 Meter zu Fuß zu uns. In der heutigen Zeit, wo viele gar kein Auto mehr haben, ist das von unschätzbarem Wert. 20-30% unserer Gäste reisen alternativ an. Auch aus der Schweiz.

Wir selber sind seit 2014 begeisterte Fahrer mehrerer Elektroautos. Eins davon vermieten wir auch an Gäste. Den Sonnenstrom von unserem Dach können unsere Hausgäste laden. Seit 2010 sind wir ein sogenanntes Charge Hotel und Tesla Destination Partner.

Und eins der wenigen Klima Hotels Deutschland sind wir auch. Mit allen Verpflichtungen, die das mit sich bringt, wie zum Beispiel etwas für die Biodiversität zu tun. Bei uns werden die Verbräuche genau unter die Lupe genommen: vom Müll, der gewaschenen Wäsche bis zur Energie. Gut, wenn man alles im Blick hat. Für mich ist es ein Sport geworden immer zu schauen, ob es nur ein grobes Gefühl ist, dass wir hier und da eine Veränderung haben, oder ob es belegbar ist.

Und auch mit dem Energie sparen geht es bei uns immer weiter. Mehr Solar, eine Wärmepumpe und noch mehr Wärme aus Strom heißt bei uns gerade die Devise um gegen steigende Gaspreise anzukommen. Noch mehr Eigenverbrauch. So, das es geht. So, das wir es bezahlen können und dass es zum Hof passt. Schau´n wir mal, ob die Rechnung aufgeht.

Unsere Gäste holen wir mit vielen Hinweisen und Kommunikation ins Boot. Ohne dem geht es nicht. Aber die machen super mit.

Jetzt haben wir einen schönen, traditionellen Dreiseithof, der moderner kaum sein kann.
Er passt in die Landschaft und ist sogar als landschaftsprägendes Objekt eingestuft. Unseren Gästen haben wir so viel zu erzählen: über die traditionelle Bauweise, die Bedeutung der Farben und auch über unser ökologisches Konzept. Und auch über die Sanierung unseres Hofes und seine Geschichte.

Insektenparadies

Bunte Wiese mit Carden, Disteln und Kamille

 

Zeit vergeht

Es gibt immer noch viel zu sanieren. An einigen Stellen sind wir noch nicht  dazu gekommen. An anderen haben wir schon kräftig renoviert. Gäste first ist unsere Devise…aber auch wir machen mal ne Pause.

  • Mittlerweile sind die Betten ausgetauscht gegen Biobetten aus Vollholz,
  • die Wände mit Biofarben gestrichen und
  • die Zimmer zu Themenzimmern passend zur Region geworden.
  • Immer dabei auch der Bezug zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Aber es sind immer noch 7 unterschiedliche Quartiere für 21 Gäste. Das ist eine gute Größe für uns.
Wir machen Führungen und Workshops, weil wir „ansteckend sein wollen“  mit dem Bazillus der Nachhaltigkeit.

Was wir können, kann jeder. Es sind viele kleine Maßnahmen, die wir über die Jahre zu einem großen Ganzen zusammen puzzeln.

Und klar sind wir sehr idealistisch dabei und haben auf manches verzichtet, denn in Fördertöpfe passten wir irgendwie nie so richtig rein.
Manches hätte man besser machen können. Manches macht man heute anders.
Aber: wer nichts macht, macht eben nichts.

Wir haben gemacht, was für uns ging und fühlen uns echt wohl auf unserem schönen Hof.

Uta & Stephan Janbeck

Die Geschichte von unserem Steinbackofen

Die Geschichte von unserem Steinbackofen

Die Geschichte von unserem Steinbackofen ist eine lange und könnte so beginnen:

Es war einmal eine Familie, die machte eine Familienfreizeit im Kloster Heiligkreuztal auf der schwäbischen Alp.

Das war eine besondere Erfahrung und ein sehr schöner Urlaub, über den man alleine schon eine Geschichte schreiben könnte….aber das ist dann mal privat.

Diese Familie spazierte dann auch mal durch den Ort Heiligkreuztal um die Gegend zu erkunden.

Plötzlich kamen sie an einem Geschäft mit einem großen Fenster vorbei …

Eine merkwürdige Kombination stand dort in der Auslage: Trecker und andere Landmaschinen, Geräte und im Vordergrund alles, was man zum Sauerkraut machen brauchte. Also einen Tontopf, Hobel etc.. Die Familie spazierte weiter und hatte noch einen schönen Urlaub, aber das Bild dieser merkwürdigen Kombination im Schaufenster ging nie aus dem Kopf.

