Warum wir kein Biohotel sondern ein Klimahotel sind?

Warum wir kein Biohotel sondern ein Klimahotel sind?

    Warum wir kein Biohotel sondern ein KlimaHotel sind?

    So häufig werde ich das gefragt.

    Das hat sich mit der Zeit entwickelt.

    Es passt eben zu uns und unserem FAIRhaus.

    Ne, im Ernst:

    • Wir sind Wildnisschaffer, Heckenretter und Klimaschützer. 
    • Wir glauben, dass wir es noch schaffen können die Klimakurve zu bekommen. Auch wenn es sehr schwer werden wird und eine riesige Aufgabe vor uns allen liegt. 
    • Wir wollen eine enkeltaugliche Zukunft für unsere und für andere Enkel.

    Nie hätte ich gedacht, so etwas zu schreiben.

    Als wir vor mehr als 20 Jahren alles hier ins Leben gerufen haben, war erstmal nur der Gedanke an Ressourcen sparen. Blockheizkraftwerke, zwei Wasserkreisläufe, die vollbiologische Kläranlage….  Geld zu sparen, ist dabei ein schöner Nebeneffekt. Ein gutes Gefühl macht es sowieso.

    Dann kam 2006 die Pension dazu und alles wurde immer nachhaltiger.

    Regionale Produkte, die Wege wurden und werden immer kürzer. Die Auswahl auf dem Frühstückstisch und unser Service immer experimentierfreudiger, aber immer aus Schleswig Holstein.

    Und jetzt Biohotel?

    Das habe ich tatsächlich auch überlegt, weil es mich immer genervt hat mit den „normalen“ Ferienunterkünften verglichen zu werden.

    Bei uns ist es eben anders: wir „verkaufen“ auch eine Philosophie dahinter.

    Also doch Biohotel?

    Zwei mal hatte ich mich in größeren Abständen damit auseinandergesetzt. Lange- und wer mich kennt, weiß was das heißt- habe ich überlegt. Ich habe viele tolle BioHotels und deren Betreiber kennengelernt. Mir fehlte damals (2009) aber sehr der Energieaspekt…das mag sich in der Zwischenzeit geändert haben.

    Außerdem ist es mit erheblichen Kosten verbunden, die ich mir mit meinem kleinen Betrieb so nicht leisten kann und will. Zudem kommt noch, dass mich die Biolizenz, die man logischer Weise dazu noch zusätzlich braucht, mit meinem Ansatz zu sehr einschränkt.

    Wir leben nunmal auf dem platten Land. Bei einem Radius von 20 Kilometer um unseren Betrieb ist bestimmt die Hälfte Wasser. Biobetriebe gibt es wenige in der Nähe.

    Gerade das möchte ich aber beibehalten:

    • Mit Produzenten aus der Nähe zusammen arbeiten
    • Produzenten, die ich kenne.
    • Produzenten, die ihre Produkte kennen.
    • Wo ich deren Geschichten am Tisch dann dem Gast erzählen kann.

    Jetzt gibt es für mich sowieso dorthin keinen Weg aus Gründen…erzähle ich gerne mal in einem persönlichen Gespräch.

    Dann wurde der Name von Janbeck*s Café-Pension und mehr in Janbeck*s FAIRhaus geändert.

    Gut so, denn das war schon mal die Grundlage um unsere Philosophie nach draußen zu tragen.

    Die Definition „unserers fairs“ haben wir dann später gefunden:

    fröhlich & fair, ambitioniert & anders, inspirierend & interessiert, regional & ressourcenschonend.

    Mit dem ersten Elektroauto 2014 kam auch das Statement nach draußen. Je öfters wir auf den Touren mit der WAVE durch die DACH Region in Schulen und auf Marktplätzen mit Menschen diskutiert hatten,über neue Technologien abseits von fossilen Energien, je öfters wir in Interviews Stellung beziehen mussten, umso klarer wurden wir in unseren Gedanken.

    Wer dann, wie wir, in Genf bei der UNO 2016 für den C02 Preis und die Einhaltung des 1,5 Grad Zieles demonstriert hat, ist wohl als kleiner Umweltaktivist einzuordnen, oder? Auf jeden Fall bleibt das unvergessen.

    Den offiziellen Film dazu von unserer Reise mit 23.000 Klimaversprechen von Kindern der ganzen Welt im Gepäck gibt es hier.

    Mit der Wavetrophy 2016 in Genf

    …wir sind schon etwas „verrückt“ oder sagen wir anders.