Die Familie waren natürlich wir Janbecks.

20 Jahre später, um genau zu sein 2012, machte ich eine Ausbildung zum Kneipp Gesundheitstrainer in Bad Wörishofen an der Sebastian Kneipp Akademie.

Man entwickelt sich ja weiter. Und lernen tue ich gerne.

Kneipp kannte ich von meiner Omi. Die 5 Säulen lernte ich kennen. Davon ist neben Wasser, Bewegung, Kräutern und der seelischen Balance das Thema Ernährung eine Säule der Gesundheitslehre nach Sebastian Kneipp​. So konnte ich alles verbinden.

Also, was machen wir in so einem Fall, wenn wir über 1000 Kilometer von fast Flensburg bis in den Süden- oder noch weiter- fahren, wir verbinden alles.

Ausbildung mit Neugier und Treffen mit interessanten Menschen.

#Netzwerken.

Nebenbei schaute ich mir diverse Biohotels an und holte mir einige Anregungen zum Beispiel in der „Rose“ der Familie Tress.

Mein Café und die Pension gab es ja schon seit 2006 und den Wunsch irgendwann in einem tollen Steinbackofen zu backen auch.

Genauso wie bei mir die Zeit eine Entwicklung gebracht hatte, war es wohl auch bei der Familie Häussler gewesen. Aus dem Landmaschinen Handel hatte sich ein ganzes Backdorf entwickelt.

Wir machten also einen Termin im Backdorf in Heiligkreuztal im Anschluss an meine Ausbildungswoche. Für Gewerbetreibende gibt es die Möglichkeit, sich das genau zeigen zu lassen. In einem anschließenden Gespräch kann man das dann auf seinen Betrieb genau beleuchten.

Das Hotel haben wir dann auch gleich in Heiligkreuztal gebucht: Das Kloster war mittlerweile in ein Hotel umfunktioniert worden. Spannend in den alten Gedanken und Erlebnissen zu wandern.

Lange hielten wir uns noch im Backdorf nach dem Vorführtermin auf …was es da alles gibt: Backöfen für jeden Zweck, Räucheröfen, Nudelmaschinen und soooo viel Zubehör.

Ich konnte mich gar nicht sattsehen. Ein Paradies. Da kam dann die Hauswirtschafterin in mir wieder durch. Und auch das: Möglichst alles selber machen, da weiß man, was drin ist!

Alleine schon spannend, diese Geschichte zu verfolgen, war ich doch neugierig auf diese Steinbacköfen. Das wäre was ….am besten noch mit knisterndem Holzfeuer.

Küche wie früher mit Holzbackofen

Und die Abwärme könnte man doch auch bestimmt sinnvoll nutzen …

Aber das wäre ´ne Aktion. Würde es doch bedeuten, morgens um 4 den Ofen anzuheizen …

Gerade war im Backdorf ein Seminar zu Ende gegangen und so konnte ich mal in die große Vorführküche luschern. Das wäre es: so einen Raum zu haben, Seminare zu geben …

Küche im Backdorf

Irgendwie setzte sich Frau Häussler senior zu uns und wir kamen ins Gespräch. Sie fragte, woher wir kämen und ich erzählte unsere Geschichte. S.o.

Sie schmunzelte und erzählte ihre Geschichte. Wie sie ihren Mann etwa in den 80ern überredet hatte, für sie 5 Backöfen zu bauen. Was damals noch Überredungskunst gebraucht hat, ist heute ein tolles großes Familienunternehmen geworden. Spannend.

Schon alleine deswegen wollte ich unbedingt hier von dieser Firma einen Ofen kaufen.

Mit vielen Ideen und einem Angebot fuhren wir wieder in den Norden.

Der Gedanke blieb und der Steinbackofen hatte sich in meinem Kopf festgesetzt.

Bei jeder neuen Planung wurde er mit bedacht. Kann man die Scheune noch ausbauen? Was geht da? Bekommen wir das personell hin? Können wir das finanziell wuppen?

Der Scheunen Ausbau scheiterte letztendlich an der Machbarkeit. Schwierig ein Gebäude von 1789 oder älter praktisch so auszubauen, dass es heutigen behördlichen Anforderungen entsprach und wir das auch noch bezahlen konnten.

War´s das jetzt mit der Geschichte von unserem Steinbackofen?

Wer mich kennt, weiß, dass ich so schnell nicht aufgebe: geht nicht, gibt´s nicht.

Wir planten und Pläne zerschlugen sich auch wieder. Unser Backofen in der Caféküche muckte inzwischen zusehends mehr.

Es kommt dann, wie es soll, auch wenn es viel Zeit braucht. Die Zeit war endlich da und ich setzte mich wieder mit der Idee des Steinbackofens auseinander.

Ich blätterte in alten Unterlagen, schrieb mit der Firma… ich war so fasziniert von dem Ofen und den Möglichkeiten, dass wir endlich einen bestellt haben. Yippie!

Endlich.

Allerdings ist es aus praktischen Gründen dann ein elektrischer Steinbackofen geworden.

Der Ofen wurde geliefert, auf zwei Paletten. Mithilfe eines kleinen Treckers konnten wir ihn dann aufbauen. Glücklicherweise hatte ich ein hohes Gestell mit Rädern bestellt damit man ihn bewegt bekommt.

Aber so stand er dann erst mal lange Zeit. Unangeschlossen …kein Platz war wirklich optimal.

Wo sollte er denn nun wirklich stehen? Er kam zu einem Zeitpunkt, wo wir im Betrieb kräftig am Umstrukturieren waren: Die Wäscheverarbeitung hatte zu wenig Platz. Wo sollte die hin? Da wir auch da alles selber machen, vom waschen, legen, mangeln, flicken und recyceln, braucht da allein schon für die Verarbeitung viel Platz. Vom Lagerplatz für Ersatzbettwäsche etc. ganz zu schweigen.

Im Team wurde hin und her überlegt und perspektivisch schon weiter gedacht.

Dann kamen noch die Ereignisse 2020 dazu und der Betrieb wurde ja sozusagen für geraume Zeit ausgestellt. Der Elan war flöten.

Mit den ersten Übernachtungsgästen, die zu großen Teilen Stammgäste waren, kam auch meine Freude wieder:

Ich habe im Betrieb groß ausgemistet, aufgeräumt, aussortiert …Ich kam wieder im Betrieb ins Tun.

Die Wäscheverarbeitung hat jetzt einen guten Platz mit viel Stauraum. Alles ist ziemlich gut geordnet.

Der Weg war frei- auch gedanklich- für den Ofen. Endlich.

Mittlerweile war unser normaler Backofen in der Küche gar nicht mehr bereit zu arbeiten und hatte nach 14 Jahren seinen Geist aufgegeben.

Es kommt eben, wie es kommen soll.

Freunde standen überraschend vor der Tür. Zack wurde eine Steckdose vom Elektrofachmann verlegt.

Der Ofen wurde in Betrieb genommen! Endlich!

Erster Schritt war den Steinbackofen einzubrennen. 2 Stunden. Dann warten und die Gerüche abziehen lassen.

Abwarten. Dann etwa 1,5 Stunden heizen und dann ausstellen!

Gebacken wird bei fallender Hitze. Also sozusagen in der Restwärme.

Schnell war ein Brötchen Teig hergestellt und die Würstchen legten wir nicht auf den Grill, sondern einfach in eine Metallwanne mit Rost. Ging super und hat allen vom Grillergebnis viel besser gefallen als auf einem richtigen Grill.

Selbstgemachtes Bier von unseren Freunden dazu… herrlich!

Ein guter Platz war gefunden. Nun brauchte es noch viel Ablagefläche drumherum.

Ich startete meinen allerersten Versuch früh morgens kurz nach 4.

Ofen anstellen und in der Zwischenzeit die Teige zubereiten. Normalerweise machen wir das immer am Vortag, aber ich war so gespannt und wollte unbedingt loslegen.

Also mal wieder etwas improvisieren. Das kann ich ganz gut.

Der Ofen war in der Zwischenzeit heiß. Ausstellen tut er sich von alleine. Dann musste ich etwa 20 Minuten warten. So verteilt sich die Hitze gleichmäßiger im Backraum war in der Beschreibung zu lesen.

Gut.

Die Reihenfolge des Backgutes hatte ich auch aus der Beschreibung entnommen, das war ein guter Anhalt.

Zuerst kam das Landbrot dran, dann die Hefezöpfe und dann die Scones.