    Mittlerweile werden wir auch mal als anstrengend bezeichnet oder für unsere Konsequenz gelobt.

    Na, ja. Ich nehme das beides mal als Kompliment, denn wenn wir raus aus unserer bequemen Komfortzone möchten, müssen wir was ändern. Oft braucht es da jemanden, der uns motiviert oder auch nervt.

    Die Rede von Severn Cullis Szuzuki vor der UNO 1998 in Paris ist mir einfach zu sehr in meinem  Kopf geblieben.

    Ja, wie können wir allen ernstes unseren Enkeln eine Zukunft versprechen in der sie auch noch so unbeschwert leben können wie wir früher? Heile Welt? Auf Bäume klettern? Schmetterlinge beobachten? Wir wissen doch schon lange, dass es anders werden wird. Ganz anders.

    Ich muss schon von meinen Urenkeln sprechen, denn unsere Enkel sind schon bald so groß…aber auch hier und heute bemerke ich die Sorgen. Es geht schon ans Herz, wenn meine 9jährige Enkeltochter reingestürmt kommt und aufgeregt fragt, ob das stimmt, dass in ihrem Shampoo Mikroplastik drin ist. Oder wenn sie erschrocken ist wegen der an Plastik verendeten Schweinswale am Strand. Nicht so einfach dann als Oma aufzuklären, Hilfswege anzubieten und gleichzeitig nicht zu demotivieren. Sie hat doch noch ihr ganzes Leben vor sich.

    Also los: 

    • schau auf das Produkt, was Du kaufen willst
    • Lass es stehen,  wenn da PEG + ne Nummer dahinter steht.
    • nicht kaufen oder benutzen.

    Das bekommen auch schon Kinder hin.

    Was es mit dem PEG auf sich hat? Das sind künstliche Hilfsmittel und ganz platt gesprochen Mikroplastik. Es sind Füllstoffe, die Haare geschmeidiger oder sonst was machen sollen damit es sich gut anfühlt. Mir kommt es eher wie ne Art Zwei Komponenten Kleber daher, weil es sich mit der Waschlauge zum Beispiel verklebt und hässliche Flecken in der Wäsche verursacht. 

    Ganz ehrlich ich finde es einen Skandal, dass so was, gerade in Kinderprodukten – erlaubt wird.

    Wie das mit dem PEG genau ist habe ich schonmal in einem Blogbeitrag geschrieben.

    Sei Teil der Lösung- nicht Teil des Problems hatten wir auf der WAVE gelernt.

    Stück für Stück immer nachhaltiger zu werden und zu leben. Immer zu überlegen wie man es für unsere ( und andere) Enkel besser machen kann.

    Was liegt dann also viel näher für eine kleine Bed and Breakfast Pension als ein KlimaHotel zu werden?

    Zugegeben erstmal kam ich selber nicht auf die Idee. Die Messlatte liegt hoch.

    • Viabono zertifiziert
    • C02 Fußabdruck
    • jährliche Rezertifizierung
    • Ökostrom
    • Lademöglichkeit für Elektroautos
    • Charta der Vielfalt
    • Bienenstöcke am Haus…

    Die Regularien geben sich die KlimaHotels übrigens selber und versuchen bei der jährlichen Tagung immer noch besser zu werden.

    Ausschlaggebend für mich war dann letztendlich eine nachhaltige Tagung in 2018 in Lübeck.

    Unvergessen wegen der tollen Organisation. Unvergessen aber auch wegen dem Schneesturm, der alles ganz schön durcheinander gebracht hatte.

    Meine Vorbilder waren da:

    Barbara Kenner von Kenners Landlust, Ben Förtsch vom Creativhotel Luise….

    …was für eine tolle, bereichernde Veranstaltung. Netzwerken pur.

    Ben war es dann, der mich ermuntert hat doch beizutreten und ein KlimaHotel zu werden.

    Echt jetzt? Ich mit meinem kleinen Betrieb bei den Großen? Bei den 4 Sterne superior Häusern?

    Was mir damals noch so suspekt war, ist der große Unterschied zu vielen anderen Kooperationen.

    • Klein und fein und schon mehr als 10 Jahre in Aktion. 
    • Wenn auch nicht so präsent wie andere. 
    • Und was kaum einer weiß: die KlimaHotels sind angesiedelt bei Viabono.