Mehr ließ mein Zeitfenster nicht zu. Schließlich wollte ich fertig sein, bevor der normale Betrieb losging. Zumindest wollte ich die Arbeitsplätze wieder in Ordnung haben.

Die Teige einschießen – Backgut in den Ofen geben- konnte ich ja auch ohne Dreck zu machen.

Herrlich wie das duftete. Und wie die fertigen Brote aussahen. Eine tolle Kruste und ein fluffiges Innenleben.

Fertige Backwaren frisch aus dem Ofen

Ich war voll zufrieden mit dem ersten Backergebnis. Bei den Scones muss ich noch etwas tüfteln. Aber ehrlicherweise hatte ich insgesamt so ein gutes Ergebnis auf Anhieb gar nicht erwartet.

Die Teige werde ich beim nächsten Mal auch wieder den Tag vorher herstellen. Das ist sowieso zur besseren Bekömmlichkeit gut. Außerdem kann man die Hefe reduzieren. Da tasten wir uns Stück für Stück vor. Das Korn ist ja auch nicht zu jeder Zeit gleich. Mal braucht es etwas mehr Wasser, mal kommt der Teig nicht so gut hoch. Gut Ding will Weile haben. Alles braucht eben seine Zeit.

Ich vermute übrigens, dass das der Grund ist, warum viele Menschen mit den herkömmlichen Backwaren ihre Probleme haben und daran in irgendeiner Form gesundheitlich reagieren.

Zeit ist Geld. Deswegen wird ja in der Industrie viel dazu getan, Zeit zu sparen. So gibt es dann den Sack mit der optimierten Fertigmischung, wo der Bäcker nur noch Wasser dazu tun muss und fertig. Was dann da alles drin ist, muß oft noch nicht mal deklariert werden. Ein Thema, was mich sehr ärgert. Die Industrie wird ja immer einen Schritt weiter sein wie der Gesetzgeber.

Da hilft nur, sich als Verbraucher gut zu informieren und dort zu, wo man ein gutes Gefühl hat und Fragen auch mal beantwortet werden. Das ist bei guten Handwerkern ja meist der Fall. Die freuen sich, wenn man für ihr Produkt Interesse zeigt..

Bei uns kommen solche Fertigmischungen jedenfalls nicht ins Haus. Ich will wissen, was drin ist.

Wir schroten sogar das Korn selber. Und auch beim Korn wissen wir, wo es herkommt. Entweder vom bäuerlichen Betrieb eins unserer Teammitglieder oder aus dem Wildsaaten freundlichem Anbau mit dem grünen Siegel.

So, nun war ich abgeschweift….ich wusste doch, dass es eine länger Geschichte wird.

In der Saison backen wir jetzt immer mindestens zweimal die Woche. Der Ofen soll gut ausgelastet sein. Korn ist frisch gemahlen und steht bereit für den nächsten Backtag. Falls keins mehr da ist, wird es eben frisch gemahlen. Das haben wir gut im Blick.

Mittlerweile hat es sich gut eingespielt: Die Teige sind bereits am Vortag hergestellt und werden dann morgens am Folgetag weiterverarbeitet.

Eine große Teigmaschine hat es dann zwischendurch auch noch von Häussler gegeben. Das war ne ähnlich Aktion: wir mal wieder geschäftlich unterwegs, dort vorbei, angeschaut und gefragt, ob man die gleich mitnehmen kann. Okay, auch eine halbe Palette passt locker in den Tesla. Trotz Reisegepäck.

Im Sommer ist es ein besonders Vergnügen, den Ofen anzuheizen: wenn noch alles schläft, meinen Steinbackofen mit selbst produziertem Strom aus erneuerbaren Energien zu starten. Was gibt es Schöneres? Und sonst ist es auch ziemlich wirtschaftlich. Einmal aufheizen kostet etwa 2,50€. Heißt also alles soll optimal getimt werden, damit nicht nachgeheizt werden muss.

Nach den Broten, Zimtschnecken und Kuchen kommen jetzt die Früchte zum Trocknen oder das Müsli in den Ofen. Brühe, Brombeersalz, Rhabarberbonbons….wir probieren immer noch mehr aus. Auch mal Gemüsekuchen, Pizzas und Ähnliches

Herrlich, wie das schon bald früh durchs Haus duftet. Das ist schon verlockend.

Einige unserer Gäste wissen das sehr zu schätzen und bestellen ihr Brot vor.