      Viabono ist ein Verein, 2001 initiiert vom Bundesumweltministerium, dem Umweltamt und zahlreicher touristischer Verbände um nachhaltigen Tourismus zu fördern. Auch das ist ein Unterschied zu allen anderen Kooperationen.

    • Außerdem ist es die erste klimapositive Hotelkooperation….und das seit 2013.

     

    Ist wie es ist! Und ich sag immer: es kommt, wie es soll!

    Passt auch viel besser zu uns: KlimaHotel und eben mehr als nur neutral. 

    Wir sind eben klimapositiv! Wie alle 10 KlimaHotels.

    So, nun wäre auch das mal geklärt. Und wer mich kennt, oder erlebt hat, weiß jetzt auch, warum ich manchmal etwas energisch zum Thema Klimawandel werde. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Gar keine! Da braucht es Leute, die unbequem sind, um die anderen aus der Komfortzone zu holen.

    „Von nüscht kommt eben nüscht“ wie meine Großmutter immer sagte.

    Oder neudeutsch:

    Zukunft braucht kein Zögern

    Meldet Euch, wenn Ihr nicht weiter kommt, oder nicht wisst, wo Ihr anfangen sollt. Ich kann Euch auch in Workshops etwas unterstützen.

    Viele Grüße

    Uta

    Und hier noch ein lesenserter Beitrag aus der GEO:

    https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/20913-rtkl-severn-cullis-suzuki-das-maedchen-das-27-jahre-vor-greta-den

           

           

          Themenzimmer und die SDG´s

          Themenzimmer und die SDG´s

          Schon länger wollte ich meinen Zimmern, bzw. denen meiner kleinen ökologischen Pension mehr meine Handschrift geben. Themenzimmer, das wär´s. Ich hatte mich aber nicht getraut…

          Überall kamen neue schöne Quartiere in der Umgebung dazu. Gut so. Aber gefühlt sahen alle für mich gleich aus. Alle schön hell mit einer Mischung aus dem schwedischen Möbelhaus und alten Möblen….Puh.

          Das hatte ich schon jetzt 13 Jahre in den Räumlichkeiten. Da mußte mal frischer Wind rein.

          Also Zeit endlich meine Themenzimmer umzusetzen! Endlich weg von hell und langweilig.

          Farbe sollte rein. Und auch da habe ich verabschiedet: rot- weiß- blau für Schleswig Holstein geht raus, auch wenn mein Herz natürlich dran hängt.

          #verliebtinsh ist schließlich mein Hashtag.

          Mir war nach Farbe, auch und gerade nach dieser tristen Zeit. So lange ohne Gäste. So lange Berufsverbot, anders kann man das ja nicht nennen.

          Also wieder blau. Aber mehr blau auch an den Wänden. Ich ließ den Maler kommen, der Biofarbe an die Wände der Ferienwohnungen gebracht hat. Zumindestens in den Quartieren über dem Café. In der Südscheune, wie wir intern sagen. Biobetten dazu und renovierte Bäder in einem hellen grau. Kombiniert mit den vorhandenen noch guten Möbeln, die jetzt nochmal ins rechte Licht gerückt werden. Mir gefällts. Wenn ich könnte, würde ich in den anderen Ferienwohnungen weiter machen….on verra.

          Die SDGs, oder Sustainable Development Goals- zu deutsch 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung​ beschäftigen uns schon länger…die wollen wir gerne an die Menschen bringen.

          Allen Quartieren habe ich also dann Personen, die mich bewegen und das passende SDG zugeordnet. So wie es passt.

          Im Doppelzimmer Süd​ war Sebastian Kneipp meine Inspiraionsquelle. 200 Jahre ist seine Lehre von den 5 Säulen schon alt und trotzdem verbinden viele mit ihm nur Wasser. Dabei gründet seine Lehre auf Kräuter- Ernährung- Bewegung- Wasser und dem seelischen Gleichgewicht. Irgendwann habe ich eine Ausbildung zum Kneipp Gesundheitstrainer an der Sebastian Kneipp Akademie in Bad Wörishofen gemacht und bin seitdem fasziniert von der Ganzheitlichkeit.

          Also Themenzimmer 1: Süd- Kneipp- Natur- Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3)

          Ost steht dann für mich für Ostpreussen, Siegfried Lenz und Partnerschaften (SDG17). Mit Erinnerungen an Ostpreussen bin ich aufgewachsen, Uta steht im Dom zu Naumburg und Siegfreid Lenz hat eine besondere Verbindung zu Gelting. Neugierig? Ich erkläre das gerne. Bücher vom Feuerschiff und der Jütländischen Kaffeetafel passen doch gut dazu, oder?