Jetzt in der Nebensaison ist reichlich Zeit, in Ruhe neue Rezepte auszuprobieren. Eins liegt schon sehr lange und wartet darauf, ausprobiert zu werden: ein dunkles Körnerbrot, wie es in Dänemark gebacken wird.

Ein Rezept von unserer Lieblingsinsel. Aus einem Kochbuch von einem traditionellen Lokal dort. Blätter ich da drin, ist es wie Urlaub. Ein schönes, wenn auch nicht günstiges Mitbringsel. Egal. Übrigens sind viele meiner Rezepte aus dem Ausland. Mitgebracht von Urlaubsreisen etc. Alles Rezepte mit Geschichten dahinter. Auch Brotrezepte wie das Kräuterbrot.

Für das dänische Körnerbrot muss ich allerdings erst einmal wie beschrieben einen Sauerteig von Grund auf anfertigen.

Überhaupt werde ich mich wieder um die Sauerteigbrote kümmern, so wie wir sie früher gebacken haben. Nur für unsere Familie, weil Brot damals schon etwas teuer für unseren Großhaushalt war. Glaub, das Rezept ist noch aus der Hobbythek. Ganz aktuell also-grins.

Bei uns ist echt alles voller Geschichten. Allein schon hier in der Geschichte von unserem Steinbackofen.

Gerade hab ich in meinem Lieblingsladen noch ne Bestellung fertiggemacht. Plätzchenausstecher, zusätzliche Backbleche und noch ein paar Arbeitsgeräte, die wir gut gebrauchen können.

Die einen gehen eben gerne in den Baumarkt, ich in die Abteilung Hauswirtschaft.

Nur mal luschern ….und Zack ist die Liste lang.

So hat jeder seinen Spleen und alles seine Geschichte. Wäre ja sonst auch langweilig, oder?

Vielleicht schreibt Ihr mal, falls Ihr mehr wissen wollt über unserem Steinbackofen.

Viele Grüße aus der Backstube,

Uta

P.S.: Wer das Backergebnis dann mal kosten möchte, darf sich gerne als Übernachtungsgast beim Frühstück damit verwöhnen lassen, wir übern derweil.

 

Falls jemand meint, das ist hier Werbung…na wenn dann nur aus vollem Herzen und ohne Auftrag oder sonst irgendeiner Gegenleistung meiner Lieblingsfirma von der schwäbischen Alb

 

 

 

 

Warum wir kein Biohotel sondern ein Klimahotel sind?

Warum wir kein Biohotel sondern ein Klimahotel sind?

    Warum wir kein Biohotel sondern ein KlimaHotel sind?

    So häufig werde ich das gefragt.

    Das hat sich mit der Zeit entwickelt.

    Es passt eben zu uns und unserem FAIRhaus.

    Ne, im Ernst:

    • Wir sind Wildnisschaffer, Heckenretter und Klimaschützer. 
    • Wir glauben, dass wir es noch schaffen können die Klimakurve zu bekommen. Auch wenn es sehr schwer werden wird und eine riesige Aufgabe vor uns allen liegt. 
    • Wir wollen eine enkeltaugliche Zukunft für unsere und für andere Enkel.

    Nie hätte ich gedacht, so etwas zu schreiben.

    Als wir vor mehr als 20 Jahren alles hier ins Leben gerufen haben, war erstmal nur der Gedanke an Ressourcen sparen. Blockheizkraftwerke, zwei Wasserkreisläufe, die vollbiologische Kläranlage….  Geld zu sparen, ist dabei ein schöner Nebeneffekt. Ein gutes Gefühl macht es sowieso.

    Dann kam 2006 die Pension dazu und alles wurde immer nachhaltiger.

    Regionale Produkte, die Wege wurden und werden immer kürzer. Die Auswahl auf dem Frühstückstisch und unser Service immer experimentierfreudiger, aber immer aus Schleswig Holstein.

    Und jetzt Biohotel?

    Das habe ich tatsächlich auch überlegt, weil es mich immer genervt hat mit den „normalen“ Ferienunterkünften verglichen zu werden.

    Bei uns ist es eben anders: wir „verkaufen“ auch eine Philosophie dahinter.

    Also doch Biohotel?

    Zwei mal hatte ich mich in größeren Abständen damit auseinandergesetzt. Lange- und wer mich kennt, weiß was das heißt- habe ich überlegt. Ich habe viele tolle BioHotels und deren Betreiber kennengelernt. Mir fehlte damals (2009) aber sehr der Energieaspekt…das mag sich in der Zwischenzeit geändert haben.

    Außerdem ist es mit erheblichen Kosten verbunden, die ich mir mit meinem kleinen Betrieb so nicht leisten kann und will. Zudem kommt noch, dass mich die Biolizenz, die man logischer Weise dazu noch zusätzlich braucht, mit meinem Ansatz zu sehr einschränkt.

    Wir leben nunmal auf dem platten Land. Bei einem Radius von 20 Kilometer um unseren Betrieb ist bestimmt die Hälfte Wasser. Biobetriebe gibt es wenige in der Nähe.

    Gerade das möchte ich aber beibehalten:

    • Mit Produzenten aus der Nähe zusammen arbeiten
    • Produzenten, die ich kenne.
    • Produzenten, die ihre Produkte kennen.
    • Wo ich deren Geschichten am Tisch dann dem Gast erzählen kann.

    Jetzt gibt es für mich sowieso dorthin keinen Weg aus Gründen…erzähle ich gerne mal in einem persönlichen Gespräch.

    Dann wurde der Name von Janbeck*s Café-Pension und mehr in Janbeck*s FAIRhaus geändert.

    Gut so, denn das war schon mal die Grundlage um unsere Philosophie nach draußen zu tragen.

    Die Definition „unserers fairs“ haben wir dann später gefunden:

    fröhlich & fair, ambitioniert & anders, inspirierend & interessiert, regional & ressourcenschonend.

    Mit dem ersten Elektroauto 2014 kam auch das Statement nach draußen. Je öfters wir auf den Touren mit der WAVE durch die DACH Region in Schulen und auf Marktplätzen mit Menschen diskutiert hatten,über neue Technologien abseits von fossilen Energien, je öfters wir in Interviews Stellung beziehen mussten, umso klarer wurden wir in unseren Gedanken.

    Wer dann, wie wir, in Genf bei der UNO 2016 für den C02 Preis und die Einhaltung des 1,5 Grad Zieles demonstriert hat, ist wohl als kleiner Umweltaktivist einzuordnen, oder? Auf jeden Fall bleibt das unvergessen.

    Den offiziellen Film dazu von unserer Reise mit 23.000 Klimaversprechen von Kindern der ganzen Welt im Gepäck gibt es hier.

    Mit der Wavetrophy 2016 in Genf

    …wir sind schon etwas „verrückt“ oder sagen wir anders.

    Mittlerweile werden wir auch mal als anstrengend bezeichnet oder für unsere Konsequenz gelobt.

    Na, ja. Ich nehme das beides mal als Kompliment, denn wenn wir raus aus unserer bequemen Komfortzone möchten, müssen wir was ändern. Oft braucht es da jemanden, der uns motiviert oder auch nervt.

    Die Rede von Severn Cullis Szuzuki vor der UNO 1998 in Paris ist mir einfach zu sehr in meinem  Kopf geblieben.

    Ja, wie können wir allen ernstes unseren Enkeln eine Zukunft versprechen in der sie auch noch so unbeschwert leben können wie wir früher? Heile Welt? Auf Bäume klettern? Schmetterlinge beobachten? Wir wissen doch schon lange, dass es anders werden wird. Ganz anders.

    Ich muss schon von meinen Urenkeln sprechen, denn unsere Enkel sind schon bald so groß…aber auch hier und heute bemerke ich die Sorgen. Es geht schon ans Herz, wenn meine 9jährige Enkeltochter reingestürmt kommt und aufgeregt fragt, ob das stimmt, dass in ihrem Shampoo Mikroplastik drin ist. Oder wenn sie erschrocken ist wegen der an Plastik verendeten Schweinswale am Strand. Nicht so einfach dann als Oma aufzuklären, Hilfswege anzubieten und gleichzeitig nicht zu demotivieren. Sie hat doch noch ihr ganzes Leben vor sich.

    Also los: 

    • schau auf das Produkt, was Du kaufen willst
    • Lass es stehen,  wenn da PEG + ne Nummer dahinter steht.
    • nicht kaufen oder benutzen.

    Das bekommen auch schon Kinder hin.

    Was es mit dem PEG auf sich hat? Das sind künstliche Hilfsmittel und ganz platt gesprochen Mikroplastik. Es sind Füllstoffe, die Haare geschmeidiger oder sonst was machen sollen damit es sich gut anfühlt. Mir kommt es eher wie ne Art Zwei Komponenten Kleber daher, weil es sich mit der Waschlauge zum Beispiel verklebt und hässliche Flecken in der Wäsche verursacht. 