          In West gab es schon immer englisches Geschirr und die Landschaft Angeln hat ja nun eine besondere Affinität zu England. Ein Film über Prinz Charles, die Beatles und das SDG 16 für Frieden findet sich hier wieder.

          Im Kuhstall gibt es dann mehr über Astrid Lindgren, mehr über Kühe und nachhaltigen Konsum (SDG 12).

          Landleben- Bienen, Blumen und das Leben an Land (SDG 15) passt natürlich gut in die Bauernstube und im Regal finden sich Bücher von Karl Larsson und Astrid Lindgren.

          Wasser ist ja das Thema, was mich am meisten bewegt. Vom Leben im Wasser (SDG 6) und mit Wasser. Logisch, dass sich das in der Ferienwohnung Wasser wiederfindet. Wer das Buch von Maja Lunde noch nicht gelesen hat findet es hier.

          Und in der Ferienwohnung Wolken geht es um die Energie der Sonne, die uns der Himmel schickt. Also: bezahlbare Energie (SDG 7).

          Ich verrate mal nicht zu viel. Lasst Euch überraschen von meinen Themenzimmern und den SDG´s.

          Versprochen ist aber, dass alles nur sehr dosiert vorkommt. Hier ein Bild, da ein Spruch und im Regal ein Buch. Anstoß, auch mit Augenzwinkern. Nachdenklich machen. Personen von einer anderen Seite zeigen. Mehr nicht.

          Da das hier aber schon eine große Hotelgemeinde ist, ein Dorf im Dorf, mit vielen Stammgästen, und neuen Gästen, die das gut finden, was wir machen, oder ähnlich leben, sind das jetzt sowas wie meine Entdeckungstipps.

          Jetzt bin ich gespannt, wie es ankommt.

          Viele Grüße

          Uta

          Wir sind Modellregion…

          Wir sind Modellregion….und noch nicht dabei.

          Ja, wir sind eine Modellregion hier an der Schlei, die zeigen darf, dass sicherer Urlaub möglich ist. 12 Regionen hatten sich in Schleswig Holstein darum beworben touristisches Modellprojekt zu werden. 4 sind ausgewählt worden….zwei davon haben ihren Start aus verschiedenen Gründen schon verschoben.

          Ab dem 19.04. dürfen Gäste wieder in Schleswig Holstein in diesen Regionen urlauben. Unter bestimmten Bedingungen und natürlich mit Regeln für alle Seiten. Als Betrieb ist man NICHT automatisch dabei. Man muß sich „bewerben“ und Regularien nachweisen.

          Tja, das ist so eine Sache.

          Wir als Vermieter möchten sehr gerne wieder Gastgeber sein, gerade nach sooo langer Zeit.

          Gäste möchten gerne reisen, nach sooo langer Zeit. Gut nachzuvollziehen.

          Man muß aber gut abwägen.

          Wir hier in Janbeck*s FAIRhaus haben alles Mögliche für eine sichere Anreise und sicheren Aufenthalt hier gemacht.

          Vom Anreisecheck bei uns auf der Homepage, der LUCA App zum einchecken, umfangreiches Hygienekonzept usw.

          Bei uns häufen sich die Anfragen und ich versuche mal zu erklären, was da so alles dranhängt.

          Für so ein Projekt gibt es Spielregeln!

          Wir als Vermieter müssen:

          natürlich ein überarbeitetes Hygienekonzept haben

          dürfen Gäste mit einem 48h Schein annehmen

          müssen unsere Gäste kontrollieren und bei Nichteinhaltung der Regeln zum Abreisen auffordern

          Gäste dürfen nur mit einem negativen Corona Test anreisen

          Sie müssen sich- auch wenn sie geimpft sind- jeden 3./4. Tag ihres Urlaubs wieder testen lassen (dafür werden extra Testmöglichkeiten geschaffen, damit man der Bevölkerung keine Testkapazitäten „wegnimmt“)

          Kinder ab 6 Jahren müssen auch zu den Tests

          Gäste dürfen nur in der LUCA App einchecken

          Und sie müssen ihre Daten zu wissenschaftlichen Auswertungen freigeben.

          Spielregeln für Gäste und die dazugehörigen FAQ finden sich auf der Seite der OstseefjordSchlei GmbH.

          …ich würde sehr gerne wieder Gastgeber sein

          Die Anfragen, die mich im Moment erreichen zerschlagen sich aber aufgrund der Regularien meist ziemlich schnell. Es sind ganz wenige, die sich durch die Regeln gut aufgehoben fühlen.

          Verschrecke ich die Gäste?

          Ich finde, wenn man in diesen Zeiten reist, muß man wissen, was auf einen zukommen kann. Die Regeln dazu habe ich nicht gemacht…

          Also erwähne ich das VOR der Buchung bzw. den Reservierungsformalitäten.

          Meine Fragen zu den Ausführungsbestimmungen wurden zwar seitens der Touristiker beantwortet, lassen mich aber mit einem unguten Gefühl zurück.

          Ich bin Gastgeber. Wer hier bei uns in Janbeck*s FAIRhaus ist, lebt fast wie in einer Familie oder Wohngemeinschaft.

          …wenn auch auf Distanz und mit viel Platz.

          Ich soll meine Gäste nach Hause schicken, wenn sie den Test nicht gemacht haben, vielleicht im Urlaubsmodus vergessen haben …..

          Wenn Gäste ihre 6 Jährigen nicht testen lassen müssen sie abreisen.

          Bekommen Gäste Besuch in ihren Ferienwohnungen ist das auch nicht regelkonform…sie müssen abreisen…

          Bei Nichteinhaltung der Regeln ist das Projekt für den Betrieb beendet.

          Ich bin Gastgeber mit Herz, kein Hilfssheriff…

          Wir sind ein ganz kleiner Betrieb. Größere Resorts etc. können jemand beauftragen, der sich um die Formalien und die Durchsetzung kümmert.

          Ich bin hin und hergerissen. Sitze zwischen den Stühlen.

          Zumal immer ein Damoklesschwert über uns schwebt. Die Inzidenzen sind hier schon lange sehr niedrig. Wird sich das ändern?

          Wir haben so eine schöne Gemeinschaft mit den Gästen, geht die kaputt?

          Ich mache es mir nicht leicht…

          Ich möchte noch etwas abwarten, auch aus Gründen, um meine Mitarbeiter und meinen Betrieb zu schützen.

          Mal sehen, wie es so anläuft in den anderen Betrieben.

          Wir halten die Augen und Ohren offen und werden für uns eine Lösung finden.

          Wenn sich bei uns etwas ändert werden wir uns melden.

          Bis dahin: Bleibt gesund

          Uta

          Öffnen oder nicht?

          Öffnen oder nicht?

          Außengastronomie öffnen? Oder nicht? Warum wir unser Café vorerst noch geschlossen lassen.

          Du meine Güte….da wartet man die ganze Zeit sehnsüchtig, endlich wieder öffnen zu dürfen und dann das….wobei der Inzidenzwert in unserem Landkreis schon lange unter 50 ist.

          Man fragt sich, warum ist man eigentlich geschlossen.

          Seit nunmehr über 200 Tagen dürfen wir keine Gastgeber sein. Geschlossen um reisen und Kontakte der Gäste zu verhindern. Prophylaktisch, denn niemand hat bisher nachgewiesen, dass aus unserer Branche ein erhöhtes Infektionsrisiko abzuleiten ist.

          Wie dem auch sei…jetzt sollen wir plötzlich die Aussengastronomie öffnen dürfen.

          Bescheid gab´s am 08.04. über die Touristiker, Medien etc.

          Offiziell gerade eben, heute am 11.04.2021. Öffnen dürfen wir theoretisch am 12.04.2021.

          Ein Verfahren, was wir seit einem Jahr so kennen.

          Mal nur so nebenbei: heute regnet und windet es den ganzen Tag bei einer Außentemperatur um die 5 Grad.

          Genau das richtige Wetter für einen Kaffee draußen- Ironie off.

          Ich glaube von dem, was in Betrieben alles organisiert werden muß, damit man einen Gastronomiebetrieb wieder hochfahren kann, hat da wohl kaum jemand Ahnung.

          Die Bestellungen für die Lebensmittel hätte die ich schon am 08.04. abgeben müssen.

          Auch die Maschinen im Café mögen so lange Standzeiten nicht. Mal sehen welche dann uns technisch im Stich läßt…..das wird noch spannend.

          Egal: Ich wäre ja nicht ich, wenn ich auch in dem Fall einen anderen Weg gehe.

          Ich lasse das Café noch geschlossen

          Ich sehe diese Öffnung der Außengastronomie eher kritisch.