    Ganz ehrlich ich finde es einen Skandal, dass so was, gerade in Kinderprodukten – erlaubt wird.

    Wie das mit dem PEG genau ist habe ich schonmal in einem Blogbeitrag geschrieben.

    Sei Teil der Lösung- nicht Teil des Problems hatten wir auf der WAVE gelernt.

    Stück für Stück immer nachhaltiger zu werden und zu leben. Immer zu überlegen wie man es für unsere ( und andere) Enkel besser machen kann.

    Was liegt dann also viel näher für eine kleine Bed and Breakfast Pension als ein KlimaHotel zu werden?

    Zugegeben erstmal kam ich selber nicht auf die Idee. Die Messlatte liegt hoch.

    • Viabono zertifiziert
    • C02 Fußabdruck
    • jährliche Rezertifizierung
    • Ökostrom
    • Lademöglichkeit für Elektroautos
    • Charta der Vielfalt
    • Bienenstöcke am Haus…

    Die Regularien geben sich die KlimaHotels übrigens selber und versuchen bei der jährlichen Tagung immer noch besser zu werden.

    Ausschlaggebend für mich war dann letztendlich eine nachhaltige Tagung in 2018 in Lübeck.

    Unvergessen wegen der tollen Organisation. Unvergessen aber auch wegen dem Schneesturm, der alles ganz schön durcheinander gebracht hatte.

    Meine Vorbilder waren da:

    Barbara Kenner von Kenners Landlust, Ben Förtsch vom Creativhotel Luise….

    …was für eine tolle, bereichernde Veranstaltung. Netzwerken pur.

    Ben war es dann, der mich ermuntert hat doch beizutreten und ein KlimaHotel zu werden.

    Echt jetzt? Ich mit meinem kleinen Betrieb bei den Großen? Bei den 4 Sterne superior Häusern?

    Was mir damals noch so suspekt war, ist der große Unterschied zu vielen anderen Kooperationen.

    • Klein und fein und schon mehr als 10 Jahre in Aktion. 
    • Wenn auch nicht so präsent wie andere. 
    • Und was kaum einer weiß: die KlimaHotels sind angesiedelt bei Viabono.

      Viabono ist ein Verein, 2001 initiiert vom Bundesumweltministerium, dem Umweltamt und zahlreicher touristischer Verbände um nachhaltigen Tourismus zu fördern. Auch das ist ein Unterschied zu allen anderen Kooperationen.

    • Außerdem ist es die erste klimapositive Hotelkooperation….und das seit 2013.

     

    Ist wie es ist! Und ich sag immer: es kommt, wie es soll!

    Passt auch viel besser zu uns: KlimaHotel und eben mehr als nur neutral. 

    Wir sind eben klimapositiv! Wie alle 10 KlimaHotels.

    So, nun wäre auch das mal geklärt. Und wer mich kennt, oder erlebt hat, weiß jetzt auch, warum ich manchmal etwas energisch zum Thema Klimawandel werde. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Gar keine! Da braucht es Leute, die unbequem sind, um die anderen aus der Komfortzone zu holen.

    „Von nüscht kommt eben nüscht“ wie meine Großmutter immer sagte.

    Oder neudeutsch:

    Zukunft braucht kein Zögern

    Meldet Euch, wenn Ihr nicht weiter kommt, oder nicht wisst, wo Ihr anfangen sollt. Ich kann Euch auch in Workshops etwas unterstützen.

    Viele Grüße

    Uta

    Und hier noch ein lesenserter Beitrag aus der GEO:

    https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/20913-rtkl-severn-cullis-suzuki-das-maedchen-das-27-jahre-vor-greta-den

           

           

          Themenzimmer und die SDG´s

          Themenzimmer und die SDG´s

          Schon länger wollte ich meinen Zimmern, bzw. denen meiner kleinen ökologischen Pension mehr meine Handschrift geben. Themenzimmer, das wär´s. Ich hatte mich aber nicht getraut…

          Überall kamen neue schöne Quartiere in der Umgebung dazu. Gut so. Aber gefühlt sahen alle für mich gleich aus. Alle schön hell mit einer Mischung aus dem schwedischen Möbelhaus und alten Möblen….Puh.