          Wir leben von Touristen und sind auf dem platten Land. Nicht an einer Promenade.

          Erst wenn viele Touristen und unsere Gäste da sind machen wir auch so Umsatz, dass es sich lohnt einzukaufen, verschiedenen Kuchen zu backen etc.

          So produzieren wir nur unnötig Kosten, bestellen Lebensmittel, die wir nachher dann wegschmeißen und holen Personal am Wochenende dazu…das passt wahrlich nicht zu unserer Firmenphilosophie. Und nachhaltig ist das schon mal gar nicht.

          Wir haben genug zu tun, auch so. Ändern gerade so einiges…

          Abläufe, Technik, Ausstattung…

          Also…wir warten einfach mal ab, was passiert und freuen uns auf bessere Zeiten.

          Viele Grüße,

          Uta

          Brokdorf und ein Öko Hippie

          Brokdorf und ein Öko Hippie

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          Brokdorf- Echt, schon 40 Jahre her…die größte Demonstration in Schleswig Holstein.

          Zig Tausende gegen Atomkraft auf den Straßen.

          Ich erinner es noch ziemlich genau…es gehört zu meiner Geschichte.

          Seit 1976 war es immer wieder zu Demos und Ausschreitungen wegen dem Bau der Kernkraftwerke an der Elbe gekommen.

          Ich war überhaupt nicht politisch interessiert. Dann kam die Oberstufe, der damals typische Berlinbesuch, der Krieg in Nordirland im Englisch GK…

          Immer mehr bekam ich mit, dass meine Klassenkameraden sich da an der Elbe „engagierten“.

          Das führte immer wieder zu heftigen politischen Diskussionen im Unterricht.

          Erst richtig kam ich ins Grübeln als ich meine amerikanische Austauschschülerin in Massachusetts besuchen durfte.

          Eine völlig andere Lebensweise erwartete mich. Beamtenkind in Akademiker Familie.

          Multikulti  mit einer mexikanischen Haushälterin, Gasteltern skandinavischer Abstammung, Gastkindern, die sehr amerikanisch waren und einem japanischen Austauschschüler.

          Es wurde ständig diskutiert. Auf englisch.Über Kultur, Geschichte, Philosophie.

          Essen wurde ganz anders zelebriert. Viel aus biologischem Anbau gekauft und selber zubereitet.

          Nicht typisch amerikanisch. Das war aber nicht verwunderlich, da die Familie sich auch viel in Europa aufhielt.

          Wir Mädels haben uns Geld beim Renovieren auf dem Campus verdient um mit dem Greyhound nach Washington DC und dann später an die kanadische Grenze in die Wälder zu fahren.

          Wir waren im Capitol, Lincoln Memorial, in der Met in New York, auf den Zwillingen….wir haben die Amish People und die Shaker besucht. In den Wäldern zu Canada waren wir bei Menschen, die die unterschiedlichsten Gebäude umweltfreundlich gebaut haben….ein Oktogon mit einem Ofen in der Mitte, an den alle Räume grenzten…

          So viele neue Impulse.

          Das brachte in meinem Denken einiges durcheinander.

          Vieles stellte ich nun nochmehr in Frage. Ganz normal in dem Alter. Es ist aber geblieben.

          Einfluß hat dieser Besuch in den Staaten auf jeden Fall gehabt.

          Von den skandinavischen und mexikanischen Rezepten, die ich mitgebracht habe. Oder vom Holzbau, der dem Haus meiner Gasteltern von damals sehr ähnelt.

          Letztens wurde ich mal wieder als Öko Hippie der Hoteliers bezeichnet. Aha.

          Soll das ein Kompliment sein? Wenn man damit meint, dass ich-wir-  vieles anders mache, okay. Das stimmt.

          Ich weiß ja wo es her kommt und wie es gemeint ist:

          In der nachhaltigen Kommunikation gibt es drei Gruppen, die man zur Einordnung der Zielgruppe nimmt. Öko Hippies ist eine davon. Darauf bezog sich die Bemerkung wohl.

          Ja, ich bin aus der Generation, die Woodstocks Lieder mag, die mit den ersten „synthetischer“ Musik aufgewachsen ist von Pink Floyd bis Supertramp, mit dem kalten Krieg und RAF.

          Ich erinnere nur zu gut wie es war, als bekannt wurde, dass das Kernkraftwerk in Tschernobyl hochgegangen ist. Darüber hab ich hier schon einmal geschrieben.

          In der Schule hatte ich gelernt alles, aber auch alles zu hinterfragen. Das tat ich nun umso mehr.

          Ich nehme Öko Hippie mal positiv und denke an eine tolle Zeit, inspirierende Lehrer und ein besonderes Glück, das alles überhaupt und so intensiv erlebt zu haben.

          Daraus schöpfe ich. Aus dem Positiven und aus dem Negativen.

          Es ist die Grundlage meines Handelns heute:

          Es muß alles getan werden eine urenkelfreundliche Welt an die folgenden Generationen zu geben.

          Atomkraft hat da keinen Platz und ist nicht nachhaltig!

          Viele Grüße vom Öko Hippie

          Uta

          Wirtschaft zum Wohle aller

          Wirtschaft zum Wohle aller

          Wirtschaft zum Wohle aller. Gemeinwohl in Janbeck*s FAIRhaus, geht das?

          Was ist eigentlich Gemeinwohl? Was bedeutet es?

          Wie kann man das im Betrieb umsetzen? Welche Aspekte werden begutachtet?

          Arbeiten wir vielleicht schon nach Gemeinwohl Kriterien?

          Diese Fragen beschäftigten mich schon lange.Diese Fragen beschäftigten mich schon lange. 

          Klar haben wir von Anfang an- also mindestens seit 2006- auf eine umweltbewusset und zukunftsfähige Betriebsführung gesetzt.

          Schon lange fühlte ich mich aber etwas unwohl bei der ständigen Benutzung des Wortes Nachhaltigkeit.

          Gefühlt jeder benutzte das Wort in jedem zweiten Satz und gefühlt die Hälfte derer schwammen nur auf der Welle.

          Irgendwann wurde ich in einem Telefoninterview gefragt, was ich vom Deutschen Nachhaltigkeits Kodex halte….ich schreib jetzt besser nicht meine Antwort.

          Macht Euch selber ein Bild und schaut, wer sich da listen darf, weil er als große Firma sowieso einen Umweltbericht verfassen muss.

          Das ist nicht meine Welt. Da sind einige dabei, mit denen würde ich mich nie und nimmer nicht an einen Tisch setzen.

          Irgendwann bin ich dann beim Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft- abgekürzt BNW- eingetreten. Einem Verein, der „grüne“, anders denkende Unternehmen vereint.

          #Wertschaften

          Ja, ich denke, dass Wirtschaft anders funktionieren muß, wenn wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen. Die Spirale von immer mehr Konsum, immer mehr Profit, immer mehr von sonstwas…das kann so nicht weitergehen.

          Ich suchte mir in den letzten Jahren gezielt Messen aus, wo ich mich mit meinem Betrieb präsentierte. Das waren ganz bewusst keine Tourismusmessen. Hier würde ich untergehen mit meinem Minibetrieb. Anders beim Heldenmarkt.

          #fürallediewasmerken

          Hier waren die Branchen bunt gemischt, kleine StartUps, Vereine etc. Hier war ich anfänglich ein Exot. Eine bunte inspirierende Messe für alle, die Alternativen suchten mit einem Sinn dahinter.

          Von Hamburg, Berlin, Bodensee…waren wir dabei. Das waren von vielen Standorten die, die uns ansprachen.

          Gemeinwohlorientiert. Immer wieder kamen wir drauf.

          Damit waren wir Jahre zuvor schon in Berührung gekommen. Für uns war das der nächste Schritt nach Nachhaltigkeit.

          Gemeinwohl und die Idee von Christian Felber. Wirtschaft zum Wohle aller.

          Nun ist die Gemeinwohl Matrix, nach der ein Betrieb durchleuchtet wird, wahnsinnig umfangreich.

          Von den Auswirkungen auf die Umwelt wird der komplette Betrieb holistisch durchleuchtet.

          Wie geht man mit seinen Mitarbeitern um, wie mit Lieferanten, werden faire Löhne gezahlt, wo ist das Geld angelegt, wie ist man ehrenamtlich tätig, wo kommen die Waren her, wie sind die Lieferketten… es geht so richtig ins Eingemachte. Aber nicht nur aus Sicht des Betriebes.

          Es  werden auch alle, die mit dem Betrieb etwas zu tun haben mit durchleuchtet: die Mitarbeiter, die Kunden, die Gäste, die Lieferanten und alle anderen.

          Man kann sich gut vorstellen, wie Zeit aufwendig das ist….und natürlich hat das auch noch seinen Preis.