          Das hatte ich schon jetzt 13 Jahre in den Räumlichkeiten. Da mußte mal frischer Wind rein.

          Also Zeit endlich meine Themenzimmer umzusetzen! Endlich weg von hell und langweilig.

          Farbe sollte rein. Und auch da habe ich verabschiedet: rot- weiß- blau für Schleswig Holstein geht raus, auch wenn mein Herz natürlich dran hängt.

          #verliebtinsh ist schließlich mein Hashtag.

          Mir war nach Farbe, auch und gerade nach dieser tristen Zeit. So lange ohne Gäste. So lange Berufsverbot, anders kann man das ja nicht nennen.

          Also wieder blau. Aber mehr blau auch an den Wänden. Ich ließ den Maler kommen, der Biofarbe an die Wände der Ferienwohnungen gebracht hat. Zumindestens in den Quartieren über dem Café. In der Südscheune, wie wir intern sagen. Biobetten dazu und renovierte Bäder in einem hellen grau. Kombiniert mit den vorhandenen noch guten Möbeln, die jetzt nochmal ins rechte Licht gerückt werden. Mir gefällts. Wenn ich könnte, würde ich in den anderen Ferienwohnungen weiter machen….on verra.

          Die SDGs, oder Sustainable Development Goals- zu deutsch 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung​ beschäftigen uns schon länger…die wollen wir gerne an die Menschen bringen.

          Allen Quartieren habe ich also dann Personen, die mich bewegen und das passende SDG zugeordnet. So wie es passt.

          Im Doppelzimmer Süd​ war Sebastian Kneipp meine Inspiraionsquelle. 200 Jahre ist seine Lehre von den 5 Säulen schon alt und trotzdem verbinden viele mit ihm nur Wasser. Dabei gründet seine Lehre auf Kräuter- Ernährung- Bewegung- Wasser und dem seelischen Gleichgewicht. Irgendwann habe ich eine Ausbildung zum Kneipp Gesundheitstrainer an der Sebastian Kneipp Akademie in Bad Wörishofen gemacht und bin seitdem fasziniert von der Ganzheitlichkeit.

          Also Themenzimmer 1: Süd- Kneipp- Natur- Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3)

          Ost steht dann für mich für Ostpreussen, Siegfried Lenz und Partnerschaften (SDG17). Mit Erinnerungen an Ostpreussen bin ich aufgewachsen, Uta steht im Dom zu Naumburg und Siegfreid Lenz hat eine besondere Verbindung zu Gelting. Neugierig? Ich erkläre das gerne. Bücher vom Feuerschiff und der Jütländischen Kaffeetafel passen doch gut dazu, oder?

          In West gab es schon immer englisches Geschirr und die Landschaft Angeln hat ja nun eine besondere Affinität zu England. Ein Film über Prinz Charles, die Beatles und das SDG 16 für Frieden findet sich hier wieder.

          Im Kuhstall gibt es dann mehr über Astrid Lindgren, mehr über Kühe und nachhaltigen Konsum (SDG 12).

          Landleben- Bienen, Blumen und das Leben an Land (SDG 15) passt natürlich gut in die Bauernstube und im Regal finden sich Bücher von Karl Larsson und Astrid Lindgren.

          Wasser ist ja das Thema, was mich am meisten bewegt. Vom Leben im Wasser (SDG 6) und mit Wasser. Logisch, dass sich das in der Ferienwohnung Wasser wiederfindet. Wer das Buch von Maja Lunde noch nicht gelesen hat findet es hier.

          Und in der Ferienwohnung Wolken geht es um die Energie der Sonne, die uns der Himmel schickt. Also: bezahlbare Energie (SDG 7).

          Ich verrate mal nicht zu viel. Lasst Euch überraschen von meinen Themenzimmern und den SDG´s.

          Versprochen ist aber, dass alles nur sehr dosiert vorkommt. Hier ein Bild, da ein Spruch und im Regal ein Buch. Anstoß, auch mit Augenzwinkern. Nachdenklich machen. Personen von einer anderen Seite zeigen. Mehr nicht.

          Da das hier aber schon eine große Hotelgemeinde ist, ein Dorf im Dorf, mit vielen Stammgästen, und neuen Gästen, die das gut finden, was wir machen, oder ähnlich leben, sind das jetzt sowas wie meine Entdeckungstipps.

          Jetzt bin ich gespannt, wie es ankommt.

          Viele Grüße

          Uta