          Das war alles lange nicht machbar für meinen kleinen Betrieb.

          Irgendwann im Herbst 2020 bekam ich dann eine Einladung  zu einem Workshop zum Thema Gemeinwohl in Unternehmen bei Opencampus.

          Eine Initiative von der Kieler Wirtschaftsförderung.

          Man wollte das Thema in einer etwas „abgespeckten“ Version an Unternehmen und Institutionen heranführen.

          Coole Geschichte. Leider war da unser geplanter Urlaub im Wege.

          Eine Teilnahme ohne die wichtigsten Bausteine wäre sinnlos gewesen.

          Tja, dann war da Corona und die zweite Welle des Lockdowns. Reiseverbot.

          Ein kleiner Trost, dass ich so doch an dem Workshop teilnehmen konnte.

          Sieben Wochen lang waren Online Treffen angesagt.

          Die Teilnehmer waren aus ganz unterschiedlichen Bereichen: von der Kommunikationsagentur, bis zu StartUps.

          Und natürlich die Studenten, die etwas über Gemeinwohl lernen wollten und die Betriebe darauf untersuchen sollten.

          Also war erstmal grundsätzliches zum Thema auf dem „Lehrplan“ für alle, bevor es dann in die Betrieb ging.

          Natürlich Corona Konform.

          Also bekam ich Besuch und wurde „durchleuchtet“. Wohlwollend, aber auch sehr kritisch.

          Fünf, sechs Stunden sind wir alles durchgegangen. Immer im Hintergrund die große Gemeinwohl Matrix. Keine Ahnung, wie viele Fragen es zu diskutieren gab.

          Manches war mir ja schon bewusst. Die Geldanlage zum Beispiel, oder dass die Lieferketten noch nicht voll durch leuchtet sind und auf Vertrauen basieren…da gibt es noch ein paar Baustellen.

          Manches war mir gar nicht so bewusst. Was man alles so macht mit einer positiven Wirkung- Ehrenämter zum Beispiel. Für uns ist so vieles normal, zum Beispiel sich einbringen, damit es vielleicht anders laufen kann. Erst wenn man das dann mal auflistet kommt man ins Staunen, wie viel es dann doch ist.

          Wer sich ehrlich zu dem Thema mit seinem Betrieb auseinandersetzt kennt seine Baustellen…und lernt vielleicht noch ein paar durch so ein Gespräch kennen.
          Wer da nicht mitarbeiten möchte, braucht so einen Prozess gar nicht anzugehen, oder?

          Immer besser werden – zum Wohle aller, das ist die Devise.

          Dieser KurzBericht ist aus meiner Sicht sehr schön geworden.

          Danke Caroline und Wendelin dafür!!!

          Danke auch an Lisa, Gerd und Felix für den Input.

          Und es scheint zu gehen:

          Wirtschaft zum Wohle aller und Gemeinwohl in Janbeck*s FAIRhaus.

          Der Kurs ist nun zu Ende, wird aber in einen Stammtisch zum weiteren Austausch übergehen.

          Wenn es klappt, wird es auch einen neuen Kurs zum Thema Gemeinwohl geben.

          Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema für seinen Betrieb auseinandersetzen möchte.

          Ein Blick von außen und dann auch noch mit jüngeren Augen hat noch niemandem geschadet.

          Das sehe ich jedenfalls so.

          #machennichtschnacken

          Für mich passt der Gedanke der Gemeinwohl Bewegung.

          Mit den Wegen zu einer echten großen Gemeinwohl Bilanz werde ich mich aktuell nicht auseinandersetzen…da gilt es ja gerade in meiner Branche zur Zeit so einiges abzuwägen.

          Und Ihr? Interessiert Euch das Thema? Habt Ihr Fragen?

          Schreibt sie gern in die Kommentare.

          Viele Grüße

          Uta


           

          Wir von Janbeck*s FAIRhaus
          orientieren uns an den Werten der Gemeinwohl Ökonomie und
          streben die Gemeinwohlbilanzierung an
          Dieser
          Gemeinwohlfokusbericht wurde unter Mitwirkung von von Wendelin Teschemacher und Caroline Hertell im Rahmen des Kurses opencampus. sh Kurses „ Kiel.Works
          meets GWÖ Wirtschaften zum Wohle aller“ erstellt.

          Den Kurzbericht zum Gemeinwohl in unserem Betrieb findet Ihr hier  Janbecks Fokus-Gemeinwohlbericht